Verkehr

Emder Verkehrsexperimente: Fortsetzung zeichnet sich ab

Heiko Müller
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Von Heiko Müller
| 11.11.2021 08:27 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Noch könnten Autofahrer die Neutorstraße vom Rathausplatz in Richtung Neutor-Arkaden befahren. Am 20. Dezember soll die Fahrtrichtung umgedreht werden. Foto: Ortgies
Noch könnten Autofahrer die Neutorstraße vom Rathausplatz in Richtung Neutor-Arkaden befahren. Am 20. Dezember soll die Fahrtrichtung umgedreht werden. Foto: Ortgies
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Drei Tage nach dem Bürgerdialog befasst sich der Fachausschuss des neuen Emder Rates an diesem Donnerstag mit den Verkehrsexperimenten in der Innenstadt. Die CDU geht auf Annäherungskurs zu Kruithoff.

Emden - Drei Tage nach dem Bürgerdialog zum Verkehr in der Emder Innenstadt wird sich der zuständige Fachausschuss des Stadtrates an diesem Donnerstag erneut mit den laufenden beziehungsweise geplanten Experimenten in der Neutorstraße und der Straße Am Delft befassen. Beobachter gehen davon aus, dass eine große Mehrheit dieses Gremiums dem Vorschlag der Stadtverwaltung zustimmen wird, die nach wie vor umstrittenen Versuche fortzusetzen.

Was und warum

Darum geht es: Die Politik stellt die Weichen für die Fortsetzung der umstrittenen Verkehrsexperimente in der Emder Innenstadt.

Vor allem interessant für: Verkehrsteilnehmer in Emden und alle, die sich für die Entwicklung der Stadt und die Zukunft der Innenstädte interessieren.

Deshalb berichten wir: An diesem Donnerstag befasst sich der zuständige Fachausschuss des Stadtrates erneut mit den umstrittenen Verkehrsversuchen. Wir blicken auf diese Sitzung voraus.

Den Autor erreichen Sie unter: h.mueller@zgo.de

Auch die CDU-Fraktion wird diesen Beschluss mittragen, nachdem der weitere Fahrplan der Stadt in der Zwischenzeit klarer geworden ist. Fraktionschef Gerold Verlee verlangt aber weitere Details zu der Zeitschiene, die die Stadtverwaltung am Montag beim Bürgerdialog vorgestellt hat. Zudem wollen die Christdemokraten wissen, wie die weiteren Modellversuche genau aussehen. „Wichtig ist, dass es einen klaren Fahrplan gibt“, sagte Verlee dieser Zeitung. In Stein gemeißelt sei aber auch während der Experimentierphase noch nichts. Es gelte, „auf Sicht zu fahren“.

Nach Kritik kommt jetzt Lob

Die CDU-Fraktion vollzieht damit quasi eine Kehrtwende. Sie hatte das bisherige Vorgehen von Oberbürgermeister Tim Kruithoff (parteilos) in den vergangenen Wochen scharf kritisiert, ihm Alleingänge vorgeworfen und zwischenzeitlich auch den sofortigen Stopp des Versuches in der Neutorstraße gefordert.

Nach einem Gespräch der CDU mit dem Verwaltungschef schlägt Verlee jetzt versöhnliche Töne an und geht auf Annäherungskurs zu Kruithoff. Der Oberbürgermeister habe „in den letzten Wochen und Monaten bewiesen, dass er den Willen hat, diese Stadt zu verändern und zu modernisieren“, heißt es in einer Stellungnahme des Politikers.

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Diese Haltung sei „nötig“ und die CDU sei Kruithoff „dankbar für seinen Arbeitseifer“. Vor wenigen Wochen hatte sich der Fraktionschef noch ganz anders über den Verwaltungschef geäußert, den sie bei dessen Wahl vor gut zwei Jahren unterstützt hatten.

Varianten werden vorgestellt

Die CDU besteht aber weiterhin darauf, dass der Rat als oberstes Organ der Stadt bei künftigen planerischen Eingriffen in den Verkehr mit solchen Ausmaßen vorher beteiligt wird. Solche Vorhaben könnten nicht allein Sache des Oberbürgermeisters oder der Stadtverwaltung sein. Die Fraktion hat einen entsprechenden Antrag in den Ausschuss eingebracht. Sie will es aber von den Aussagen Kruithoffs während der Sitzung abhängig machen, ob sie ihr Ansinnen zurückzieht oder aufrechterhält.

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In der Sitzung des Ratsausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt werden auch Ergebnisse eines Gutachtens vorgestellt, das die Stadt bei einem Verkehrsplanungsbüro in Hannover in Auftrag gegeben hatte. Die Experten haben verschiedene Varianten der Verkehrsführung für die Neutorstraße und die Straße Am Delft untersucht.

Nächste Stufe kommt im Dezember

Zudem wird es um die nächste Stufe der Verkehrsexperimente in der Neutorstraße gehen, die am 20. Dezember beginnen soll. Von diesem Tag an sollen Autofahrer den Abschnitt zwischen den Neutor-Arkaden und dem Rathausplatz nur in Richtung Delft befahren können, also in umgekehrter Richtung wie zurzeit. Das heißt auch, dass Kraftfahrer von der Straße Agterum wieder nach rechts in die Neutorstraße abbiegen können.

Ursprünglich war diese Änderung schon für den 6. Dezember vorgesehen. Laut dem Oberbürgermeister habe die Verwaltung sich zu der Verschiebung um zwei Wochen unter anderem auch deshalb entschieden, weil am 26. November auch die derzeit voll gesperrte Trogstrecke der Südumgehung vorübergehend wieder für den Kraftverkehr freigegeben wird und beide Regelungen zeitlich etwas entzerrt werden sollen. Von der Öffnung der Trogstrecke, die über den ganzen Winter befahrbar bleibt, erhoffen sich viele eine Entspannung des Verkehrs in der Innenstadt.

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