Freizeit

Museum: Groothuser Museum zeigt Fahrräder und mehr

Michael Hillebrand
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Von Michael Hillebrand
| 26.10.2021 18:01 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Hier ist Lammert Mentjes auf seiner DKW 250 Sport aus dem Jahr 1936 zu sehen. Fotos: Hillebrand
Hier ist Lammert Mentjes auf seiner DKW 250 Sport aus dem Jahr 1936 zu sehen. Fotos: Hillebrand
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Zwischen Woquard und Groothusen steht ein unscheinbares Museum, in dem alte Fahrräder und Motorräder gezeigt werden. Allerdings auch noch ein paar andere Dinge. Auch in Emden gibt es ein Radmuseum.

Groothusen/Emden - In Groothusen gibt es ein Fahrradmuseum, über das man kaum etwas im Internet findet. Auch wenn man an dem früheren Raiffeisen-Gelände an der Van-Wingene-Straße 2 vorbeikommt, wirkt es dauerhaft verschlossen. Der Schein trübt jedoch: Jeden Sonntag zwischen 10 und 12 Uhr öffnet Lammert Mentjes die Türen, um seinen Gästen fast 100 historische Räder und mehr zu zeigen. Der Eintritt ist frei, aber es kann gespendet werden.

Was und warum

Darum geht es: In Groothusen und in Emden gibt es Fahrradmuseen, deren Besonderheiten wir in diesem Bericht vorstellen.

Vor allem interessant für: Fans von Zweirädern und Leute, die neue und eher unbekannte Museen kennenlernen möchten

Deshalb berichten wir: Ich kam neulich durch Zufall an dem Groothuser Museum vorbei, mir fiel der Schriftzug auf und ich habe mich gefragt, was dahintersteckt.

Den Autor erreichen Sie unter: m.hillebrand@zgo.de

Das älteste Fahrrad stammt noch aus dem Jahr 1906 und hat einen Kardanantrieb. In vielen Fällen kennt der 50-Jährige aber auch noch die früheren Besitzer, sagt er. Zum einen habe sein Vater, der inzwischen verstorbene Gründer des bis heute existierenden Zweiradgeschäfts Mentjes, einst alte Räder in Zahlung genommen. Weitere seien gezielt dazugekauft oder von Spendern abgegeben worden, zum Beispiel nach Haushalts-Auflösungen oder wenn Garagen aufgeräumt wurden, so der Pewsumer. Einmal seien zudem Urlauber mit einem alten DDR-Fahrrad vorbeigekommen, das ihnen während ihrer Ostfrieslandreise kaputtgegangen sei.

Vater wollte dampfbetriebenes Rad bauen

Neben den Rädern sowie vielen mechanischen und elektronischen Ersatzteilen sind im Obergeschoss des Museums aber auch alte Roller und Motorräder zu sehen. Besonders ins Auge sticht dabei eine DKW 250 Sport aus dem Jahr 1936. Einst habe die Maschine mal einem U-Boot-Bauer gehört, der damit zur Arbeit nach Emden gefahren sei. Nach dem Krieg bekam es ein Kennzeichen der Besatzungsmächte. Noch immer sei das Motorrad fahrbereit. Bei solchen Schätzchen müsse man aber viel Zeit investieren, weiß der Automechaniker. Andere Gefährte seien hingegen nur mal geputzt und etwas repariert worden.

Auch Lampen und andere Ersatzteile für unmotorisierte und motorisierte Zweiräder werden in Groothusen gezeigt.
Auch Lampen und andere Ersatzteile für unmotorisierte und motorisierte Zweiräder werden in Groothusen gezeigt.

Weil sich der Vater des Museumsleiters für Dampfmaschinen interessierte, sind auch von diesen einige zu sehen. „Er wollte auch einmal ein dampfbetriebenes Rad bauen.“ Dazu kommt Elektronik wie ein Volksempfänger, alte Kommunikationstechnik wie zum Beispiel ein Telegraf, Kameras und mehr. Darüber hinaus werden ein paar landwirtschaftliche Geräte ausgestellt. Alles ist ein bisschen staubig, aber Mentjes ist auch der einzige Betreiber des Museums und es ist sein Hobby, dass er neben seiner eigentlichen Arbeit pflegt. Den vergangenen Corona-Shutdown aber habe er genutzt, um den oberen Teil der Ausstellung etwas zu vergrößern. Wer Kontakt zu ihm aufnehmen will oder außerhalb der regulären Öffnungszeiten vorbeikommen möchte, kann Mentjes telefonisch erreichen unter 04923/8262.

Das wird im Emder Museum gezeigt

Sein Fahrradmuseum ist jedoch nicht das einzige in der Gegend. So hatten wir vor gut einem Jahr auch schon über ein weiteres in Emden-Wybelsum berichtet. Gegründet und geführt wird es von Dinus Voß Jr., der seine Sammelleidenschaft von seinem Vater Dinus Voß Sen. geerbt hat.

Zur Ausstellung in Groothusen gehören auch ein paar Gegenstände, die nichts mit dem Straßenverkehr zu tun haben.
Zur Ausstellung in Groothusen gehören auch ein paar Gegenstände, die nichts mit dem Straßenverkehr zu tun haben.

Als ihn unsere Zeitung jetzt noch einmal auf seine Ausstellung anspricht, preist er die Neuzugänge an. Es gebe lokale Fahrradmarken und Radklingeln zu sehen. Außerdem habe man ein Kinder-Hochrad bekommen. „Die sind sehr selten und gefährlich und nur die Reichen konnten sie sich damals leisten“, so Dinus Voß. Auch weitere „kleine nette Spielereien“ gebe es zu bewundern.

Auch in Emden gibt es ein kleines privates Radmuseum. Dort freut sich Dinus Voß über Besucher. Archivfoto: Hock
Auch in Emden gibt es ein kleines privates Radmuseum. Dort freut sich Dinus Voß über Besucher. Archivfoto: Hock

Der Inhaber halte nach wie vor an seiner Idee fest, das noch eher kleine Museum in neuen Räumen zu vergrößern und habe sich auch schon für die Nachnutzung des früheren Emder Apollo-Kinos beworben. Leider habe er dafür nicht den Zuschlag bekommen und andere Immobilien seien ihm zu teuer, um das Projekt umsetzen zu können. Das jetzige Museum befindet sich in einer alten Scheune an der Folkertswehr-Straße und zeigt neben Rädern ebenfalls Motorräder und andere Ausstellungsstücke. Die Scheune liegt ein gutes Stück hinter den Häusern am Anfang der Straße. Feste Öffnungszeiten gibt es nicht. „Ich mache aber gerne nach Absprache auf“, sagt Voß. Zu erreichen ist er unter Telefon 04921/9934334 oder unter 0160/5126523.

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