Berlin
50 Kilometer im Privatjet: Die Hybris der Ursula von der Leyen
Ursula von der Leyen fordert mehr Anstrengungen beim Klimaschutz von allen - nur nicht von sich selbst.
Für die deutsche EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ist es mehr als ein PR-Gau. Während die Welt in Glasgow darum ringt, den Klimawandel aufzuhalten, wird bekannt, dass sie im Sommer im Privatjet durch Europa flog und dabei auch eine Strecke von nicht mal 50 Kilometern mit dem Flieger zurücklegte. Von der Leyen hat sich an die Spitze des ambitionierten europäischen „Green Deal“ gestellt und in ihrer Rede in Glasgow nicht weniger verlangt, als dass Europa der erste klimaneutrale Kontinent wird. Wir müssten alles dafür tun, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen; „wir alle“, so sagte es von der Leyen, müssten viel mehr Tempo machen.
Keiner erwartet, dass von der Leyen mit dem Fahrrad vorfährt
Beim „wir alle“ meinte sie ganz offensichtlich nicht sich selbst. Es ist zwar grundsätzlich albern, Politikern in Spitzenämtern mit vielen Terminen an verschiedenen Orten das komfortable Reisen zu versagen. Niemand wird erwarten, dass die EU-Kommissionspräsident beim Staatsbesuch mit dem Drahtesel vorfährt. In diesem Fall aber hat von der Leyen es übertrieben. Wenn „wir alle“ etwas tun sollen, um die Erderwärmung auszubremsen, müssen auch Politiker - wo möglich - mit gutem Beispiel vorangehen. Sieben Länder in zwei Tagen mit dem Privatjet, nur um Präsenz zu zeigen? Das kostet nebenbei auch viel Steuergeld - und die Kommissionspräsidentin ihre Glaubwürdigkeit beim Klimaschutz.