Osnabrück

So sparen Sie mit 50 Euro im Monat ein kleines Vermögen für Ihr Kind

Corinna Clara Röttker
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Von Corinna Clara Röttker
| 28.10.2021 12:21 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Konfettiregen: Viele Eltern wollen, dass der Nachwuchs ohne finanzielle Sorgen in sein eigenes Leben starten kann. Foto: Rafa Cortas / Imago Images
Konfettiregen: Viele Eltern wollen, dass der Nachwuchs ohne finanzielle Sorgen in sein eigenes Leben starten kann. Foto: Rafa Cortas / Imago Images
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Niedrigzinsen und hohe Inflationsraten lassen Sparer verzweifeln. Wie können Eltern da noch am besten für ihr Kind sparen? Experten geben einen Überblick über sinnvolle Geldanlagen für den Nachwuchs.

Früher war die Sache klar: Oma und Opa gingen zur Bank und haben für ihre Enkelkinder ein Sparbuch eröffnet. Früher gab es auch noch Zinsen, richtig üppige sogar. Heute gehen die Zinsen für Einlagen gegen Null, Sparbücher gibt es kaum noch und steigende Inflationsraten fressen zunehmend das Ersparte auf.

Viele Eltern fragen sich da, wie sie noch am besten für ihr Kind Geld anlegen können. Die Bandbreite ist groß und reicht von Junior Depots, Sparplänen bis hin zu Festgeldangeboten. Doch welche Geldanlage ist sinnvoll?

Entscheidend ist zunächst der Zeithorizont. Für Geld, das in absehbarer Zeit nicht benötigt wird, gibt es im Grunde zwei Möglichkeiten: Festgeld oder Aktien.

Aktien: Beste Renditechancen, höchstes Risiko

Die besten Renditechancen bieten Aktien, sie bergen allerdings auch das größte Risiko. Da der Nachwuchs in der Regel aber einen langen Anlagehorizont hat, lassen sich Kursschwankungen an der Börse über die Jahre aussitzen. Der Anlagehorizont sollte entsprechend mindesten zehn Jahre betragen, raten Experten. 

Die oberste Devise ist dabei die Risikostreuung: Anleger sämtlicher Altersklassen sollten ihr Geld nicht auf wenige Einzelaktien setzen, sondern in viele Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen und Ländern investieren, sagt Thomas Schlüter vom Bundesverband deutscher Banken (BDB). „Der Einstieg in Einzelwerte eignet sich für Kinder allenfalls bei größeren Depots. Wer in Aktien für seine Kinder investiert - und das ist grundsätzlich sinnvoll - sollte lieber ETF oder einen Fonds wählen.“ ETF sind börsengehandelte Indexfonds, die einen Aktienindex wie beispielsweise den Dax abbilden. Sinnvoll ist hier Experten zufolge ein Sparplan mit monatlichen Raten. Diese beginnen oftmals schon ab zehn Euro im Monat.

Kostenlose Depots für Kinder

„Wer einen breit aufgestellten Index wählt, hat gute Chancen eine Rendite oberhalb der Inflationsrate zu erwirtschaften“, sagt Michael Herte von der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein. Das bestätigt auch Stiftung Warentest: Demnach erwirtschafteten weltweit anlegende ETF in der Vergangenheit im Durchschnitt über einen Zeitraum von 18 Jahren eine Sparplanrendite von 7,8 Prozent pro Jahr. Bei einer Sparrate von monatlich 50 Euro wären nach 18 Jahren so durchschnittlich 23.000 Euro zusammengekommen. 

„ETF-Sparpläne haben zudem den Vorteil, dass sie geringe Abschluss- und Verwaltungskosten verursachen“, sagt Herte. Stiftung Warentest zufolge sollten bei einer monatlichen Sparrate von 50 Euro Kosten für einen Sparplan von höchstens zehn Euro pro Jahr anfallen. Darüber hinaus bieten viele Banken für Minderjährige unter 18 Jahren kostenlose Depots an. Zudem lässt sich die Sparrate jederzeit nach oben oder unten anpassen oder auch mal ganz aussetzen.

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Festgeldkonto als Alternative

Eltern, denen das Risiko an den Aktienmärkten zu groß ist, können sich für ein Festgeldkonto entscheiden. Dabei wird ein Sparbetrag für einen festgelegten Zeitraum zu einem garantierten Zinssatz angelegt. Stiftung Warentest zufolge bieten zwar nur wenige Banken attraktive Festgeldkonten für unter 18-Jährige mit Laufzeiten zwischen fünf und zehn Jahren an. Doch je nach Anlagebetrag und -dauer sei zwischen 0,51 und einem Prozent Rendite pro Jahr drin. Und: Geht die Bank pleite, sind die Einlagen bis 100.000 Euro abgesichert.

Das beste Angebot bei zehn Jahren Laufzeit bietet Stiftung Warentest zufolge die Bausparkasse Mainz. Hier gibt es für das Ersparte ein Prozent Zinsen pro Jahr.

Bevor ein Konto eröffnet wird, sollte allerdings vorab geklärt werden, auf welchen Namen dieses eingerichtet wird. Dies ist beispielsweise für die Steuer relevant: „Erträge auf Kapitaleinkünfte sind von den Eltern zu versteuern“, sagt Herte. Auf Kinderkonten sind diese 2021 hingegen bis 10.581 Euro steuerfrei.

Hin und wieder gibt es laut Stiftung Warentest zudem noch ordentlich verzinste Sparkonten für Kinder, allerdings meist nur für kleinere Geldbeträge. Ein Beispiel ist den Angaben zufolge die Stadtsparkasse München, die ein Führerschein-Sparen mit einem Zins von einem Prozent anbietet - allerdings nur bis zu einem Guthaben von 3.000 Euro.

Vorsicht bei verlockenden Angeboten

Auch Herte hält das Sparkonto nach wie vor für sinnvoll. „Spareinlagen sind das sicherste und kalkulierbarste Fundament für die Geldanlage der Kinder“, sagt er. „Ohne dieses Sparen gäbe es keine Möglichkeit eine Anschaffung zu tätigen.“ Die geringe variable Verzinsung sollte laut Herte dabei nicht abschrecken, „und wer weiß, vielleicht steigen die Zinsen in den nächsten Jahren wieder an.“

Doch egal wie Eltern sich auch entscheiden, Schlüter vom BDB rät bei der Auswahl der Geldanlage für Kinder behutsam vorzugehen: „Vorsicht bei verlockenden Angeboten, die häufig auch auf Social Media Plattformen geteilt werden. Je höher die Rendite, umso größer ist das Risiko - bis hin zu einem Totalausfall.“

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