Interview
Was Aurich für den Klimaschutz tun kann
Die neue Auricher Klimaschutzmanagerin Dr. Katharina Heidtmann lehnt es ab, die Verantwortung auf Indien, China oder die USA abzuwälzen. „Ich finde es gut, wenn man bei sich selbst anfängt“, sagt sie.
Aurich - Dr. Katharina Heidtmann ist seit dem 1. Oktober Klimaschutzmanagerin der Stadt Aurich. Zu ihren Aufgaben gehört es, ein Klimaschutzkonzept für die Stadt Aurich zu entwickeln. Wir sprachen darüber mit der 29-Jährigen.
Frage: Frau Dr. Heidtmann, Sie haben sich in Ihrem Studium mit dem Thema klimaschädliche Subventionen beschäftigt. Welche Subvention sollte man aus Ihrer Sicht zuallererst abschaffen?
Dr. Katharina Heidtmann: Das ist eine ganz schön schwierige Frage. Ich habe mich in meiner Bachelorarbeit mit der Frage befasst, inwiefern sich klimaschädliche Subventionen auf die CO2-Emissionen auswirken. Das war eine quantitative Analyse, die international angelegt war. Da habe ich mir angeschaut, in welchen Ländern die klimaschädlichen Subventionen besonders hoch sind und ob ein Zusammenhang mit dem CO2-Ausstoß besteht. Da müsste ich noch mal in den Datensatz reinschauen.
Frage: Im Moment wird unter anderem über die Pendlerpauschale, die Steuerbefreiung für Kerosin und das Dienstwagenprivileg diskutiert. Da würden Sie also nicht spontan eine Subvention als besonders klimaschädlich brandmarken?
Heidtmann: Nein, das kann ich nicht konkretisieren. Generell geht es im Klimaschutz darum, die Treibhausgas-Emissionen zu reduzieren. Das heißt, es geht immer auch um fossile Brennstoffe.
Frage: Sie machen gerade eine Bestandsaufnahme. Wie wäre es, wenn alles so bliebe in Aurich?
Heidtmann: Wir lassen von einer externen Dienstleisterin verschiedene Szenarien entwickeln. Da geht es um die Frage, wie hoch die Treibhausgas-Emissionen sein werden und wie sehr das zur Erderwärmung beiträgt, wenn wir einfach so weitermachen wie heute. Nach dem Pariser Klimaabkommen soll die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad gehalten werden, damit wir nicht diese extremen Klimafolgen zu spüren bekommen.
Frage: Was konkret muss sich in Aurich ändern, damit wird 2045 klimaneutral sind?
Heidtmann: Das herauszufinden ist meine Aufgabe. Es wird ein Maßnahmenkatalog entwickelt, der sich unter anderem auf die städtischen Gebäude bezieht, aber auch auf Mobilität, Industrie und private Haushalte. Klimaschutz ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Da müssen wir alle ran, und das gucke ich mir jetzt an.
Frage: Und da kann auch eine Stadt durchaus etwas ausrichten? Manche sehen die Verantwortung eher bei Ländern wie China, Indien und den USA.
Heidtmann: Ich finde es immer gut, wenn man erst mal bei sich selbst anfängt. Wir sollten den Handlungsspielraum nutzen, den wir haben, um unseren Beitrag zu leisten. Auch die kommunale Ebene muss ihr Möglichstes tun, um die Klimaschutzziele zu erreichen.