Neuer Bundesbankchef
Einen Chef für Sparer
Für Sparer ist es nicht unerheblich, wer die Nachfolge von Bundesbank-Präsident Jens Weidmann antritt. Schließlich zahlen sie die Zeche für den Kurs der EZB.
Kaum hat Bundesbank-Chef Jens Weidmann seinen Rücktritt bekannt gegeben, ist das Postengeschacher bereits im vollen Gange. Für Sparer ist die Personalie nicht unwichtig: Für sie ist zu hoffen, dass auf den Mahner Weidmann, der die ultra-lockere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank stets scharf kritisierte, jemand folgt, der ebenfalls versuchen wird, den Irrsinn der Null- und Negativzinspolitik zu stoppen.
Denn für den Sparer ist die Politik des billigen Geldes ein großes Ärgernis: Sparbuch, Tagesgeld und Co. werfen in der Zinsflaute kaum noch etwas ab. Wegen fehlender Renditen fließt das Geld in Strömen an die Börse, wo die Kurse explodieren. An den Immobilienmärkten wird das Eigenheim zum Luxus-Objekt. Und schließlich führt das viele neue Geld der EZB langfristig zu Inflation. In normalen Zeiten würde die Notenbank – wie von Weidmann immer gefordert − gegensteuern, indem sie die Zinsen erhöht, um die Teuerung zu senken.
Früher oder später muss die EZB aus der Krisenpolitik aussteigen und zu alten ordnungspolitischen Prinzipien zurückkehren. Wer auch immer auf Jens Weidmann an die Spitze der Bundesbank folgt, muss für diesen Kurs einstehen. Auf dem Chefsessel wäre daher eine „Taube“, wie Vertreter einer lockeren Geldpolitik genannt werden, mehr als ungeeignet. Denn Tauben gibt es in Brüssel bereits genug.
Die Autorin erreichen Sie unter mantel@zgo.de