Emder Stadtsportbund

Jugend: Mehr Geld für Sport und Freizeit soll fließen

Mona Hanssen
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Von Mona Hanssen
| 30.10.2021 17:28 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Der TuS Rot-Weiß Emden hat schon einen Kunstrasenplatz (siehe Foto), ebenso wie Eintracht Emden. Kommt jetzt ein dritter Platz? Foto: J. Doden/Archiv
Der TuS Rot-Weiß Emden hat schon einen Kunstrasenplatz (siehe Foto), ebenso wie Eintracht Emden. Kommt jetzt ein dritter Platz? Foto: J. Doden/Archiv
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Der neue Vorsitzende des Emder Stadtsportbunds, Peter Bartsch, will verstärkt junge Menschen involvieren. Millionen sollen aus Hannover für Kinder und Jugendliche fließen. Emder sind gefragt.

Emden - Peter Bartsch hat als neuer Vorsitzender des Emder Stadtsportbunds (SSB) schon erste Akzente gesetzt. Beim ersten Stadtsporttag in Corona-Zeiten, der in der Oberschule Borssum am Sonnabend zusammenkam, verjüngte er den Vorstand bereits. „In jedem Verein sind 18 bis 20 Prozent der Mitglieder Kinder und Jugendliche“, sagte er. Deswegen sollten diese auch stärker im SSB vertreten sein, in dem 56 Emder Vereine organisiert sind. Er schlug Eike Bergmann als beratendes Mitglied im Vorstand vor. Der 19-Jährige ist Leistungssportler und engagiert sich im neu gegründeten Jugendparlament der Stadt. Man wünsche einen „regen Austausch“ zum Gremium der jungen Menschen, um deren Ideen in die Planung der Sportlandschaft einbringen zu können, so Bartsch.

Was und warum

Darum geht es: Es gibt einen Generationswechsel beim Emder Stadtsportbund. In Zukunft sollen junge Menschen mehr Mitsprache haben.

Vor allem interessant für: Emderinnen und Emder, Sport-Interessierte

Deshalb berichten wir: Am Sonnabend kam der Stadtsportbund in Emden zusammen. Nach rund 19 Jahren verabschiedete sich der Vorsitzende Hans-Jürgen Wehmhörner. Sein Nachfolger, Peter Bartsch, hat einiges vor.

Die Autorin erreichen Sie unter: m.hanssen@zgo.de

Eine Umfrage im Rahmen der Sportentwicklungsplanung in Emden habe außerdem ergeben, dass alle Vereine mit zwei Problemen zu kämpfen hätten, die mit einer besseren Nachwuchsförderung gelöst werden könnten. „Neue Vorstände und Übungsleiter fehlen“, so der neue Vorsitzende. Man müsse schon früh ansetzen, um junge Menschen zu motivieren, damit diese dem Verein langfristig erhalten blieben. Er brachte ins Gespräch, dass es einen Preis geben sollte, wie beispielsweise die im Landkreis Leer vergebene „Löppt! Mitnanner“-Auszeichnung. Diese werde an ehrenamtlich aktive junge Menschen verliehen. „Wir müssen sie bei der Stange halten und ihnen Wertschätzung entgegen bringen“, betonte Bartsch.

Zehn Millionen aus Hannover

Das sehe er auch im Bereich Leistungssport. Es gebe derzeit niemanden in Emden, der regelmäßig bei Olympia oder in der Bundesliga antrete. „Das ist nicht zufriedenstellend.“ Man müsse verhindern, dass Talente frühzeitig abwanderten - im Fußball gingen die Jungs etwa nach Meppen, die Mädchen nach Aurich. Durch eine „Sportler des Jahres“-Wahl und einen Fairplay-Preis wolle er mehr Motivation schaffen.

Der ehemalige und der neue Vorsitzende des Emder Stadtsportbunds: Peter Bartsch (rechts) nimmt in Zukunft die Rolle von Hans-Jürgen Wehmhörner ein. Foto: Hanssen
Der ehemalige und der neue Vorsitzende des Emder Stadtsportbunds: Peter Bartsch (rechts) nimmt in Zukunft die Rolle von Hans-Jürgen Wehmhörner ein. Foto: Hanssen

Reiner Mensen, alter und neuer stellvertretender Vorsitzender für Finanzen, sprach über zwei Geldtöpfe, die in Hannover bereitstünden. Jeweils fünf Millionen Euro gebe es ihm zufolge für Anfängerschwimm-Angebote sowie für Freizeitsinitiativen für Jugendliche. Schwimmkurse haben in Corona-Zeiten selten stattgefunden, der Nachholbedarf ist groß. „Das wird unheimlich forciert“, sagte Mensen. Aus Emden könnten sich Vereine auf eine finanzielle Unterstützung in den Bereichen bewerben. „Wir müssen alles in Bewegung setzen und etwas von dem Geld abfordern“, betonte Mensen. Der Stadtsportbund sieht sich als Dienstleister für Vereine und als Mittler zwischen den Vereinen, der Politik und der Verwaltung auf Stadt- wie Landesebene.

In der Oberschule Borssum kam der Stadtsportbund am Sonnabend das erste Mal in Corona-Zeiten wieder zusammen. Foto: Hanssen
In der Oberschule Borssum kam der Stadtsportbund am Sonnabend das erste Mal in Corona-Zeiten wieder zusammen. Foto: Hanssen

Empfehlung: 2G-Regel für Vereine

Bis 2035 soll ein neuer Sportentwicklungsplan erstellt werden, erklärte auch Oberbürgermeister Tim Kruithoff (parteilos) beim Sporttag. Das Ziel dessen sei es unter anderem ein sportliches Angebot für Menschen jedes Alters bereitzuhalten. „Wir werden neue Ideen brauchen“, sagte er. Er sprach davon, „digitale Pausen“ zu schaffen, aber auch Handys in den sportlichen Rahmen einzubinden. Auch mehr Sport im öffentlichen Raum, also etwa im Park, sei denkbar.

Man müsse durch moderne Sportstätten konkurrenzfähig gegenüber kommerziellen Anbietern sein, sagte Michael Koop vom Landessportbund. Vom Harz bis zum Meer sollten die gleichen Sportangebote in Vereinen möglich sein. Und: Integration wie Inklusion müssten vorangebracht werden. „Menschen mit Behinderung sollten den Sport machen dürfen, den sie wollen“, betonte er. Um Menschen in Corona-Zeiten auch beim Sport zu schützen, empfahl er, dass Vereine die 2G-Regelung durchsetzen, also nur Geimpfte und Genesen am Angebot teilnehmen dürfen.

Wunsch: Dritter Kunstrasenplatz für Emden

Ein großes Thema beim Stadtsporttag: die Verabschiedung von Hans-Jürgen Wehmhörner. Rund 19 Jahre hatte er den Vorsitz. Am Sonnabend wählten die Delegierten ihn zum Ehrenvorsitzenden. Gemeinsam habe man es in den zurückliegenden fast zwei Jahrzehnten geschafft, den Stadtsportbund aus seinem „Mauerblümchen-Dasein“ zu holen und eine langfristige Budgetierung erreicht. Von vormals 50.000 Euro unter Alt-Oberbürgermeister Alwin Brinkmann zu 100.000 Euro unter Alt-Oberbürgermeister Bernd Bornemann, stünden jetzt rund 400.000 Euro im Jahr zur Verfügung - aus Geldern von der Stadt, dem Land und den Vereinsbeiträgen.

„Es sind noch nicht alle Ziele erreicht“, betonte er. Man wünsche sich noch einen dritten Kunstrasenplatz für Emden. Es müsse genau festgestellt werden, was für ein Investitionsstau vorliege. Auch die Digitalisierung nannte er als wichtigen Punkt für die Zukunft. Als Ehrenvorsitzender soll Wehmhörner, so der Wunsch von Bartsch, dem neuen Vorstand in den kommenden Jahre noch beratend zur Seite stehen. Der neue Vorstand setzt sich zusammen aus: Peter Bartsch (Vorsitz), Reiner Mensen (Finanzen), Sylvia Daniel-Labohm (Sportabzeichen), Jan Junker (Vereine/Schulen), Benjamin Breuer (Sport) und Reiner Bruns (Organisation).

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