Hannover

Niedersachsens Impfoffensive kann nach hinten losgehen

Lars Laue
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Von Lars Laue
| 16.11.2021 18:21 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Niedersachsen will zusätzliche Angebote für Erst- und Auffrischungsimpfungen schaffen, geht dabei allerdings nur halbherzig vor. Foto: Stefan Sauer/dpa
Niedersachsen will zusätzliche Angebote für Erst- und Auffrischungsimpfungen schaffen, geht dabei allerdings nur halbherzig vor. Foto: Stefan Sauer/dpa
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Niedersachsen will den Booster-Impfungen mehr Schub verleihen. Doch die nun vorgestellten Pläne dürften nicht ausreichend zünden. Ein Kommentar.

Aufstockung der mobilen Impfteams, Einrichtung stationärer Impfstellen in den Kommunen und zusätzlich finanzielle Anreize für Arztpraxen, die Impfzeiten über das normale Maß hinaus anbieten: Das Land Niedersachsen unternimmt so einige Anstrengungen, um die Erst- und Auffrischungsimpfungen sicherzustellen.

Ärzte-Ärger ist programmiert

Aber wird das reichen? Da sind zumindest Zweifel angebracht. Aktuell impfen laut Kassenärztlicher Vereinigung in Niedersachsen etwa 4500 Ärzte, mehr als 14.000 könnten es theoretisch sein. Wenn nur etwa ein Drittel mitmacht, liegt hier noch viel Impfpotenzial brach. Gut möglich, dass nun das Geld des Landes lockt. Immerhin sollen Schwerpunkt-Impfpraxen monatlich gut 4000 Euro erhalten, wenn sie wöchentlich acht zusätzliche Impfsprechstunden anbieten. Allerdings ist die Förderung auf aktuell rund 180 Praxen begrenzt. Da ist im Rennen um den lukrativen Impfanreiz Ärzte-Ärger programmiert. Und den kann die Impfkampagne in dieser angespannten Lage am allerwenigsten gebrauchen.

Impfzentren wieder öffnen

Auch bleibt unverständlich, warum das Land sich weiterhin gegen die Wiedereröffnung zumindest einiger Impfzentren sträubt. Das dauere Wochen heißt es. Macht nichts, denn genau dann werden sie dringender gebraucht denn je. Es wird kaum ein Weg daran vorbeiführen, Impfzentren wiederzueröffnen - auch wenn das Land davon momentan nichts wissen will - ein Fehler, der fatale Folgen haben kann.

Alle Impfmöglichkeiten ausschöpfen

Also: Impfstoff ist genügend vorhanden. Jetzt müssen alle Möglichkeiten für größere Impfkapazitäten ausgeschöpft werden. Ob beim Hausarzt, vorm Supermarkt oder eben wieder im Impfzentrum: Hauptsache, die Vakzine gelangen zu den Menschen und es gibt am Ende keinen Impfwilligen mehr, der behaupten kann, er sei nicht an die Reihe gekommen.

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