Freizeit

Ostfriesen lassen sich Weihnachtsfeiern nicht verbieten

Gabriele Boschbach
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Von Gabriele Boschbach
| 28.10.2021 17:28 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Dirk Bieler von der Firma Stahlbau Ihnen hatte vor einem Jahr eine Kampagne an Stelle von Weihnachtsfeiern präsentiert. Foto: OZ-Archiv
Dirk Bieler von der Firma Stahlbau Ihnen hatte vor einem Jahr eine Kampagne an Stelle von Weihnachtsfeiern präsentiert. Foto: OZ-Archiv
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Im vergangenen Jahr sind viele Weihnachtsfeiern wegen Corona ausgefallen. In diesem Jahr ist die Buchungslage in vielen Gaststätten aber wieder so, als hätte es keine Pandemie gegeben.

Ostfriesland - Um Lebkuchen, blinkenden Christbaumschmuck und Zimtduft im Dekogeschäft kann der Kunde seit Mitte Oktober in den Geschäften keinen Bogen mehr machen. Höchste Zeit also, sich mit der Frage nach einer Firmen-Weihnachtsfeier zu beschäftigen. Im vergangenen Jahr mussten die Arbeitnehmer wegen der Corona-Pandemie auf dieses gesellige Beisammensein verzichten. Wie sieht es jetzt aus? Sind die Unternehmen bereit, ihren Mitarbeitern das ausgelassene Feuern bei Glühwein und Würstchen zu gestatten? Dafür vielleicht sogar eine Lokalität anzumieten?

Was und warum

Darum geht es: Run auf Lokale wegen der Buchung von Weihnachtsfeiern. Nachzügler müssen sich sputen.

Vor allem interessant für: Unentschlossene, die ihre Planung für die Weihnachtsfeier abstimmen müssen.

Deshalb berichten wir: Um einen Anhaltspunkt für die eigene Weihnachtsfeierbuchung zu haben.

Die Autorin erreichen Sie unter: g.boschbach@zgo.de

Die Gaststätten in Ostfriesland können sich offenbar vor Anfragen wegen Weihnachtsfeiern kaum retten. Das hat eine Umfrage dieser Zeitung in einigen Restaurants und Kneipen ergeben. Der Tenor: Die Buchungslage sei so gut wie in Vor-Coronazeiten, hieß es. Man merke, dass viele Menschen geradezu darauf brennen, wieder an einem Tisch zu sitzen, Bier oder Wein zu trinken, zu klönen und den Alltag hinter sich zu lassen.

Ein Mitarbeiter kontrolliert die Regeln

„Wir haben sehr viele Anfragen für unsere sechs Säle, aber auch für die Tische im Restaurant Pittoresk“, sagte Alina Krüger. Die Direktorin des Hotels am Schloss in Aurich sprach davon, dass die ersten Reservierungen bereits Ende September eingegangen seien. Bei Bedarf schnürten ihre Mitarbeiter ein individuelles Party-Paket für die jeweilige Gesellschaft. Wichtiger Bestandteil: Ein Mitarbeiter werde für die Kontrolle der Corona-Regelungen abgestellt. Er überprüfe, ob die Gäste geimpft oder genesen seien. „So können wir sicherstellen, dass man ohne Abstand und Maske feiern darf“, sagte Alia Krüger. Derzeit gebe es noch einige Buchungslücken. „Wenn jemand mit mehr als 20 Personen feiern möchte, wird es terminlich allerdings schon eng.“

Offenbar ist bei vielen die Angst gewichen, dass sich Weihnachtsfeiern zu sogenannten Superspreader-Veranstaltungen entwickeln könnten. Das bestätigte Erich Wagner. Der Chef des ostfriesischen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) sagte, dass er von vielen seiner Kolleginnen und Kollegen gute Rückmeldungen erhalten habe, was die Buchung von Weihnachtsfeiern anbelange. „Die Menschen wollen einfach endlich wieder feiern. Sie suchen die Gemeinschaft“, ist sich Erich Wagner sicher. Niemand finde langfristig großen Gefallen daran, irgendwo anonym zu feiern.

Geld in Gutscheine gesteckt

Viele Firmen sind nämlich im vergangenen Jahr in den digitalen Raum ausgewichen, haben dort Reden der Vorstände per Livestream übertragen. Sehr beliebt waren auch Gastro-Gutscheine, die einige Firmen an ihre Mitarbeiter ausgegeben hatten. So hatte etwa die Firma Stahlbau Ihnen jedem ihrer 170 Beschäftigten sowie etlichen ehemaligen Mitarbeitern einen Gastronomie-Gutschein im Wert von jeweils 100 Euro geschenkt. Marketing-Leiter Dirk Bieler hatte gesagt, dass Weihnachtsfeiern in seinem Unternehmen traditionell fest verankert seien. Sie böten der Geschäftsführung eine Möglichkeit, den Mitarbeitern einmal auf besondere Art und Weise Danke zu sagen. Die rund 20.000 Euro, die man dafür ausgebe, habe man in Gutscheine gesteckt.

Eine direkte Anfrage bei einigen großen ostfriesischen Firmen ergab, dass manch einer sich noch keine Gedanken über das Thema Weihnachtsfeier gemacht hat. Oder zu dem Entschluss gekommen ist, keine auszurichten. Das ist etwa bei der Leeraner Handelsfirma Bünting der Fall. „Wir richten keine Feier aus“, sagte Firmensprecherin Martina Monsees. Zu den Gründen wollte sie keine Stellung nehmen. Auch bei der Auricher Stadtverwaltung gab es eine negative Reaktion auf unsere Anfrage, allerdings hat das nichts mit der Corona-Pandemie zu tun. „Wir organisieren schon seit mehr als 25 Jahren keine Weihnachtsfeiern für unsere Mitarbeiter mehr“, sagte Stadtsprecher Johann Stromann. Nach Feierabend könne natürlich jeder machen, was er wolle. Es sei in einigen Abteilungen ein schöner Brauch, dass man sich zu einer internen Weihnachtsfeier in einem Lokal oder auch privat treffe.

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