Corona in Ostfriesland

Immer lautere Rufe nach bundesweiter 2G-Regelung

| | 10.11.2021 19:43 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Das Schild in einem Café dokumentiert den Wandel: Aus 3G wird 2G. Foto: Woitas/DPA
Das Schild in einem Café dokumentiert den Wandel: Aus 3G wird 2G. Foto: Woitas/DPA
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Immer mehr Politiker und Experten fordern bundesweit Einschränkungen für Ungeimpfte. Erich Wagner, Dehoga-Chef für Ostfriesland, möchte allerdings so lange wie möglich bei der 3G-Regel bleiben.

Ostfriesland - Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) dringt erneut auf ein schnelles Bund-Länder-Treffen zur Corona-Lage und Gespräche über eine bundesweite 2G-Regelung. „Ich glaube, wir sollten darüber zu einer Verständigung kommen deutschlandweit, dass wir nicht am Ende wieder einen Flickenteppich haben. Und 2G scheint ein probates Mittel zu sein, darüber müssen wir reden“, sagte der Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz am Mittwoch im Deutschlandfunk.

Angesichts der sich zuspitzenden Lage mehren sich die Rufe nach der bundesweiten 2G-Regelung. So plädierten etwa Linksfraktionschef Dietmar Bartsch und die Ärztegewerkschaft Marburger Bund dafür. SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil sprach sich für schärfere Kontrollen von Maßnahmen aus, insbesondere in der Gastronomie. „Es muss klar sein: Wer sich an das Kontrollieren der 3G- oder 2G-Nachweise als Betreiber nicht hält, der muss die Konsequenzen spüren“, sagte er der „Rheinischen Post“.

„Möglichst vielen Menschen Normalität bieten“

Niedersachsen hatte am Dienstag angekündigt, „schrittweise“ auf 2G umzustellen – ab diesem Donnerstag etwa bei Großveranstaltungen schon ab Warnstufe 1. Eine grundsätzliche Umstellung im Gastro- und Freizeitbereich schließt die Landesregierung nicht aus. Erich Wagner, Chef des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) für Ostfriesland, sagt: „Ich bin der Meinung, dass wir 3G so lange anwenden sollten wie möglich.“ Es wäre traurig, wenn ungeimpfte Familienmitglieder vom gemeinsamen Essen im Restaurant ausgeschlossen würden. „Wir wollen möglichst vielen Menschen Normalität bieten“, sagt er.

Er selbst habe sich so schnell wie möglich impfen lassen, sagt Wagner. Allerdings könne er auch nachvollziehen, dass sich einige Menschen noch nicht zu einer Impfung hätten bewegen können: „Sie sind viel zu wenig aufgeklärt worden“, sagt er. Die Regierung hätte viel mehr fürs Impfen werben müssen. „Wer beispielsweise am Smartphone eine Video-App öffnet, muss sofort einen Spot für die Impfung angezeigt bekommen“, so Wagner. Es müsse noch deutlicher werden, dass die Vorteile überwiegen würden – und nicht die möglichen Nebenwirkungen.

61 Prozent der Bevölkerung für 2G-Regelung

Einer repräsentativen Umfrage des Instituts Civey zufolge befürwortet eine Mehrheit der Bürger die 2G-Regel in Gastronomie und Freizeit. 61 Prozent der Befragten sind dafür.

Was die von Klingbeil geforderten schärferen Kontrollen angeht, schreibt Ralf Klöker vom Landkreis Wittmund, „dass regelmäßige, flächendeckende und anlasslose Kontrollen im großen Stil aus dem Ordnungsamt bisher nicht leistbar sind“ – es sei denn, man stelle einen eigenen Kontrolleur ein, wie es der Kreis Friesland im vergangenen Jahr getan habe. Es gebe allerdings keinen Anlass dafür, weil es keine Anzeichen dafür gebe, dass sich Gastronomen nicht an die Regeln hielten. Im Gegenteil, so Köker: „Viele nutzen bereits jetzt die Möglichkeit, auf freiwilliger Basis im Innenbereich auf die 2G-Regelung umzustellen.“ Auch gebe es bisher keine Anzeichen dafür, dass es in der Gastronomie zu Ansteckungen komme.

Laut Rainer Müller-Gummels sind auch im Landkreis Aurich keine Infektionsgeschehen in der Gastronomie bekannt. „Daher sind in diesem Bereich derzeit von unserer Seite keine Kontrollen geplant“, so der Pressesprecher. Er – wie auch Klöker – sagt allerdings, dass es anlassbezogene Kontrollen nach Hinweisen geben könne, doch: „Es liegen seit Monaten keine Hinweise aus der Bevölkerung vor.“ Annika Smit aus der Pressestelle des Landkreises Leer teilt mit: „Insbesondere wenn mit einer neuen Verordnung auch neue grundlegende Maßnahmen erlassen werden, wird verstärkt kontrolliert, um viele Bürgerinnen und Bürger in erster Linie für die Maßnahmen zu sensibilisieren“ – ohne bei leichten Verstößen direkt ein Verfahren einzuleiten.

Mit Material von DPA

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