Schule
Ulricianum zieht Zaun gegen herumlungernde Gestalten
Mal eben über den Schulhof des Ulricianums in die Auricher Innenstadt: Diese Abkürzung für Fußgänger ist bald passé. Die Schule macht das Tor zu, um sich vor herumlungernden Gestalten zu schützen.
Aurich - Das Gymnasium Ulricianum hat Probleme mit Jugendlichen, die nachmittags und abends auf dem Schulhof herumlungern und auf andere einschüchternd wirken. Dem schiebt die Schule nun einen Riegel vor. Das Tor zwischen dem Gelände der Sparkassen-Arena und dem Schulhof, das bislang Tag und Nacht offen war, wird erneuert und künftig für die meiste Zeit des Tages abgeschlossen, nur morgens und mittags nicht. Außerdem lässt die Schule neue Schilder aufstellen und im hinteren Bereich einen Zaun ziehen. Der Innenhof wird durch Tore gegen unbefugten Zutritt geschützt. Das bedeutet auch: Fußgänger, die den Schulhof bislang als Abkürzung auf dem Weg in die Innenstadt benutzt haben, müssen sich andere Wege suchen.
Schulleiter Rüdiger Musolf betont, dass das Ulricianum sich nicht abschotten wolle. „Wir bleiben eine offene Schule.“ Dennoch müsse klar sein, dass die Schule ein geschützter Raum sei, in dem sich alle sicher fühlen sollen. Seit einigen Monaten halten sich nachmittags und abends auf dem Schulhof Gruppen von Jugendlichen auf, die nicht Schüler des Ulricianums sind. Musolf spricht von einer „Szene“, womit er aber nicht auf Alkohol- oder Drogenmissbrauch anspielt.
„Die Reaktionen sind zunehmend respektlos“
Es handele sich um machohaft auftretende Jungen im Alter von etwa 13 bis 15 Jahren in Begleitung einiger Mädchen. Teils seien auch ältere Jugendliche und junge Erwachsene dabei. Zweimal seien sie von Reinigungskräften dabei erwischt worden, wie sie das Gebäude betraten und auf der Jungentoilette rauchten. Nachts sei einmal Feuer gemacht worden, das sei auf der Überwachungskamera zu erkennen. „Sie drohen allmählich Besitz von dem Gelände zu ergreifen.“ Er habe die Jugendlichen mehrmals angesprochen und weggeschickt. „Die Reaktionen sind zunehmend respektlos.“ Schimpfwörter seien gefallen. Noch sei nichts Schlimmes passiert, doch so weit dürfe es nicht kommen.
In Absprache mit der Polizei und dem Landkreis als Schulträger hat sich das Ulricianum entschlossen, das Gelände etwas besser vor unbefugtem Zutritt zu schützen. Damit werde die für viele selbstverständliche Überquerung des Geländes in Richtung Innenstadt eingeschränkt, sagt Musolf. Obwohl die meisten Passanten harmlos seien, sei auch der ständige Durchgangsverkehr allmählich störend, so der Schulleiter. Er berichtet von E-Bike-Fahrern, „die mal eben durch die große Pause heizen und sich über Kinder aufregen, die im Weg stehen“. Manche Fußgänger hinterließen Müll oder ließen ihre Hunde im Gebüsch des Schulhofs ihr Geschäft verrichten. Außerdem: „Wie will ich wissen, ob nicht der eine oder andere harmlos aussehende Mensch ein Foto von Schülerinnen macht?“
Kein Ärger mehr auf dem Arena-Parkplatz
Die Einhegung des Geländes ist aber nicht das einzige Mittel. Der Landkreis hat einen privaten Wachdienst engagiert, und die Polizei fährt dort verstärkt Streife. Unterdessen haben sich nebenan auf dem Parkplatz der Sparkassen-Arena die Wogen geglättet. Dort hatte es Anfang dieses Jahres Ärger mit jungen Autofahrern gegeben. Vor allem am Wochenende versammelten sich abends und nachts immer wieder große Gruppen aus ganz Ostfriesland und Nachbarregionen. Sie drehten die Musik auf, ließen Motoren aufheulen und Reifen quietschen. Anwohner beschwerten sich über Lärmbelästigung.
Nach Rücksprache mit der Polizei und der Kreisverwaltung beschloss die Stadt Anfang Februar, die Nutzung des Parkplatzes abends und nachts zu unterbinden. Die Fläche ist jetzt durch ein Schild jeweils von 23 bis 6 Uhr gesperrt. Die Lage dort habe sich beruhigt, sagt Polizei-Pressesprecherin Wiebke Baden. „Da haben wir in letzter Zeit keine Einsätze mehr gehabt.“