Reisen im Privatjet

„Wir alle“ – nur Ursula von der Leyen nicht?

Rena Lehmann
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Ein Kommentar von Rena Lehmann
| 04.11.2021 13:08 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Wirbt beim Klimagipfel in Glasgow für mehr Anstrengungen, um die Erderwärmung zu stoppen: EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Foto: Mitchell/Imago Images
Wirbt beim Klimagipfel in Glasgow für mehr Anstrengungen, um die Erderwärmung zu stoppen: EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Foto: Mitchell/Imago Images
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Die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen fordert mehr Anstrengungen beim Klimaschutz von allen – nur nicht von sich selbst. Auch eine 50-Kilometer-Strecke legte sie mit dem Privatjet zurück.

Für die deutsche EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ist es mehr als ein PR-Gau. Während die Welt in Glasgow darum ringt, den Klimawandel aufzuhalten, wird bekannt, dass sie im Sommer im Privatjet durch Europa flog und dabei auch eine Strecke von nicht einmal 50 Kilometern mit dem Flieger zurücklegte. Von der Leyen hat sich an die Spitze des ambitionierten europäischen „Green Deal“ gestellt und in ihrer Rede in Glasgow nicht weniger verlangt, als dass Europa der erste klimaneutrale Kontinent wird. Wir müssten alles dafür tun, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen; „wir alle“, so sagte es von der Leyen, müssten viel mehr Tempo machen.

Beim „wir alle“ meinte sie ganz offensichtlich nicht sich selbst. Es ist zwar grundsätzlich albern, Politikern in Spitzenämtern mit vielen Terminen an verschiedenen Orten das komfortable Reisen zu versagen. Niemand wird erwarten, dass die EU-Kommissionspräsidentin beim Staatsbesuch mit dem Drahtesel vorfährt. In diesem Fall aber hat von der Leyen es übertrieben. Wenn „wir alle“ etwas tun sollen, um die Erderwärmung auszubremsen, müssen auch Politiker – wo möglich – mit gutem Beispiel vorangehen. Sieben Länder in zwei Tagen mit dem Privatjet, nur um Präsenz zu zeigen? Das kostet nebenbei auch viel Steuergeld – und von der Leyen ihre Glaubwürdigkeit beim Klimaschutz.

Den Autor erreichen Sie unter mantel@zgo.de

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