Bremen

SV Werder Bremen muss aus Nürnberg drei Punkte mitbringen

Hans-Jürgen Gundelach
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Von Hans-Jürgen Gundelach
| 04.11.2021 15:41 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Abwehrdirigent und Lautsprecher: Steht Jiri Pavlenka am Freitag in Nürnberg wieder zwischen den Bremer Pfosten? Unser Kolumnist hält das für eine gute Option. Foto: imago images/Comsport
Abwehrdirigent und Lautsprecher: Steht Jiri Pavlenka am Freitag in Nürnberg wieder zwischen den Bremer Pfosten? Unser Kolumnist hält das für eine gute Option. Foto: imago images/Comsport
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Der ehemalige Fußball-Profi Hans-Jürgen Gundelach analysiert exklusiv für das „Delmenhorster Kreisblatt“ die 2. Liga und die Spiele des SV Werder Bremen. Der Torhüter kam in 194 Erst- und Zweitligaspielen für Eintracht Frankfurt, den FC Homburg und den SV Werder zum Einsatz. In Bremen, wo er später Trainer im Nachwuchsleistungszentrum wurde, beendete er 1997 seine aktive Laufbahn. Er hat sich in Hude selbstständig gemacht und ist Coach in der Jugendabteilung des FC Hude.

Liebe Leser,

in der aktuellen Verfassung ist klar, dass es für den SV Werder Bremen gegen jeden Gegner schwer wird. Klar ist aber auch, dass ein Erfolg langsam lebenswichtig wäre, will man in Bremen noch ein Wörtchen um den Aufstieg in die 1. Liga mitreden.

Nürnberg ist immer ein unangenehmer Gegner

In Nürnberg ist Werder bei einem Gegner zu Gast, der ein anderes Kaliber ist als Dresden oder Sandhausen. Und in diesen Auswärtsspielen sahen die Jungs von Markus Anfang nicht wirklich gut aus. Ich hoffe, dass die Bremer es dieses Mal besser machen als zu meiner aktiven Zeit. Wenn wir zu Teams nach Frankfurt oder Nürnberg mussten, haben wir meist nicht viel geerntet und sind ohne Punkte wieder nach Hause gefahren.

Das Duo Ducksch und Füllkrug ist doch eine Option

Was mir gut gefallen hat und auch Hoffnung macht, ist, dass das Sturmduo Ducksch/Füllkrug gegen St. Pauli, entgegen meiner Erwartungen, gut harmoniert hat. Sollten die beiden in Nürnberg wieder zusammen in der Anfangsformation stehen, können sie mit ihrer physischen Präsenz vorne Druck auf die gegnerische Abwehrreihe ausüben und Lücken reißen, in die dann torgefährliche Mittelfeldspieler stoßen können. Nur leider gibt es davon bei Werder Bremen nicht ganz so viele. Romano Schmid oder Leonardo Bittencourt sehe ich noch am ehesten dazu in der Lage. Zudem brauchen die beiden Stoßstürmer vorne Unterstützung und Bälle, das Mittelfeld muss nachrücken und Werder muss aus einer stabilen Abwehr herausspielen. Wenn sie das hinbekommen, sehe ich gute Chancen, in Nürnberg was Zählbares mitzunehmen.

Ob die spielerische Klasse von Werder Bremen ausreicht?

Ich gehe davon aus, dass Nürnberg, anders als St. Pauli, von Anfang an Gas geben wird und den eigenen Fans etwas bieten möchte. Ich rechne auch damit, dass Nürnberg mindestens ein Tor erzielen wird, und das musst du als Werder Bremen dann eben auch schaffen. Nur fehlt mir da eigentlich die spielerische Klasse nach vorne. Ich lasse mich aber natürlich gern eines Besseren belehren.

Im Defensivverbund sollte Jiri Pavlenka mit zunehmender Spielpraxis den Laden wieder besser zusammenhalten. Ist er fit und kommt wieder in den Rhythmus, ist er für mich ein absoluter Leader, der vorangehen kann. In die Rückkehr von Ömer Toprak hege ich ehrlich gesagt nicht allzu viele Hoffnungen, auch wenn er grundsätzlich ein Spieler ist, von dessen Qualität die Bremer nicht sonderlich viele weitere Akteure im Kader haben. Mir ist der Spielertyp aber zu launisch und seine Qualität bringt er nur auf den Platz, wenn er Lust und einen guten Tag hat. Beide Situationen gibt es aber nicht so oft, auf mich wirkt das manchmal eher etwas lustlos und frustriert.

In Nürnberg und generell muss jeder mitmachen. Das heißt für mich auch, bei Ballverlusten unverzüglich zurück ins System - sonst bist du ganz schnell weg vom Fenster. Und verzeichnest sowohl in Nürnberg als auch am Ende der Saison einen Ernteausfall.

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