Serie „Das kostet!“
Beim TuS Weene kostet selbst ein Fehlpass Strafgeld
Im zweiten Teil der Serie „Das kostet!“ wird der Strafenkatalog des TuS Weene beleuchtet. Auch die Vergehensliste beim TuS Weene ist lang. Ganz viel Geld in die Kasse bringen Fehlschüsse der Spieler.
Weene - Auf dem Feld sind die Fußballer des Bezirksligisten TuS Weene für unbändigen Einsatzwillen und den guten Teamspirit bekannt. Aber auch der mannschaftsinterne Strafenkatalog ist berüchtigt. So birgt die Vergehensliste gleich mehrere Aspekte, die während Trainingseinheiten für Hände über den Kopf schlagen beim „Straftäter“ und freudiges Geschrei bei den Mitspielern sorgen.
Beim Erste-Herren-Team des TuS Weene kann selbst der Schuss aufs Tor teuer werden. Denn wer – egal ob im Spiel, beim Aufwärmen oder im Training – den Ball nicht nur über das Tor, sondern auch über das Fangnetz schießt, muss dafür einen Euro Strafe zahlen. „Das ist mit unsere größte Einnahmequelle“, sagt Trainer Marco Frerichs. Ganz nach dem Motto „Kleinvieh macht auch Mist“.
Spaß und Geld im „Eckchen“
Ebenfalls ein Euro kann für die Weene-Spieler beim „Eckchenspiel“ – einer gängigen Übungsform zu Trainingsbeginn, bei der sich vier oder mehr Spieler den Ball so zuspielen versuchen, dass ein oder zwei andere Akteure in der Mitte nicht an den Ball kommen – fällig werden. Aber nicht wie klassischerweise für die Spieler, die den Ball erobern müssen, sondern für diejenigen, die sich den Ball zupassen. „Wer den 20. Pass vergeigt, muss einen Euro blechen“, sagt Marco Frerichs. „Entsprechend wird der 19. Pass bei uns sehr fies gespielt, damit der 20. Pass extra schwierig wird“.
Für die „Balleroberer“ wird dagegen „nur“ eine Doppelrunde fällig, wenn sie den Ball durch die Beine gespielt bekommen oder die Außenspieler 20 Pässe in Folge schaffen, ohne dass die Spieler in der Mitte an den Ball kommen. Das heißt, dass die Spieler in der Mitte noch einmal den Ball erobern müssen, nachdem sie bereits einmal an den Ball gekommen waren. Auch wer das „flüssige Gold“ (Bier) verschüttet, muss beim TuS einen Euro blechen.
Fehlender App-Eintrag kostet auch
Deutlich teurer wird es für die Weene-Spieler, wenn sie sich nicht rechtzeitig für die Einheiten und Spiele in der kommenden Woche an- oder abmelden. „Ich lege großen Wert auf Planbarkeit“, sagt Trainer Marco Frerichs. „So müssen sich alle bis zum Sonntag für alle Termine der folgenden Woche in der App ein- oder austragen.“ Drei Euro kostet es, wenn man weder zu- noch absagt – pro Termin. Bei einer normalen Woche mit zwei Trainingseinheiten und einem Spiel kostet es also neun Euro, wenn man am Wochenende verschläft, sich in der App einzutragen.
Die Höchststrafe gibt es beim TuS Weene – wie bei den allermeisten Vereinen – für unentschuldigtes Fehlen beim Spiel und für eine Rote Karte wegen unsportlichen Verhaltens. Mit mindestens 50 Euro Strafgeld kommen die Spieler dafür aber vergleichsweise glimpflich davon. „Der Höchstbetrag kam in den vergangenen zehn Jahren soweit ich weiß aber nur einmal vor“, sagt Marco Frerichs.
Trainer ist auch der Kassenwart
Der Kassenwart beim TuS Weene ist kurioserweise mit Marco Frerichs der Trainer. „Ich hatte den Posten im vergangenen Jahr übernommen, als noch nicht feststand, dass ich Trainer werde“, sagt der langjährige Ex-Spieler des TuS, der nur noch in höchsten Notfällen mitspielt. „Zeitnah möchte ich die Mannschaftskasse aber abgeben. Trainer und Kassenwart gleichzeitig zu sein, ist eine Katastrophe“, sagt Frerichs. Halbjährlich zieht er die Summe der angehäuften Strafen von den Spielerkonten ein.
Für das Sammeln und Eintragen der Strafen ist aber nicht Marco Frerichs, sondern Spieler Andre Grensemann zuständig. „Er notiert sich die Strafen nach dem Spiel und Training im Handy und trägt sie später in der App ein“, sagt der Noch-Kassenhüter Marco Frerichs.
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