Hannover

Niedersachsens Gesundheitsministerin macht Druck auf Berlin

Lars Laue
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Von Lars Laue
| 03.11.2021 12:15 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Niedersachsen will den Ablauf der Impfstoff-Bestellungen entbürokratisieren und beschleunigen. Foto: Sebastian Gollnow/dpa
Niedersachsen will den Ablauf der Impfstoff-Bestellungen entbürokratisieren und beschleunigen. Foto: Sebastian Gollnow/dpa
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Am Donnerstag beginnt die Gesundheitsministerkonferenz der Länder und des Bundes. Niedersachsen hat eine klare Forderung im Gepäck.

Niedersachsens Gesundheitsministerin Daniela Behrens kritisiert im Vorfeld der an diesem Donnerstag beginnenden Gesundheitsministerkonferenz den 14-tägigen Vorlauf bei der Bestellung von Covid-Impfstoffen und macht Druck auf Berlin. „Das ist ein Zustand, den wir so nicht hinnehmen können. Der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister muss hier dringend neue und pragmatischere Vereinbarungen mit dem Arzneimittelgroßhandel treffen, die eine flexiblere Planung der Impfungen vor Ort ermöglichen“, sagte die SPD-Politikerin am Mittwoch gegenüber unserer Redaktion.

Genügend Impfstoff vorhanden

Grundsätzlich gelte, dass in Deutschland ausreichend Impfstoff zur Verfügung stehe, um allen dafür in Frage kommenden Menschen eine Auffrischungsimpfung anbieten zu können und gleichzeitig weiter Erst- und Zweitimpfungen vorzunehmen. „In der Realität scheitert es vor Ort aber zum Teil an den unnötig langen Lieferfristen der Impfstoffe“, ärgert die Ministerin sich darüber, dass momentan sowohl die Arztpraxen als auch die mobilen Teams mit einem 14-tägigen Vorlauf Impfstoff bestellen müssen, ohne zu wissen, wie hoch der Bedarf zwei Wochen später wirklich sein wird.

Niedersachsen macht sich für unbürokratischen Bestellablauf stark

Gerade vor dem Hintergrund, dass sich die Studienlage und die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (Stiko) insbesondere zu den Booster-Impfungen „sehr kurzfristig ändern können“, werde Niedersachsen dieses Thema auf der bevorstehenden Konferenz der Gesundheitsminister der Länder und des Bundes ansprechen. „Wir werden uns für einen unbürokratischeren Ablauf der Bestellungen einsetzen“, kündigte Behrens gegenüber unserer Redaktion an.

Mehr als 160.000 Corona-Auffrischungsimpfungen in Niedersachsen

Unterdessen haben mehr als 160.000 Menschen in Niedersachsen bislang eine Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus bekommen. Das geht aus Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) hervor. Bundesweit sind es demnach etwas mehr als zwei Millionen. Seit Ende August haben 111.000 Menschen in niedersächsischen Arztpraxen eine Corona-Auffrischungsimpfung erhalten. Unter ihnen seien 83.000 über 60-Jährige, teilte die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) mit. Der KVN-Vorstandsvorsitzende Mark Barjenbruch rief dazu auf, sich erst mit dem Wunsch nach einem Impftermin an die Arztpraxen zu wenden, wenn man tatsächlich an der Reihe sei. Die  Stiko empfiehlt eine Auffrischungsimpfung etwa allen über 70-Jährigen und Vorerkrankten - allerdings frühestens sechs Monate nach der zweiten Impfung. Ein zeitlicher Verzug sei unkritisch, sagte Barjenbruch. „Der Impfschutz verfällt nicht plötzlich.“

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