Verkehr
Hatzum: Geschwindigkeitsdisplays wecken neue Hoffnung
Viele Hatzumer beklagen seit langem brenzlige Situationen auf der Dorfstraße. Verkehrsbehörde und Polizei sehen aber keinen Anlass für die Einrichtung einer Tempo-30-Zone. Nun keimt neue Hoffnung auf.
Hatzum - In der Vergangenheit hatte es mehrfach Bemühungen gegeben, in der Dorfstraße Tempo 30 einzuführen. Die scheiterten allerdings, weil sich Verkehrsexperten einig sind. Die Strecke ist ihrer Auffassung nach kein Unfallschwerpunkt. Nach einem schweren Unfall im September vergangenen Jahres, bei dem ein Fahrzeug in eine Wand eines Wohnhauses gekracht war, flammte die Diskussion wieder auf. Eine Lösung im Sinne der Anwohner ist aber aber immer noch nicht in Sicht.
Mit Verweis auf Corona war der geplante Ortstermin, an dem auch Anwohner teilnehmen wollten, immer wieder verschoben worden. Nun wird wohl gar nichts mehr daraus. „Das Straßenverkehrsamt und die Polizei haben mitgeteilt, dass sie nicht einem weiteren Ortstermin teilnehmen werden“, teilte der Jemgumer Bürgermeister Hans-Peter Heikens in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses mit. Viele Bewohner der Ortschaft können diese Haltung von Polizei und Straßenverkehrsbehörde nicht nachvollziehen. Sie erleben in der Ortsdurchfahrt von Hatzum fast täglich brenzlige Situationen. Viele Autofahrer und auch Motorradfahrer sind nach ihrer Beobachtung auf der Dorfstraße mit hohem Tempo unterwegs. Wegen einer Kurve ist die Straße schlecht einsehbar. Wegen der Fahrzeuge, die am Straßenrand parken, kommt es bei Gegenverkehr zu gefährlichen Bremsmanövern. Hinzu kommt, dass die Strecke vor allem in der Fremdenverkehrssaison wegen der vielen Ditzum-Besucher stark frequentiert ist.
Neuanschaffung macht Hoffnung
Nach den Worten von Bürgermeister Hans-Peter Heikens würden Polizei und Verkehrsbehörde nach wie vor keine Notwendigkeit für eine Veränderung durch verkehrsberuhigende Maßnahmen auf der K15 in der Ortsdurchfahrt von Hatzum sehen. In der Vergangenheit hatte es von Anliegern immer wieder Forderungen gegeben, in der Dorfstraße Tempo 30 einzuführen. Die scheiterten aber jedesmal, weil die Strecke nicht als Unfallschwerpunkt gilt.
Ortsvorsteher Ento Wübbena setzt neue Hoffnung in zwei mobile Tempomessgeräte. Wie der Bürgermeister in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses mitteilte, hatte der Verwaltungsausschuss als wichtigstes Gremium nach dem Gemeinderat die Anschaffung dieser Messgeräte beschlossen. Sie erfassen nicht nur die Geschwindigkeit, sondern auch die Verkehrsbewegung. Gezählt werden kann dadurch auch die Anzahl der vorbeifahrenden Fahrzeuge. „Vielleicht erhalten wir so eine neue Diskussionsgrundlage“, so Wübbena. Bei bisherigen Verkehrsmessungen hätten die Messgeräte an einem Punkt gestanden, an dem verkehrsbedingt keine gar hohen Geschwindigkeiten gefahren werden können. „Dadurch hatten die Werte keine Aussagekraft über die tatsächliche Situation in der Ortsdurchfahrt.“