Unwetter

Mehr als 250.000 Euro der Tornado-Schäden sind nicht gedeckt

| | 05.11.2021 14:12 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Der Ort Berumerfehn wurde völlig verwüstet. Archivfoto: Noglik
Der Ort Berumerfehn wurde völlig verwüstet. Archivfoto: Noglik
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Laut der Gemeinde Großheide ist ein ordentlicher Batzen der Tornado-Schäden nicht von Versicherungen abgedeckt. Dank vieler Spenden aus der Bevölkerung kann den Betroffenen zum Teil geholfen werden.

Großheide - Im Zuge der Spenden-Ausschüttung für die Tornado-Opfer in der Gemeinde Großheide sind in der Verwaltung Anträge mit einer Gesamtsumme von fast einer halben Million Euro eingegangen. Das berichtet auf Nachfrage Kämmerer Sebastian Meins. Wegen beispielsweise nicht ausreichender Versicherungen seien davon etwa 260.000 bis 300.000 Euro ungedeckt, so Meins. Gespendet wurden über „Ein Herz für Ostfriesland“, das Hilfswerk der Zeitungsgruppe Ostfriesland, und über die Gemeinde Großheide insgesamt etwa 85.000 Euro, die den Geschädigten zur Verfügung gestellt werden sollen. Um alle ungedeckten Kosten zu erstatten, wird das Geld also nicht reichen.

Nachdem ein Gremium, bestehend aus Gemeindebrandmeister Thomas Rohdemann, dem Großheider Dieter Fischer, einem Ingenieur und dem ausschließlich beratend tätigem Joachim Braun, Chefredakteur der Ostfriesen-Zeitung und des General-Anzeigers, grundsätzlich darüber entschieden hat, welche Antragsteller Geld bekommen, wird die Spendensumme aufgeteilt. Laut Bürgermeister Fredy Fischer bekommt dann anteilig jeder dasselbe. „Das heißt: Wenn die Quote bei 30 Prozent liegt, bekommt jemand mit 5000 Euro Schaden 30 Prozent davon, jemand mit 50.000 Euro Schaden 30 Prozent von diesem“, sagt der Verwaltungschef. Das sei eine individuell gerechte Verfahrensweise, findet er.

Fristverlängerung wegen fehlender Unterlagen

Inzwischen ist auch geklärt, wie genau das Geld ausgeschüttet wird: „Mit der Zusage bekommen die Bürgerinnen und Bürger nicht direkt das Geld überwiesen“, sagt Fischer. Stattdessen bekämen sie einen genauen Betrag genannt, mit dem sie rechnen könnten. Wenn die Rechnungen der beteiligten Gewerke vorliegen, müssten diese eingereicht werden, erst dann werde auch das Geld überwiesen. „Das ist praktikabel, weil ja auch erst mit der Rechnungsstellung Kosten für die Betroffenen entstehen“, so der Bürgermeister. Anteilig würden die Rechnungen dann von der Gemeinde beglichen. Aus Sicht der Verwaltung sei das das für alle Seiten sicherste und transparenteste Verfahren.

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Apropos Verfahren: Eigentlich hätte das Gremium längst tagen und die Zusagen schon erteilt werden sollen. Der Stichtag für die Antragseinreichung war schließlich Anfang Oktober. Damals hatte Fischer gesagt: „Das Gremium soll noch vor Ferienbeginn am 18. Oktober tagen.“ Daraus sei nichts geworden, weil bei einigen Anträgen noch wichtige Unterlagen gefehlt hätten, sagt der Bürgermeister. Dabei sei es etwa um Gutachten oder Unterlagen von Versicherungen gegangen. Um den Betroffenen die Chance zu geben, fehlende Dokumente nachzureichen, sei die Frist bis zum 15. November verlängert worden. „Was danach bei uns eingeht, kann aber wirklich nicht mehr berücksichtigt werden“, sagt Fischer. Und: Neue Anträge würden nicht mehr angenommen.

So können unsere Leser spenden

Auch weiterhin sammelt das Hilfswerk „Ein Herz für Ostfriesland“ der Zeitungsgruppe Ostfriesland (ZGO), zu der unsere Zeitung gehört, Spenden für die Gemeinde Großheide – inzwischen für den Wiederaufbau des Spielplatzes am Kompaniehaus.. Das Konto lautet: „Ein Herz für Ostfriesland gGmbH“, IBAN: DE28 2859 0075 0011 1112 01 bei der Ostfriesischen Volksbank eG, Leer. Bitte geben Sie als Verwendungszweck „Tornado Großheide“ an. Gespendet werden kann hier auch direkt über PayPal. Wer nicht möchte, dass sein Name in der Zeitung veröffentlicht wird, muss das auf der Überweisung vermerken. Jeder einzelne Spenden-Euro geht nach Großheide. Die Verwaltungskosten der „Ein Herz für Ostfriesland gGmbH“ werden komplett von der ZGO getragen. Es gibt keinerlei Verrechnungen oder Abzüge. Bis zu einer Spende von 199 Euro erkennt das Finanzamt den Einzahlungsbeleg an. Bei höheren Beträgen können Spendenquittungen ausgestellt werden. Nähere Informationen zur Quittung gibt es per E-Mail.