Wolfsburg/München

In Quarantäne: Muss Bayern München Kimmich weiterhin Gehalt zahlen?

Alexander Barklage
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Von Alexander Barklage
| 10.11.2021 12:59 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Joshua Kimmich musste von der Nationalmannschaft abreisen und befindet sich in München in Quarantäne. Foto: dpa/Swen Pförtner
Joshua Kimmich musste von der Nationalmannschaft abreisen und befindet sich in München in Quarantäne. Foto: dpa/Swen Pförtner
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Nach dem positiven Corona-Befund bei Niklas Süle mussten vier weitere DFB-Spieler aus Wolfsburg abreisen. Auch der ungeimpfte Joshua Kimmich ist dabei und könnte deshalb jetzt Gehaltseinbußen in Kauf nehmen müssen.

Der Wirbel am Dienstag war groß, als öffentlich wurde, dass Nationalspieler Niklas Süle positiv auf Corona getestet wurde. Der Bayern-Spieler ist bereits aus Wolfsburg abgereist und befindet sich in Quarantäne in München. Neben Süle mussten auch vier weitere Spieler, die mit ihm in Kontakt standen, nach Hause um sich dort in Quarantäne zu begeben. Unter den Spielern war auch Joshua Kimmich, der vor zwei Wochen bekanntgab noch nicht gegen Corona geimpft worden zu sein. 

Wann dürfen Süle, Kimmich und Co wieder spielen?

Jetzt stellt sich unter anderem die Frage, wie lange Süle und die anderen Spieler in Quarantäne müssen und ob es auch für die hochbezahlten Fußball-Millionäre eine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall gibt. Die Corona-Verordnung der Stadt München sieht vor: „Wenn Sie als bereits vollständig geimpfte Person mittels PCR-Test positiv auf das SARS-CoV-2 Virus getestet wurden, beträgt die Dauer der häuslichen Quarantäne in der Regel zunächst 7 Tage. Sollten Sie in dieser Zeit keine Symptome entwickeln, kann die Quarantäne mittels eines negativen PCR- oder Antigen-Schnelltests frühestens am 7. Tag beendet werden.“

Wann können die Spieler aus der Quarantäne?

Innenverteidiger Süle war im November 2020 schon einmal positiv auf das Coronavirus getestet worden. Weitere Tests wiesen jedoch keine Infektion nach, sodass er seine Isolation damals abbrechen durfte. Der DFB erklärte, dass Niklas Süle doppelt geimpft und bislang symptomfrei sei. Der Abwehrspieler könnte im besten Fall nach sieben Tage die Quarantäne beenden, wenn nach Ablauf der Zeit ein negativer PCR- oder Antigen-Schnelltest vorliegt und Süle keine Symptome mehr aufweist. 

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Dieses Szenario gilt aber nur für Geimpfte. Anders sieht es bei ungeimpften Kontaktpersonen aus, denn für diese gilt in München: „Zehn Tage häusliche Quarantäne ohne abschließenden Test, sieben Tage mit abschließendem negativem PCR- oder Antigen-Schnelltest.“ Joshua Kimmich und auch Serge Gnabry dürften frühestens am 19. November im Auswärtsspiel beim FC Augsburg wieder spielen. Die beiden Länderspiele am Donnerstag gegen Liechtenstein in Wolfsburg und am Sonntag in Eriwan gegen Armenien sind für beide tabu. Gnabry hatte bereits eine Corona-Infektion und gilt als genesen, aber das ist schon länger als sechs Monate her. Wäre das nicht der Fall, hätte er sich nicht in Quarantäne begeben müssen.

Bekommen Kimmich und Co in Quarantäne weiter Gehalt?

Niklas Süle als Geimpfter bezieht auch in Quarantäne weiterhin eine Lohnfortzahlung. Anders sieht es bei Nicht-Geimpften aus. Seit 1. November gilt bundesweit, dass ungeimpfte Bürger keinen Anspruch auf Verdienstausfall mehr haben. Ob der FC Bayern seine Spieler auch in diesem Zeitraum weiter bezahlen möchte, entscheidet der Verein selbst. Wie die „Bild“ ausgerechnet hat, wäre es im Fall von Joshua Kimmich ein Gehaltsausfall für eine Woche von circa 384.000 Euro. Angeblich verdient Kimmich, der seinen Vertrag erst im August bis 2025 verlängerte, momentan rund 20 Millionen Euro jährlich. Wie der Status bei den anderen betroffenen Bayern-Spieler aussieht, ist unklar. Bei Jamal Musiala und Eric-Maxim Choupo-Moting ist der Impfstatus nicht bekannt. 

Nach Meinung des Rechtsexperten Joachim Rain könnte der FC Bayern München das Gehalt von ungeimpften Spielern wie Joshua Kimmich für die Dauer einer verordneten Quarantäne einbehalten. „Ein juristisches Vorgehen dagegen hätte nur Erfolg, wenn die zugrundeliegenden Rechtsgrundlagen vom Gericht für unwirksam erachtet würden, etwa weil sie einen indirekten Impfzwang begründen. Dass ein Gericht dies so sieht, ist eher unwahrscheinlich“, sagte Rain bei Sport1.

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Süle nicht der erste Corona-Fall beim DFB und Bayern München

Der aktuelle Corona-Fall ist nicht der erste im Kreise der Nationalmannschaft. Im März musste der Mönchengladbacher Jonas Hofmann vor dem Start in die WM-Qualifikation aus dem DFB-Quartier abreisen. Auch der Leipziger Marcel Halstenberg durfte damals als Kontaktperson, er hatte mit Hofmann im Teamhotel Backgammon gespielt, nicht bleiben.

Zuvor hatte es im November 2020 viel Wirbel um mehrere Corona-Fälle beim damaligen Gegner Ukraine gegeben. Bis kurz vor dem Anpfiff stand damals eine Absage der Nations-League-Partie (3:1) in Leipzig im Raum. Wenige Tage später folgte die 0:6-Klatsche in Spanien. Bierhoff fühlte sich am Dienstag gleich „an das letzte Jahr erinnert“.

Mehrere Nationalspieler wie auch Thomas Müller haben sich seit Ausbruch der Pandemie auch bei ihren Vereinen mit dem Coronavirus angesteckt. Eindrücklich hatte sich im Vorjahr Ilkay Gündogan von Manchester City über seine Leidenszeit nach seiner Infektion geäußert und vor einem zu laschen Umgang gewarnt.

mit dpa-Material

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