Biontech-Bestelllimit

Ein Desaster für Jens Spahn

Tobias Schmidt
|
Ein Kommentar von Tobias Schmidt
| 21.11.2021 18:43 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Hat die Ärzte gegen sich aufgebracht: Der geschäftsführende Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Foto: Nietfeld/DPA
Hat die Ärzte gegen sich aufgebracht: Der geschäftsführende Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Foto: Nietfeld/DPA
Artikel teilen:

Mit seinem Biontech-Bestelllimit für Arztpraxen hat Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ein unheilvolles Chaos angerichtet. Dabei ist sein Ansatz richtig – die Ausfürhung aber ein Desaster.

Genug Impfstoff für alle? Eigentlich ja. Aber mit seinem Biontech-Bestelllimit für Arztpraxen hat Gesundheitsminister Jens Spahn ein unheilvolles Chaos angerichtet. Dabei gibt es gar keinen Impfstoffmangel. Seit Wochen trommelt der Minister für die Auffrischimpfungen, warf den Ärzten vor, die Kampagne verschlafen zu haben. Jetzt schiebt er ihnen durch die Beschränkungen Knüppel zwischen die Beine.

Die Absicht ist ja völlig einleuchtend, die eingelagerten Moderna-Dosen an den Mann und die Frau zu bringen, bevor das Verfallsdatum abläuft. Für alle Über-30-Jährigen steht Moderna Biontech in nichts nach, ist ebenso sicher und genau so wirksam – es hat nur keiner mitbekommen. Dass Moderna als zweitklassig betrachtet wird, liegt viel mehr an dem von der Politik befeuerten Biontech-Hype – das Vakzin ist ja auch made in Germany. Mal wieder ist es eine desaströse Kommunikation, die den Kampf gegen Corona so unnötig erschwert.

Die Biontech-Vorzüge gelten nicht für alle, sondern für alle bis 30 Jahre. Wie Spahn deshalb auf die Idee gekommen ist, auch für Kinder- und Jugendärzte die Bestellmengen zu limitieren, macht fassungslos. Die Unter-18-Jährigen sollen der Ständigen Impfkommission zufolge nicht mit Moderna immunisiert werden. Warum also das Vakzin nicht für alle Älteren nutzen, die ohnehin beim Boostern als erste drankommen sollten?

Ähnliche Artikel