Gesundheit

Erste Luftfiltergeräte stehen in Emder Klassenräumen

Mona Hanssen
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Von Mona Hanssen
| 08.11.2021 18:28 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Im Februar war die Grundschule am Wall komplett mit Luftentkeimern ausgestattet worden. Diese hatten Eltern und Sponsoren gezahlt. Foto: Archiv
Im Februar war die Grundschule am Wall komplett mit Luftentkeimern ausgestattet worden. Diese hatten Eltern und Sponsoren gezahlt. Foto: Archiv
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Kritiker hatten es nicht für möglich gehalten, doch in Emden sind jetzt die ersten Schulen mit Luftfiltergeräten ausgestattet. So läuft die Verteilung.

Emden - Die Verteilung der Luftfiltergeräte an Emder Schulen hat begonnen. Das teilt Stadtsprecherin Theda Eilers auf Nachfrage mit. Die Geräte sollen dabei helfen, das Risiko einer Virus-Übertragung in den Klassenräumen der Jahrgänge 1 bis 6 zu minimieren. Erst kurz vor den Sommerferien hatte das Land Niedersachsen verkündet, die Geräte jetzt doch zu fördern. Die Stadt Emden hatte sich daraufhin um die Fördergelder bemüht und Firmen um Angebote gebeten. Den Auftrag bekommen hatten die Firmen Supertek und Deichtec aus Emden.

„Über den Fachdienst Schule, Sport und Bildung sind Listen für die Verteilung der Geräte erstellt worden“, erklärt Eilers. Diese seien in Absprache mit den jeweiligen Ansprechpersonen der Schulen festgelegt worden. Die bestellten Luftreinigungsgeräte werden nach Größe der vorhandenen Räume verteilt. Gruppenräume werden mit den Geräten von Supertek ausgestattet. Von dieser kommen 20 Geräte. Die allgemeinen Unterrichtsräume erhalten die Geräte von Deichtec. Hier sind es 69 Geräte sowie 152 CO2-Ampeln. Die Firmen hätten mit den Schulen vereinbart, wann die jeweiligen Geräte geliefert und die Räume ausgestattet werden können.

Nachfrage ist groß

Gerd Janssen, Geschäftsführer von Supertek, teilt auf Nachfrage mit: „Alle Geräte sind ausgeliefert.“ 18 Schulen habe er bedient, die Grundschulen Grüner Weg und Westerburg hätten jeweils zwei Geräte bekommen. Zunächst werden, so hatte es die Stadt zuvor erklärt, Klassenräume ausgestattet, die schlecht bis gar nicht zu belüften sind. In zweiten Stockwerken etwa können Fenster oftmals nicht geöffnet werden. Erst vor knapp einem Jahr war Superteks Luftentkeimer auf den Markt gekommen, der die Luft filtert, in dem er Viren und Bakterien in der eingesogenen Luft mit UVC-Strahlung zerstört. „Wir fertigen in Emden mit Zulieferern aus der Umgebung“, erklärt er. Von der Materialknappheit sei er in dem Sinne nicht betroffen gewesen, weil er den Markt beobachtet und „klug eingekauft“ habe. Die Nachfrage sei weiterhin da. „Es gibt noch viel Potenzial“, sagt er.

„Wir fangen jetzt an“, sagt Bernhard Schönfuß von Deichtec. Die CO2-Melder würden seit Montag in den 18 Schulen verteilt. Die Luftentkeimer, die denen von Supertek ähnlich seien, aber mehr Luft auf einmal reinigten, kämen in dieser Woche und seien für zwölf Schulen bestimmt. Deichtec stelle die Entkeimer nicht selbst her, sondern kaufe diese von Herstellern, erklärt er. „Die können aber noch liefern“, betont er. Die Geräte müssten nun von Bayern hochgebracht werden. Er habe aber keine Zweifel daran, dass sie die Bedingungen wie im Vertrag mit der Stadt vereinbart erfüllen können. Insgesamt bestätigt auch er, dass „in den letzten Wochen verstärkt“ Kommunen Ausschreibungen für Luftfiltergeräte getätigt hätten. Er sehe aber noch eine Unsicherheit, was die genaue Organisation und Menge an Geräten betreffe. Die Stadt Emden hatte schon bevor die genaue Förderrichtlinie des Landes feststand, eine Bestandsaufnahme ihrer Klassenräume gemacht und Bedarfe geklärt. So hatte schnell eine Ausschreibung gemacht werden können.

Geräte ersetzen nicht prinzipiell das Lüften

Trotz der Geräte heißt es nicht, dass nicht mehr regelmäßig gelüftet werden muss, so weit das möglich ist. „Grundsätzlich gilt, dass die regelmäßige Lüftung der Räume durch das Öffnen von Fenstern, die technischen Maßnahmen nicht ersetzen“, erklärt Theda Eilers. Aber: je höher der Temperaturunterschied zwischen drinnen und draußen sei, desto schneller erfolge der Austausch durch Frischluft. Zusätzlich würden für alle Allgemeinen und Fachunterrichtsräume die genannten CO2-Wächter installiert. Die Melder geben Alarm, wenn der CO2-Gehalt in der Luft zu hoch und ein Austausch mit Frischluft nötig wird. „Dadurch kann effektiver gelüftet werden und die Kinder müssen nicht zu oft und lang kalten Temperaturen in den Klassenräumen ausgesetzt werden“, so die Stadtsprecherin. Oberstes Ziel der Stadt Emden sei und bleibe es, Infektionen zu vermeiden und somit die größtmögliche Präsenz von Schülerinnen und Schülern zu gewährleisten und zugleich deren Gesundheit bestmöglich zu schützen.

Die Wartung der Geräte für die nächsten beiden Jahre sei im Kaufpreis enthalten. „Weitergehende Wartungsverträge wurden bis dato nicht abgeschlossen, sind aber in den Ausschreibungen mit abgefragt worden und in der Vergabeentscheidung berücksichtigt“, so die Sprecherin. Zu den genauen Gesamtkosten will die Stadt sich noch nicht äußern, sondern „zunächst den gesamten Prozess der Bestellung, Lieferung, Aufbau, Funktion und Wartung abwarten, um dann eine genaue Kostenübersicht geben zu können“. Aber: In einer anfänglichen Berechnung hatte die Stadt mit Gesamtkosten von rund 172.000 Euro gerechnet für die Luftfiltergeräte wie auch CO2-Melder. 80 Prozent der Kosten soll vom Land übernommen werden. Die Stadt müsste dann 34.400 Euro zahlen.

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