Wetter
Auf nassen Oktober folgt arktische Kaltfront
Der Oktober war in vielen Punkten typisch herbstlich mit viel Regen und ein paar stürmischen Tagen. Es war aber auch wärmer und sonniger als üblich. Nun soll es aber deutlich kälter werden.
Emden - Etwas wärmer, sonniger und deutlich mehr Regen: So zeigte sich der erste richtige Herbstmonat dieses Jahres in Ostfriesland. Die Wetterstation am Emder Flugplatz maß im vergangenen Monat Temperaturen von durchschnittlich 11,5 Grad.
Dieser Wert liegt ein Grad über dem langjährigen Mittel in Höhe von 10,5 Grad. Am wärmstem war es demnach am 19. Oktober mit 17,6 Grad. Am kältesten am 10. Oktober mit 1,2 Grad.
Elf Eimer Wasser pro Quadratmeter
Besonders die Niederschlagsmengen im zurückliegenden Oktober sind auffällig im Vergleich zu den Ergebnissen der Vorjahre. Im Schnitt fielen 110,7 Liter pro Quadratmeter. Zum Vergleich: Im langjährigen Mittel, also in den Jahren von 1961 bis 1990, waren es 66,6 Liter. „Das sind 66 Prozent mehr“, wie Erwin Lachmann vom Deutschen Wetterdienst vorrechnet. Oder anders gesagt: Jeder Quadratmeter Boden musste elf Eimer Wasser aufnehmen. Das sind vier Eimer mehr als sonst üblich. „Es war ein sehr nasser Oktober, das kann man so sagen.“ Besonders viel geregnet hat es am 20. Oktober. Allein an diesem Tag fielen 15,8 Liter pro Quadratmeter. An fünf Tagen im Oktober blieb es trocken.
Auch wenn es mehr geregnet hat, so gab es nicht automatisch mehr Wolken. Zumindest fand die Sonne mehr Schlupflöcher als es für den Oktober sonst üblich ist. Mit 103,3 Sonnenstunden ließ sie sich knapp fünf Stunden länger blicken als im langjährigen Mittel, was einem Plus von fünf Prozent entspricht. „Daran kann man sehr gut die Entwicklung des Klimas ablesen“, erklärt Erwin Lachmann. „Wenn wir wärmere Luftmassen haben, können diese auch mehr Wasser aufnehmen. Wenn es dann regnet, dann meistens auch richtig.“
An zwei Tagen Bodenfrost
Sommertage, also Tage an denen das Thermometer über 25 Grad kletterte, gab es im Oktober keine mehr. Stattdessen gab es an zwei Tagen bereits Bodenfrost. „Das ist durchaus üblich für den Oktober, üblicherweise sogar etwas mehr“, so Lachmann. Am 10. Oktober sanken die Bodentemperaturen 2,3 Grad ins Minus, am Tag davor 0,9 Grad. Von einem Sturm kann Erwin Lachmann mit Blick auf die Wetterdaten an zwei Tagen im Oktober mit jeweils Windstärke 8 sprechen, und zwar am 2. und 22. Oktober.
Mit Blick auf die nächsten Tage kann man zu Mütze und Schal und vielleicht auch schon Handschuhen raten. Ab dem Wochenende erwarte uns nach Angaben von Erwin Lachmann in Ostfriesland ein weiteres Tief, ehe uns dann in der darauf folgenden Woche die erste arktische Kaltfront dieses Herbsts treffe. „Es wird also deutlich kälter“, so der Wetterbeobachter. Konkret heißt dies: nachts Frost und tagsüber Temperaturen um die fünf Grad.