Frist für Booster-Impfung

Ostfriesen leiden unter schlechter Kommunikation

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Ein Kommentar von Daniel Noglik
| 19.11.2021 18:50 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
•In den meisten Fällen gibt es als Auffrischer die Biontech-Spritze. Archivfoto: Hoppe/DPA
•In den meisten Fällen gibt es als Auffrischer die Biontech-Spritze. Archivfoto: Hoppe/DPA
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Fragt man Bund, Land und Stiko, wie eng die Sechs-Monats-Frist für den Booster auszulegen sei, bekommt man drei verschiedene Antworten. Statt dieser Fehlkommunikation braucht es jetzt klare Ansagen.

Den Menschen in der Pandemie Hoffnung zu geben, ist sicherlich nicht die schlechteste Idee. Gar nicht gut ist es allerdings, wenn diese Hoffnung zerstört wird – im Fall der Booster-Impfungen nach eineinhalbstündigem Anstehen alter Leute im Regen. Wenn Noch-Gesundheitsminister Jens Spahn etwas verkündet – in diesem Fall, dass die Sechs-Monats-Frist für die Booster-Impfung „natürlich“ nicht taggenau einzuhalten sei – dann muss er sich ganz sicher sein, dass das auch so umgesetzt wird. Und wenn er das nicht ist, dann muss er einfach mal nichts verkünden.

Die Menschen, die kurz vor der Spritze abgewiesen werden, sind wütend auf den Landkreis Leer. Oder noch konkreter: auf die mobilen Impfteams. „Päpstlicher als der Papst“ seien sie, die penibel auf die Frist achten. Die Enttäuschung ist nachvollziehbar, doch das Verhalten des Kreises ist es auch. Es gibt eine Empfehlung der Ständigen Impfkommission, an die sich das Personal hält. Das wird auch offen in Form von Stichtagen kommuniziert. Das Problem ist im Grunde eines, das es seit dem Beginn der Pandemie gibt: Die Kommunikation läuft nicht so recht – und die Bürgerinnen und Bürger wissen nicht, auf wen sie nun hören sollen.

Den Autor erreichen Sie unter d.noglik@zgo.de

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