Finanzen
Klärwerksanierung in Weener wird deutlich teurer
Ursprünglich hat die Stadt Weener für die Sanierung des Klärwerks 1,7 Millionen Euro eingeplant. Nun werden die Baumaßnahmen deutlich teurer als geplant. Das hat möglicherweise Folgen für die Bürger.
Weener - Seit mehr als fünf Jahren plant die Stadt Weener schon die Erweiterung und die energetische Sanierung des Klärwerks am Emsdeich. Die Arbeiten werden sich mindestens noch bis ins Jahr 2023 hinziehen. Ursprünglich war die Stadt von einer Investitionssumme von 1,7 Millionen Euro ausgegangen. Inzwischen rechnet man dort mit Mehrausgaben von mindestens einer halben Millionen Euro. Das bestätigte Bauamtsleiter Andreas Sinningen bei einem Ortstermin auf dem Klärwerksgelände am Dienstag.
Was und warum
Darum geht es: Allgemeine Kostensteigerungen wirken sich auch auf öffentliche Bauvorhaben aus. Die Erweiterung und Sanierung des Klärwerks in Weener wird eine halbe Millionen Euro teurer.
Vor allem interessant für: Einwohner der Stadt Weener, die ans Kanalnetz angeschlossen sind.
Deshalb berichten wir: Die Stadt Weener hatte interessierte Vertreter des Rates und die Presse zu einer Besichtigung des Klärwerks eingeladen. Die Autorin erreichen Sie unter: t.gettkowski@zgo.de
Als Grund für die erheblichen Mehrkosten nannte Klärwerksleiter Bernhard Walderstein, der gerade seine Meisterausbildung im Bereich der Abwassertechnik macht, allgemeine Kostensteigerungen im Bausektor. Die Anlage muss energetisch saniert werden. Die Elektrotechnik entspricht nicht mehr den Vorschriften. „Sämtliche Schaltschränke und die Steuerung müssen erneut werden“, so Walderstein. Durch die Erneuerung der Gebläse und der Belüftungstechnik, soll die Anlage leistungsfähiger werden. Für die energetische Sanierung hat die Stadt einen Zuschuss in Höhe von 200.000 Euro erhalten.
Anlage soll effektiver werden
Eine wichtige Aufgabe ist nach den Worten des Klärwerksleiters die Umstellung der Anlage auf den sogenannten Kaskadenbetrieb. „Derzeit läuft das Abwasser parallel in die drei sogenannten Belebungsbecken. Künftig soll es die Becken nacheinander durchlaufen.“ Das Bündel all dieser Maßnahmen soll helfen, die hohen Energiekosten der Anlage zu drosseln und die Leistungsfähigkeit zu erhöhen. Die Anlage soll künftig eine deutlich höher Abwassermenge bewältigen. „Sie wird praktisch gerade fit gemacht, um auch das Abwasser aus Diele aufnehmen zu können“, so Bauamtsleiter Andreas Sinningen. Die Grundlage zur Zusammenlegung beider Anlagen werde derzeit geschaffen.
Mittelfristig soll das Klärwerk Diele aufgegeben werden. Die Anlage wurde 1980 gebaut und war damals auf 2000 Einwohner ausgerichtet. Sie ist allerdings nur etwa zur Hälfte ausgelastet. „Derzeit wird dort noch das Abwasser von 1240 Einwohnern gereinigt“, so Walderstein. Bereits 2015 hatte ein Experte der Stadt empfohlen, die Anlage in Diele stillzulegen. Nach der derzeitigen Planung soll das Abwasser aus Diele künftig über eine Druckrohrleitung zum Pumpwerk nach Stapelmoor und von dort zur Kläranlage nach Weener geleitet werden. Laut Sinningen könnte diese Maßnahme in den kommenden vier bis fünf Jahren umgesetzt werden. Für die Verlegung der Druckrohrleitung seien nicht nur Grundstückskäufe erforderlich. „Vorher muss das Pumpwerk für diese Zwecke noch aufgerüstet werden.“
Energiekosten sollen sinken
Ein Großprojekt wurde bereits abgeschlossen. Für die sechs Klärwerksmitarbeiter wurde die Anlage mit einem sogenannten Schwarz-Weiß-Bereich ausgestattet. Das vorhandene Betriebsgebäude hat einen Anbau bekommen. Dort können die Mitarbeiter sich umziehen, Ersatzkleidung lagern und ihre verunreinigte Kleidung wechseln. Auch Büros, Schulungs- und Aufenthaltsräume und die Schaltzentrale wurden dort neu eingerichtet. Gesamtkosten: 670.000 Euro.
„Die Maßnahmen der energetischen Sanierung sollen nachhaltig helfen, Energiekosten zu sparen“, machte Bauamtsleiter Andreas Sinningen deutlich. Die Maßnahmen flössen in die Gebührenkalkulation für die Kanalgebühren ein. Positive Effekte seien erst aber erst nach einem längeren Zeitraum zu erwarten. Ob die Weeneraner angesichts der Mehrkosten schon bald auf eine Anhebung der Kanalgebühren einstellen müssen, ist derzeit noch offen. Mit dieser Frage wird sich der neue Stadtrat in den Haushaltsberatungen beschäftigen müssen.