Hannover

Volle Kraft voraus für Booster-Impfungen

Lars Laue
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Von Lars Laue
| 03.11.2021 11:45 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Sowohl die Arztpraxen als auch die mobilen Teams müssen aktuell Impfstoff mit einem 14-tägigen Vorlauf bestellen, ohne zu wissen, wie hoch der Bedarf zwei Wochen später wirklich sein wird. Foto: David Young/dpa
Sowohl die Arztpraxen als auch die mobilen Teams müssen aktuell Impfstoff mit einem 14-tägigen Vorlauf bestellen, ohne zu wissen, wie hoch der Bedarf zwei Wochen später wirklich sein wird. Foto: David Young/dpa
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Die Corona-Lage spitzt sich wieder zu. Die Bestellung von Impfstoff benötigt aber einen zweiwöchigen Vorlauf. Das muss schneller gehen. Ein Kommentar.

Welcher Arzt, welches mobile Impfteam soll heute verlässlich sagen können, wieviel Impfstoff in zwei Wochen benötigt wird? Genau das aber macht das momentan extrem unflexible und schwerfällige Bestellsystem nötig. Sowohl die Arztpraxen als auch die mobilen Teams müssen ihren Impfstoff mit einem 14-tägigen Vorlauf ordern.

Bei Lebensmitteln gäbe es einen Aufschrei

Was wohl los wäre, wenn es einen solch langen Vorlauf beispielsweise im Lebensmitteleinzelhandel gäbe? Mehl? Nudeln? Reis? Obst? Fleisch und Käse? Momentan aus, aber bestellt und in zwei Wochen im Supermarkt. Das gäbe einen Aufschrei.

Keine wertvolle Zeit verlieren

Angesichts der steigenden Corona-Infektionen und der coronabedingten Einweisungen in Krankenhäuser aber haben wir keine Zeit zu verlieren. Nochmal: Impfen ist das wirksamste Mittel gegen Corona und zum Glück haben wir Impfstoffe, noch dazu in ausreichendem Maße. Da kann es nicht angehen, dass zwischen Bestellung und Lieferung ein halber Monat liegt. Andere Arzneimittel sind in Deutschland schließlich auch innerhalb weniger Stunden oder zumindest von einem auf den anderen Tag verfügbar, wenn sie vor Ort nicht vorrätig sind.

Mehr mobile Teams und Impfzentren wieder öffnen

Hier muss Tempo rein, müssen bürokratische Hürden beiseitegeschafft und die Lieferketten überarbeitet und gestrafft werden. Außerdem dürfen die Arztpraxen mit den so wichtigen Auffrischungsimpfungen insbesondere für ältere und vorerkrankte Menschen nicht alleine gelassen werden. Die aktuell für Booster-Impfungen in Frage kommenden Gruppen müssen vom Land angeschrieben und zur Auffrischung ermuntert werden. Außerdem gehören mehr mobile Impfteams auf die Straße und ist es völlig unverständlich und ein schwerer Fehler, dass das Land nicht einmal über die Wiedereröffnung von Impfzentren nachdenkt, sondern diese Option kategorisch ausschließt.

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