Berlin

Corona-Krise: Schluss mit Chaos und falscher Rücksichtnahme!

Tobias Schmidt
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Von Tobias Schmidt
| 16.11.2021 15:12 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
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Die Ampel-Verhandler sind noch wochenlangem Corona-Tiefschlaf aufgewacht und drohen nun mit ihrem Notbremse-Vorstoß übers Ziel hinauszuschießen. Das Vorgehen ist chaotisch und vieles kommt zu spät.

SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz traute sich im Wahlkampf nicht, die Impfskeptiker in die Pflicht zu nehmen, und er blieb nach der Wahl viel zu lange stumm. Schon im Sommer hätte ein Stichtag für einen Lockdown nur für die Nicht-Immunisierten beschlossen werden müssen. Dann hätten sich alle darauf einstellen können, dann hätten wir nicht plötzlich die langen Schlangen vor den wenigen Impfzentren. Wer sich jetzt endlich für den Piks entscheidet, muss auf den vollen Impfschutz noch Wochen warten.

FDP umgefallen

Wie rasant die FDP nun, wo die Zahl der Intensivpatienten steigt und steigt, ihre Positionen räumt, ist geradezu atemraubend. 2G? Impfpflicht? Noch vor Tagen war das für Wolfgang Kubicki Teufelszeug, jetzt soll es übers Knie gebrochen werden, wenn es denn noch eine Einigung gibt, was die Ampel-Partner selbst nicht wissen. 

Dabei kann die Impfpflicht für Pflegekräfte bös nach hinten losgehen: Heimbetreiber und Pflegedienste warnen eindringlich, der impfresistente Teil ihres Personals werde sich reihenweise krankmelden. Leidtragende sind dann, mal wieder, die Pflegebedürftigen und die geimpften Pflegerinnen und Pfleger, die sich schon seit 22 Monaten zerreißen.

Von Panik getriebene Überreaktion

Auch die 3G-Pflicht für den ÖPNV ist eine von Panik getriebene Überreaktion. Nicht getestete Ungeimpfte wie Schwarzfahrer behandeln und aus Bussen und Bahnen werfen? Das wirkt geradezu wie eine Anstiftung zu Handgreiflichkeiten. Kontrollieren will das niemand. Um wie viel einfacher wäre es gewesen, durch eine frühe 3G-Pflicht für Büro und Fabrik auch den öffentlichen Berufsverkehr abzusichern.

Letzte Chance, das Allerschlimmste noch zu verhindern, sind jetzt einschneidende, aber nachvollziehbare Regeln von Bund und Ländern am kommenden Donnerstag. Angela Merkel und Olaf Scholz müssen das Chaos der vergangenen Tage und Wochen sofort beenden.

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