Hamburg
Wie Island Facebook-Chef Mark Zuckerberg mit einem Werbevideo aufs Korn nimmt
Mit einem Video parodiert die isländische Tourismusbranche den Facebook-Gründer Mark Zuckerberg. In „Islandversum“ gibt es nasser Wasser und echte Menschen: Was hinter der Kampagne steckt und wie Zuckerberg reagiert.
Ein Mann im Rundhalspullover mit makelloser Haut und einem etwas angestrengten Blick: Die Szenen des neuen Werbevideos aus Island gleichen der Online-Präsentation von Mark Zuckerberg, in der er Ende Oktober den neuen Firmennamen „Meta“ bekannt gegeben hatte. Bei der Parodie aus dem nordischen Inselstaat handelt es sich um ein Werbevideo des heimischen Marketingbüros „Visit Iceland“, das dem Zuschauer das „Islandversum“ näherbringt.
Eine verbesserte Realität „ohne albern aussehende Kopfhörer“
„Hallo und willkommen in dieser sehr natürlichen Umgebung. Heute möchte ich über einen revolutionären Ansatz sprechen, wie wir unsere Welt miteinander verbinden können, ohne super seltsam zu sein“, begrüßt der Mann mit dem Namen „Zack Mossbergsson“, der verblüffende Ähnlichkeit mit Facebook-Chef Zuckerberg aufweist, die Zuschauer des Videos. „Manche sagen, das ist nicht möglich. Einige sagten, es sei unerreichbar. Wir sagen Ihnen, dass es bereits hier ist. Schauen Sie mal, es ist genau hier. Und wie nennen wir dieses nicht mehr ganz so neue Kapitel der menschlichen Konnektivität? Das Islandversum“, heißt es weiter im Video.
Das Video auf YouTube:
Anschließend bekommt der Zuschauer eine verbesserte Realität „ohne albern aussehende Kopfhörer“ zu Gesicht, mit Wasser, das nass ist und mit Menschen, mit denen man in Kontakt treten könne. Der Trailer präsentiert Vulkangestein, das man berühren könne, richtig große Geysire, die man aus sicherer Entfernung beobachten könne oder Vögel, denen man zuschauen könne. „Das Islandversum ist eine Welt mit so unendlichen Möglichkeiten, dass sie für immer bleiben wird, also kommen Sie uns besuchen.“ Seit der Veröffentlichung auf YouTube am 11. November haben das Video bereits mehr als 300.000 Menschen angesehen. Zuckerberg reagierte auf Facebook auf die Parodie mit folgenden Worten: „Erstaunlich. Ich muss bald eine Reise ins Islandversum machen. Gut, dass ihr auch Sonnencreme tragt.“
Neuer Fokus auf virtuelle Umgebung „Metaverse“
Mit der Präsentation rund um die Neuausrichtung seines Konzerns erntete Mark Zuckerberg im Netz jede Menge Hohn und Spott. Zuckerberg will in dem Unternehmen, zu dem unter anderem Facebook, Instagram und WhatsApp gehören, den Fokus auf die neue virtuelle Umgebung „Metaverse“ lenken, in der er die Zukunft der digitalen Kommunikation sieht.
Im „Metaverse“ sollen nach der Vorstellung des 37-jährigen Facebook-Gründers physische und digitale Welten zusammenkommen. Dabei setzt Zuckerberg zum einen auf die virtuelle Realität (VR), bei der die Nutzer mit Spezial-Brillen auf dem Kopf in digitale Welten eintauchen können. Zum Facebook-Konzern gehört auch die VR-Firma Oculus.
Das Original-Video von Mark Zuckerberg:
Als „Metaverse“-Baustein sieht der Facebook-Gründer aber auch die sogenannte erweiterte Realität (AR, Augmented Reality), bei der digitale Inhalte auf Displays oder mithilfe von Projektor-Brillen für den Betrachter in die reale Umgebung eingeblendet werden. „Wir glauben, dass das „Metaverse“ der Nachfolger des mobilen Internets sein wird“, betonte Zuckerberg. Facebook baut seine virtuellen „Metaverse“-Welten unter dem Namen Horizon aus.
Mit Material der dpa