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Alec Baldwin weist Vorwürfe zu Sicherheitsmängeln an Filmset zurück

Jan-Malte Wortmann
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Von Jan-Malte Wortmann
| 03.11.2021 20:06 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Hollywoodstar Alec Baldwin (63) hatte am 21. Oktober bei Dreharbeiten versehentlich eine Kamerafrau erschossen. Foto: dpa/Charlie Neibergall
Hollywoodstar Alec Baldwin (63) hatte am 21. Oktober bei Dreharbeiten versehentlich eine Kamerafrau erschossen. Foto: dpa/Charlie Neibergall
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Alec Baldwin hat auf Instagram Kommentare eines Crewmitglieds geteilt, in denen die Zustände am Filmset von „Rust“ verteidigt werden. Zuvor waren Vorwürfe zu Sicherheitsmängeln lauter geworden.

Nach den tödlichen Schüssen am Filmset des Westerns „Rust“, bei dem die Kamerafrau Halyna Hutchins erschossen und der Regisseur Joel Souza verletzt worden waren, hat sich nun die Kostümdesignerin Terese Magpale Davis zu den Zuständen während der Dreharbeiten geäußert. Ihre Kommentare wurden von Hollywoodstar Alec Baldwin mit der Überschrift „Lesen Sie dies“ in einem Instagram-Post geteilt. Darin weist Davis die Vorwürfe zurück, dass die Dreharbeiten chaotisch und unsicher und die gesamte Filmcrew überarbeitet gewesen seien. Diese Behauptungen seien schlichtweg falsch. Laut ihren Aussagen habe es mehrere Meetings zum Thema Sicherheit gegeben, manchmal sogar mehrmals am Tag.

Crewmitglieder hatten Sicherheitsmaßnahmen kritisiert

Über die Umstände an dem Filmset hatten sich zuvor schon andere Mitglieder des Filmteams geäußert. So schrieb der für die Elektrik zuständige Serge Svetnoy auf Facebook, er habe „Fahrlässigkeit und Unprofessionalität“ erlebt und mache diese für die Tragöde verantwortlich. Darüber hinaus gab es Berichte über Crewmitglieder, die das Set nach einem Streit über Unterkunft und Arbeitszeiten verlasse hätten. Auch auf diese Vorwürfe geht Terese Magpale Davis in ihren Kommentaren ein. Die Behauptungen, dass Arbeitstage mehr als zwölf Stunden lang gewesen seien und den Kameraleuten keine Hotelzimmer zur Verfügung gestanden hätten, seien nicht wahr.

Diese Erklärungen der Kostümdesignerin Terese Magpale Davis teilte Alec Baldwin auf seiner Instagram-Seite

Waffenmeisterin verteidigt

Bei den Dreharbeiten hatte der Schauspieler Alec Baldwin, der auch Produzent des Films ist, mit einer Waffe gefeuert, die nicht hätte geladen sein dürfen. Nach diesem Unfall waren vor allem der Regieassistent David Halls und die Waffenmeisterin Hannah Gutierrez Reed in die Kritik geraten. Denn Halls war derjenige, der Baldwin die Waffe aushändigte. Doch die Waffenmeisterin ist diejenige, die für die am Set verwendeten Waffen zuständig ist. In den von Baldwin geteilten Kommentaren wurde die 24-jährige Waffenexpertin aber gegen Vorwürfe der Unerfahrenheit verteidigt. Ihre Qualifikationen seien passend für den Film gewesen, und sie habe eine derartige Position bereits bei einem ähnlichen Fall innegehabt, schrieb die Kostümdesignerin Davis.

Regieassistent Halls hatte sich Anfang der Woche das erste Mal öffentlich geäußert und erklärte, er sei „schockiert und traurig“. Halyna Hutchins sei „einer der talentiertesten Menschen, mit denen ich gearbeitet habe“ und außerdem eine Freundin gewesen.

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Polizeiliche Ermittlungen laufen, Dreharbeiten eingestellt

Die örtlichen Behörden untersuchen den Fall. Ob eine Anklage erhoben wird und gegen wen sich diese wenden wird, sei zu diesem Zeitpunkt noch nicht abzusehen, erklärte die Staatsanwaltschaft. Die Produktion von „Rust“ wurde auf unbestimmte Zeit eingestellt.

Der Fall löste außerdem eine Debatte über die Verwendung funktionsfähiger Schusswaffen an Filmsets aus. In den von Baldwin geteilten Kommentaren von Terese Magpale Davis erklärte diese, sie werde dafür kämpfen, dass nie wieder scharfe Waffen bei Dreharbeiten zugelassen werden. Eine solche Forderung wurde zuvor bereits von 200 Personen aus der Branche unterzeichnet und veröffentlich, darunter die bekanntesten Kameraleute Hollywoods.

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