Umwelt
Neue Klimaschutzmanagerin kommt ohne Auto aus
Wie kann Aurich den Ausstoß von Treibhausgasen verringern? Um diese Frage kümmert sich Klimaschutzmanagerin Dr. Katharina Heidtmann. Die 29-Jährige geht mit gutem Beispiel voran.
Aurich - Die Stadt Aurich hat eine neue Klimaschutzmanagerin. Dr. Katharina Heidtmann ist seit dem 1. Oktober im Amt – und lebt aus Überzeugung ohne Auto. Die 29-jährige Sozialwissenschaftlerin soll sich laut einem Ratsbeschluss von Juni 2019 um Fragen der Energieversorgung und Verkehrsentwicklung kümmern, Umwelt- und Klimaschutzprojekte koordinieren und Fördermittel einwerben. Sie erarbeitet unter anderem Vorschläge, wie Aurich den Ausstoß von Treibhausgasen verringern kann – ob im Verkehr, in privaten und öffentlichen Gebäuden oder in Unternehmen. Die Personalkosten werden zu zwei Dritteln vom Bundesumweltministerium getragen.
Aurich hatte bislang kein Glück mit der Besetzung der Stelle. Eine Kandidatin, die bereits zugesagt hatte, sprang aus persönlichen Gründen kurzfristig ab. Auch der Ersatzkandidat machte in letzter Minute einen Rückzieher. Daraufhin wurde die Stelle neu ausgeschrieben. Am 1. Dezember 2020 fing Evelyn Brudler aus Oldenburg an. Nach nur acht Monaten kündigte sie.
Mit dem Rad zur Arbeit
Nun also ein neuer Versuch. „Ich freue mich, hier zu sein“, sagte Heidtmann am Montag in einem Pressegespräch im Rathaus. Im Unterschied zu ihrer Vorgängerin hat sie ihren Wohnsitz sogleich von Oldenburg nach Aurich verlegt. Die 29-Jährige fährt mit dem Rad zur Arbeit und nutzt ansonsten Bus und Bahn.
Heidtmann hat in Oldenburg und Groningen studiert und zwei Masterabschlüsse. Beide haben mit dem Thema Umweltschutz zu tun. Als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Uni Oldenburg promovierte sie über Umweltpolitik. In ihrem Studium befasste sie sich unter anderem mit klimaschädlichen Subventionen. Den Umgang mit kurzen und arbeitsintensiven Projekten sei sie gewohnt, sagte die neue Mitarbeiterin im Rathaus. Ziel der Projektstelle ist die Erarbeitung eines Integrierten Klimaschutzplans.
Die Stelle der Klimaschutzmanagerin ist bis zum 31. Januar 2023 befristet. Bürgermeister Horst Feddermann (parteilos) deutete jedoch eine mögliche Verlängerung an. „Das Thema Klimaschutz wird im Januar 2023 nicht zu Ende sein. Es gewinnt an Bedeutung.“ Entscheiden muss darüber der Rat.