Verkehr
Trotz einiger Unfälle muss die B436 auf Schutzplanken lange warten
Immer wieder knallt es auf der Bundesstraße 436 zwischen Bagband und Strackholt. Oft stehen Bäume im Weg. Schutzplanken könnten für mehr Sicherheit sorgen. Doch der Weg dahin ist beschwerlich.
Strackholt - Die Strecke auf der Bundesstraße 436 (Lindenstraße) zwischen dem Ortsaufgang von Bagband und dem Kreisel in Strackholt ist nur 3,1 Kilometer lang und weitgehend kurvenfrei. Diesen Eindruck gewinnt der Autofahrer zumindest auf den ersten Blick. Offenbar ist das ein Grund dafür, dass der eine oder andere sein Leistungsvermögen krass überschätzt und etwas flotter unterwegs ist, als das für seine Sicherheit und die der anderen Verkehrsteilnehmer wünschenswert ist. Unfälle sind die Folge.
Erst am vergangenen Dienstagabend ist ein 46-Jähriger gegen 21 Uhr auf diesem Teilstück der Lindenstraße gegen einen Baum geprallt. Der Mann hatte aus bisher ungeklärter Ursache die Kontrolle über die Limousine verloren. Sein Chevrolet landete auf der Seite, der Fahrer war eingeklemmt und musste von der Feuerwehr aus dem Auto befreit werden. Das ist nicht der einzige schwere Unfall in den vergangenen Jahren: Am 24. Februar 2020 kam in Strackholt ein Mann bei einer Kollision nach einem Überholmanöver ums Leben. Am 5. Februar 2019 wurde ein 29-Jähriger bei einem Unfall in Bagband schwer verletzt.
Regeln müssen beachtet werden
Wie kann man dieses Teilstück der Bundesstraße 436 sicherer machen? Warum werden dort entlang der Fahrbahn nicht auch Schutzplanken montiert, wie das in den vergangenen Monaten an der Bundesstraße 72 passiert ist? Dort sind zwischen Hesel und Aurich großflächig Begrenzungsleisten aus Metall aufgebaut worden. „Wir sind vom Bund angehalten, an Bundesstraßen Schutzplanken anzubringen, um schwere Baumunfälle zu vermeiden“, begründete Michael Körber dieses Vorgehen. Der zuständige Sachgebietsleiter der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Aurich erklärte, dass die Montage dort erforderlich sei, wo der Abstand von der Straße zu „punktuell nicht umfahrbaren Hindernissen“, also Bäumen, weniger als 4,5 Meter betrage.
Michael Körber ist für eine Bundesstraßen-Strecke von 1400 Kilometern zuständig. Er muss zusammen mit seinen Mitarbeitern und den Mitgliedern der zuständigen Unfall-Kommission prüfen, an welchen Stellen weitere Schutzplanken erforderlich sind. Seine Aufgabe ist es auch festzulegen, nach welcher zeitlichen Rangfolge diese Arbeiten ausgeführt werden. Konkret: welche Straße Vorrang vor einer anderen hat. Eines steht für den Mitarbeiter der Landesbehörde jetzt schon fest: Als Nächstes werde die Bundesstraße 210 mit Schutzplanken ausgestattet. Danach sei aller Voraussicht nach das Teilstück auf der Bundesstraße 72 zwischen Hesel und Holtland an der Reihe.
Fahrzeugdichte variiert stark
Ein Kriterium für die zeitliche Rangfolge ist die Auslastung der Straße. Pauschal gesagt: Diejenigen, auf der mehr Fahrzeuge unterwegs sind, kommen auch eher dran. Nach den Worten von Körber wird die B 210 täglich im Schnitt von 10.000 bis 11.000 Fahrzeugen genutzt. Zum Vergleich: Das Teilstück auf der B 436 weist nur halb so viel Frequenz auf. Das sei einer der Gründe dafür, dass die Schutzplankenaufstellung zwischen Bagband und Strackholt in weite Ferne gerückt wurde. Körber meldet zudem leise Zweifel daran an, ob sie technisch überhaupt möglich ist. Das müsse man prüfen. Wegen der Wallhecken sei der Straßenseitenraum sehr schmal, unter Umständen sogar zu schmal für die Aufstellung der Schutzplanken. Idealerweise sollten sie zwischen 50 und 80 Zentimeter vom Straßenbefestigungsrand entfernt aufgestellt werden. Kompliziert könnte das Vorhaben nach seinen Worten auch dadurch werden, dass etliche Bäume auf den Wallhecken stehen: „Die Frage ist, ob dort eine Schutzplanke noch sinnvoll ist.“
Die Polizei sieht auf Anfrage dieser Zeitung auf der Strecke zwischen Bagband und Strackholt keinen akuten Handlungsbedarf. „Nach unserer Einschätzung liegt kein Unfallschwerpunkt vor“, sagte Wiebke Baden. Die Sprecherin der Polizeiinspektion Aurich/Wittmund räumte ein, dass dort viele Bäume die Straße säumten. Das sei aber in Ostfriesland nicht ungewöhnlich. In dieser Jahreszeit müsse man eben angepasst fahren. Das gelte besonders, wenn es dunkel und die Straße regennass sei.