Fußball
Wallinghausens elendige Ungewissheit
Der SV Wallinghausen hat Winterpause, weiß aber nicht, ob es für die Aufstiegsrunde der Fußball-Bezirksliga gereicht hat. Für die „ätzende Situation“ beißt sich der SV „selbst in den Arsch“.
Ostfriesland - „Bis Jahresende wollen wir im Idealfall mit den Staffelspielen durch sein“, hatte Staffelleiter Frank Schulte vor der Saison über die beiden ostfriesischen Gruppen der Fußball-Bezirksliga vor der Saison gesagt. Das angepeilte Optimum hätte die Staffel A auch geschafft – wenn da nicht der TuS Middels wäre. Drei Staffelspiele stehen noch aus, dreimal mit Beteiligung der von Sven Glöckner trainierten TuS-Mannschaft. Ausgetragen werden die Partien erst im neuen Jahr. Denn Frank Schulte setzt für dieses Jahr nur noch Spiele an, wenn sich die Teams auf einen Termin einigen, wie er sagt. Das ist bei den Middels-Spielen aber nicht der Fall. „Wir hätten gerne noch dieses Jahr gespielt, da wir einen Lauf haben. Aber eine Spielaustragung hat sich nicht mehr ergeben, sodass wir jetzt die Winterpause eingeläutet haben“, sagt Sven Glöckner.
Der größte Leidtragende dieser Situation ist der SV Wallinghausen. Der derzeitige Vierte der A-Staffel hat alle 14 Spiele bestritten, weiß aber den ganzen Winter über nicht, ob die erzielten 19 Punkte und 27:20 Tore für die Aufstiegsrunde gereicht haben. Sollte der TuS Middels die verbleibenden Spiele gegen Norden, Strudden und Weene gewinnen oder zumindest sieben Punkte ergattern und zehn Treffer in der Tordifferenz gutmachen, würde er noch auf den vierten Platz springen. Wallinghausen, das von Spieltag eins an bis jetzt immer einen für die Aufstiegsrunde berechtigten Platz belegt hat, würde sich dann in der Abstiegsrunde wiederfinden.
Raum für Rechenspiele
„Für uns ist die Ungewissheit natürlich unbefriedigend. Es ist ätzend“, sagt Wallinghausens Trainer Sven Bünting. „An der Situation sind wir in erster Linie aber selbst schuld. Wir hätten einfach eines der letzten Spiele gegen Esens und Norden gewinnen müssen. Für diese Niederlagen beißen wir uns am meisten selbst in den Arsch.“ Doch Sven Bünting übt auch etwas Kritik Richtung Staffelleitung und anderen Teams: „Wenn man wirklich gewollt hätte, dass man alle Spiele dieses Jahr durchbekommt, dann hätte man das in unserer Staffel auch geschafft. Manchmal – und das gilt auch für die Staffel B – habe ich den Eindruck, dass vor Spielabsagen eher auf den eigenen Kader geschaut wird statt aufs Wetter und den Platz.“
Sven Bünting hätte sich gewünscht, dass es im Staffelendspurt keine unterschiedlichen Spielanzahlen der Teams gibt. „Die Regelung, dass man nur Punkte gegen die Teams, die mit in die Auf- beziehungsweise Abstiegsrunde kommen, mitnimmt, lässt Raum für Rechenspiele“, sagt Wallinghausens Trainer. „Da Norden beispielsweise das Hinspiel gegen Middels verlor, gegen uns aber sechs Punkte holte, kann es Norden nur gelegen sein, dass wir mit in die Abstiegsrunde kommen.“ Auch Middels-Trainer Sven Glöckner spricht von einer „unglücklichen Tabellensituation, die der Wahnsinn“ sei. Mit Rechenspielen wolle er sich aber nicht befassen: „Wir lieben den Fußball – und wer verliert denn da gerne Spiele?“
Staffelleiter fühlt sich im Modus bestätigt
Staffelleiter Frank Schulte sieht im Middelser Spielrückstand keine Wettbewerbsverzerrung, wie er sagt. „Der Modus war von Anfang an klar, ebenso dass zu dieser Jahreszeit mal Spiele ausfallen“, sagt Schulte. „Insgesamt sind wir bisher gut durch die Saison gekommen.“ Er sieht sich in der Entscheidung, die Bezirksliga erst in zwei Staffeln einzuteilen, um dann bei günstigem Verlauf noch eine Auf- und Abstiegsrunde zu spielen, bestätigt. „Zum einen finde ich die Bezirksliga gerade super spannend. Bei jedem Team geht es noch um was, jedes Spiel ist wichtig. Sonst hatte man zu diesem Zeitpunkt meist eine deutliche Tendenz, wer Meister wird und absteigt“, sagt Schulte. „Zum anderen glaube ich mit Blick aufs Wetter und die Corona-Zahlen nicht, dass wir eine Saison mit 32 Spieltagen durchbekommen hätten.“
Drei der fünf Bezirksligen des Weser-Ems-Bereichs sind mit einer kompletten Liga in die Saison gegangen. In diesen haben die Teams zwischen elf und 15 Spiele bestritten, 15 bis 21 Partien hat jede Mannschaft noch auszutragen. „Das wird ganz eng. Das Ziel muss sein, dass wir wieder eine Saison zu Ende spielen. Da sind wir in unserer Liga zum Glück flexibler als andere“, sagt SVW-Trainer Sven Bünting.
Während die A-Staffel komplett in der Winterpause ist, werden in der B-Staffel an diesem Wochenende vier Partien ausgetragen. Unter anderem geht es im Kellerduell zwischen Frisia Loga und dem VfB Uplengen am Sonntag um 14 Uhr um wichtige Punkte in der Abstiegsrunde.