Berlin

Braun, Röttgen oder Merz? Die CDU braucht jetzt Profil statt Phrasen

Rena Lehmann
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Von Rena Lehmann
| 12.11.2021 17:29 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Auch diesmal der Erste: Wie im Februar 2020 kündigt Norbert Röttgen, diesmal im Team mit Franziska Hoppermann, seine Kandidatur für den CDU-Vorsitz an. Foto: Foto: M. Popow via www.imago-images.de
Auch diesmal der Erste: Wie im Februar 2020 kündigt Norbert Röttgen, diesmal im Team mit Franziska Hoppermann, seine Kandidatur für den CDU-Vorsitz an. Foto: Foto: M. Popow via www.imago-images.de
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Armin Laschet scheitert mit seinem Wunsch einer Teamlösung für seine Nachfolge. Der erneute Wettbewerb kann der CDU helfen.

Die ersten Bewerber kommen aus der Deckung und jeder ist so weit respektabel. Da wäre Norbert Röttgen, der weltläufige Intellektuelle, der mit der 39-jährigen Hamburgerin Franziska Hoppermann auch gleich noch eine kaum bekannte Frau als Generalsekretärin vorschlägt. Weiterer Bewerber ist Helge Braun, der sich als Merkels Corona-Manager im Maschinenraum der Macht bestens auskennt. Es sind keine unbekannten Leichtgewichte, die sich da für die Führung der schlingernden Partei empfehlen. Was der CDU bei aller Kritik nicht fehlt, ist qualifiziertes Personal. 

Armin Laschets Wunsch einer Teamlösung hat sich damit allerdings nicht erfüllt. Der Kampf um seine Nachfolge wird hart und er wird neue Gräben aufreißen. Er könnte aber auch dazu führen, dass die Partei endlich ihren Kurs findet. Der letzte Wettbewerb zwischen Laschet, Merz und Röttgen zeichnete sich dadurch aus, dass sie sich möglichst wenig voneinander unterscheiden wollten, um niemanden zu vergraulen. Das legte letztlich das Problem der gesamten CDU offen, sich nach den langen Jahren des Regierens auf nichts mehr festlegen zu wollen. Bloß nicht anecken, nicht bei den eigenen Leuten und schon gar nicht bei den Wählern.

Jetzt aber ist die Partei in der Opposition. Ein neuer Vorsitzender darf nicht nur ein klares Profil einfordern und den Weg dahin moderieren, sondern muss es auch selbst zeigen. Was heißt es heute, konservativ zu sein? Auf diese Frage müssen Röttgen, Braun und womöglich Merz eine neue Antwort geben.  

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