CDU-Vorsitz
Schützenhilfe für Merz
Gibt es im Rennen um den CDU-Vorsitz am Ende einen lachenden Dritten? Der Landesverband Hessen will offenbar Helge Braun nominieren.
In knapp einer Woche endet die Bewerbungsfrist für den Top-Posten bei der CDU – und noch hat niemand seinen Hut in den Ring geworfen. Sowohl die erwarteten Wiederholungstäter Friedrich Merz und Norbert Röttgen als auch mögliche weitere Aspiranten möchten sich weibliche Team-Spieler dazu holen. Alle sind sozusagen auf Brautschau. Dass der Landesverband Hessen nun erwägt, Kanzleramtsminister Helge Braun ins Rennen zu schicken, zeigt, wie gespalten die Partei in der Führungsfrage ist. Und könnte Friedrich Merz am Ende den Sieg bescheren.
Helge Braun ist ein kluger Politiker, der in der Corona-Krise so ruhig wie unermüdlich den Kurs der Bundeskanzlerin vertrat und erklärte. Für einen Großteil der Partei dürfte er damit aber auch nicht gerade einen Neuanfang repräsentieren. Gut möglich, dass er als Mann der Mitte bei der Mitgliederbefragung um die gleichen Stimmen kämpft wie Norbert Röttgen – und Merz so ins Amt verhilft.
Die schleswig-holsteinische Bildungsministerin Karin Prien hat nun selbstbewusst erklärt, als schmückende Beiwerk für die Männer aus NRW nicht zur Verfügung zu stehen und einfach ihre Kandidatur als stellvertretende Parteivorsitzende angekündigt. Ein kluger Schachzug, weil sie sich damit unabhängig macht vom Erfolg der Herren. Der Posten dürfte ihr kaum zu nehmen sein.
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