Arbeitsmarkt
Arbeitslosenzahl wieder auf Vor-Krisen-Niveau
Corona hat den Arbeitsmarkt auch in Ostfriesland hart getroffen. Im Oktober konnte jedoch wieder die Arbeitslosenquote von vor der Pandemie erreicht werden. Das liegt vor allem an jungen Leuten.
Leer/Nürnberg - Zumindest der Arbeitsmarkt in Ostfriesland scheint die Krise vorerst überwunden zu haben: Im Oktober lag die Arbeitslosenquote erstmals wieder auf dem Niveau von vor der Corona-Pandemie, wie die Agentur für Arbeit Emden-Leer am Donnerstag mitteilte. Die Quote lag demnach im Oktober in der Region bei 5,5 Prozent, und fiel damit genauso aus wie im Oktober 2019. Vor einem Jahr hingegen – zu Beginn der zweiten Corona-Welle in Deutschland – hatte die Quote laut Mitteilung noch 6,4 Prozent betragen.
Der Rückgang bei den Arbeitslosenzahlen zeichne sich in allen Personengruppen ab, heißt es von der Agentur. Wie schon im September sei die Entwicklung typischerweise jedoch vor allem bei jüngeren Menschen positiv. Die Agentur nennt hierfür zwei Gründe: den Beginn des Ausbildungsjahres sowie den Beginn des Wintersemesters für Studierende.
Viele Geringqualifizierte sind von Auswirkungen betroffen
Derzeit profitiere aber auch das Hotel- und Gaststättengewerbe: „Trotz der sinkenden Temperaturen verzeichnen wir selbst in den Küstenregionen weiterhin einen leichten Rückgang der Arbeitslosenzahlen“, wird Roland Dupák, Chef der Agentur für Arbeit Emden-Leer, in der Mitteilung zitiert. „Reisen im Inland sind nach wie vor beliebt und auch die Herbstferien sorgen dafür, dass die Saison im Hotel- und Gaststättengewerbe nach wie vor anhält.“
Die Auswirkungen der Pandemie seien aber dennoch weiterhin spürbar – besonders im Bereich des Arbeitslosengelds II, also bei Hartz-IV-Empfängern. Auch Beschäftigte, die zuvor auf 450-Euro-Basis gearbeitet hätten, oder Solo-Selbstständige müssten inzwischen häufiger Grundsicherung bei den Jobcentern beantragen. Dupák: „Auffällig ist außerdem, dass überproportional Geringqualifizierte von den Auswirkungen der Pandemie betroffen sind, die vor der Krise beispielsweise Helfertätigkeiten ausgeübt haben, während viele Fachkräfte die Arbeitslosigkeit inzwischen wieder beenden konnten.“
In ganz Deutschland bessert sich die Lage
Auch bundesweit ist die Zahl der Arbeitslosen dank einer anhaltenden Herbstbelebung im Oktober kräftig auf 2,377 Millionen gesunken. Das sind 88.000 weniger als im September und 383.000 weniger als im Oktober vergangenen Jahres, wie die Bundesagentur für Arbeit mitteilte. Die bundesweite Arbeitslosenquote sank im Oktober um 0,2 Punkte auf 5,2 Prozent.
„Die Folgen der Corona-Krise auf dem Arbeitsmarkt sind zwar noch sichtbar, werden aber kleiner“, sagte der Vorstandschef der Bundesagentur, Detlef Scheele. „Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung sinken kräftig, Beschäftigung und die Nachfrage der Unternehmen nach neuem Personal nehmen zu und Kurzarbeit ist weiter rückläufig“, sagte er.
Zwischen dem 1. und dem 24. Oktober hatten Betriebe für 93.000 Personen Kurzarbeit angemeldet. Wie viel tatsächlich davon in Anspruch genommen wird, entscheidet sich aber erst später. Die neuesten Daten für die tatsächliche Inanspruchnahme stammen aus dem August. In diesem Monat zahlte die Bundesagentur für 760.000 Menschen Kurzarbeitergeld. Dies ist deutlich weniger als auf dem Höhepunkt der Corona-Pandemie, als knapp sechs Millionen Menschen in Deutschland in Kurzarbeit waren.
Mit Material von DPA