CDU-Vorsitz
Die CDU braucht jetzt Profil
Armin Laschet scheitert mit seinem Wunsch einer Teamlösung für seine Nachfolge. Der erneute Wettbewerb kann der CDU helfen.
Die ersten Bewerber auf den Chefposten bei der CDU kommen aus der Deckung. Da wäre Norbert Röttgen, der weltläufige Intellektuelle, der mit der 39-jährigen Hamburgerin Franziska Hoppermann auch gleich noch eine kaum bekannte Frau als Generalsekretärin vorschlägt. Weiterer Bewerber ist Helge Braun, der sich als Merkels Corona-Manager im Maschinenraum der Macht bestens auskennt. Es sind keine unbekannten Leichtgewichte, die sich da für die Führung der schlingernden Partei empfehlen. Was der CDU bei aller Kritik nicht fehlt, ist qualifiziertes Personal.
Armin Laschets Wunsch einer Teamlösung hat sich allerdings nicht erfüllt. Der Kampf um seine Nachfolge wird hart und er wird neue Gräben aufreißen. Er könnte aber auch dazu führen, dass die Partei endlich ihren Kurs findet. Der letzte Wettbewerb zwischen Laschet, Merz und Röttgen zeichnete sich dadurch aus, dass sie sich möglichst wenig voneinander unterscheiden wollten, um niemanden zu vergraulen. Das legte letztlich das Problem der CDU offen, sich nach den Jahren des Regierens auf nichts mehr festlegen zu wollen.
Jetzt aber ist die Partei in der Opposition. Ein neuer Vorsitzender muss selbst ein klares Profil zeigen. Was heißt es heute, konservativ zu sein? Auf diese Frage müssen Röttgen, Braun und womöglich Friedrich Merz eine neue Antwort geben.