Stadtentwicklung

Freibad Borssum: Ausschreibung muss erneuert werden

Gordon Päschel
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Von Gordon Päschel
| 04.11.2021 16:28 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Das Freibad Borssum kann seit Jahren nicht genutzt werden, die Anlage muss aufwendig saniert werden. Die Stadt sucht Firmen, die die Rohbauarbeiten zu einem akzeptablen Preis erledigen wollen. Foto: Päschel/Archiv
Das Freibad Borssum kann seit Jahren nicht genutzt werden, die Anlage muss aufwendig saniert werden. Die Stadt sucht Firmen, die die Rohbauarbeiten zu einem akzeptablen Preis erledigen wollen. Foto: Päschel/Archiv
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Nächste Woche will die Stadt das Ausschreibungsergebnis für die Sanierung des Freibads Borssum offenlegen. Aber offensichtlich gibt es Probleme: Es stockt erneut beim umstrittenen Millionenprojekt.

Emden - Die Zeit drängt: Im Frühjahr 2022 soll die Sanierung des seit fast fünf Jahren gesperrten Freibads Borssum beginnen. Ziel ist, dass dort spätestens im darauffolgenden Jahr wieder geschwommen werden kann. Doch auch der bereits mehrfach verschobene Termin gerät erneut in Zweifel. Offensichtlich findet die Stadt bislang keine Unternehmen, die bereit sind, die marode Freizeitanlage innerhalb der festgesetzten Budgetgrenzen vollständig wieder flottzumachen. Wie aus der digitalen Vergabeplattform des Landes Niedersachsen hervorgeht, sind zentrale Arbeitsaufträge in dieser Woche noch einmal neu ausgeschrieben worden.

Was und warum

Darum geht es: die geplante, umstrittene und schwierige Sanierung des Freibades Borssum

Vor allem interessant für: Borssumerinnen und Borssumer, die auf die Wiedereröffnung des gesperrten Bades warten sowie die politischen Entscheidungsträger, die die Mittel für das Millionenprojekt verantworten

Deshalb berichten wir: In dieser Woche endete das Ausschreibungsverfahren für die Arbeitsaufträge. Bei Recherchen dazu fiel der Redaktion auf, dass zentrale Teile erneut ausgeschrieben wurden.

Den Autor erreichen Sie unter: g.paeschel@zgo.de

Konkret handelt es sich um Zimmereraufgaben sowie wesentliche Rohbauarbeiten, die den Abbruch des alten Beckens und die Betonsohle des Bades beinhalten. Sie sollen als einer der ersten Schritte im März anfangen. Weil im ersten Anlauf offenbar kein passendes Angebot einging, sind am Dienstagmittag im Vergabeportal diese Arbeiten veröffentlicht worden – ohne Angabe von Fristen. Die Stadtverwaltung und Oberbürgermeister Tim Kruithoff (parteilos) schweigen dazu auf Nachfrage dieser Redaktion. Die Pressestelle verweist lediglich darauf, dass das Ausschreibungsverfahren noch laufe.

Kosten verursachen Bauchschmerzen

Eigentlich sollten in dieser Woche Ergebnisse vorliegen. Am Mittwoch endeten die letzten Ausschreibungen zu einem ganzen Bündel an Sanierungsmaßnahmen. Ursprünglich wollte die Stadt sie sichten und in der nächsten Woche am Donnerstag vorstellen. Als erstes sollten die Mitglieder eines Runden Tisches sowie die Politik informiert werden.

Das Datum wird auch deswegen mit Spannung erwartet, weil dann feststehen sollte, wie teuer die Wiedereröffnung des aus Sicherheitsgründen geschlossenen Bades wird. Weil der Umfang und die Kosten der Sanierung sich immer weiter ausgeweitet hatten, verständigten sich die Fraktionen des Emder Rates auf eine Deckelung: Mehr als 3,3 Millionen Euro darf es demnach nicht kosten. Schon diese Summe bereitet etlichen Ratsmitgliedern große Bauchschmerzen. Für eine erneute Steigerung aber bräuchte es eine politische Mehrheit.

„Wir kriegen Schwierigkeiten mit Hannover“

In der größten Fraktion, der SPD, warnt Harald Hemken mit Blick auf die finanzielle Situation der Stadt: „Wir kriegen Schwierigkeiten mit Hannover. Irgendwann müssen wir die Reißleine ziehen, so ehrlich müssen wir sein.“ Dass ein wesentlicher Bestandteil der Ausschreibung wiederholt werden muss, überrascht ihn ebenso wie Mitglieder anderer Fraktionen. Offensichtlich hatte die Verwaltung die Politik bis Donnerstag nicht darüber informiert: „Ich habe keine Kenntnis davon“, so Hemken.

Ahnungslos zeigt sich auch Pastor Wolfgang Ritter, der sich in Borssum in einem Förderverein für das Bad engagiert und Teil des Runden Tisches ist, der in der nächsten Wochen zusammenkommt. Der Vorstand des Fördervereins tagte am Dienstagabend. Von der erneuten Ausschreibung habe bei dem Treffen niemand etwas gewusst, sagt Ritter. Die neue Entwicklung beunruhigt ihn nicht. „Ich bin immer noch optimistisch, dass das Bad wieder aufmacht“, sagt er. Allerdings stellt sich Ritter gedanklich darauf ein, dass die vereinbarte Deckelung nicht gehalten werden könnte. „Ich glaube, da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen“, so der Pastor.

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