Herbstmarkt am Wochenende
„Schreiben Sie: Es dreht sich das Karussell in Aurich“
Nach zweijähriger Pause kommen die Schausteller wieder zum Markt nach Aurich. Am Samstag, 23. Oktober, startet der Herbstmarkt um 14 Uhr vor der Sparkassen-Arena in sicherer Corona-Edition.
Aurich - Noch wird geschraubt und gesteckt auf der Freifläche vor der Auricher Sparkassen-Arena. Stück für Stück entsteht hier eine „transportable Parkanlage“ – so nennt es Karl-Heinz Langenscheidt, der Vorsitzende der Schaustellergemeinschaft. Nur so ist ein Markt laut Corona-Verordnung genehmigungsfähig. Das Markenzeichen: Sie ist komplett umzäunt und der Eintritt wird kontrolliert.
Was und warum
Darum geht es: Nach zweijähriger Marktpause bauen die Schausteller wieder in Aurich gemeinsam ihre Buden und Fahrgeschäfte auf.
Vor allem interessant für: Familien und Marktfreund.
Deshalb berichten wir: Die Schausteller haben eine harte Zeit hinter sich und die Autorin freut sich für sie, dass es wieder losgeht. Die Autorin erreichen Sie unter: n.boening@zgo.de
Lange hatte es gedauert, bis in Niedersachsen dadurch der Weg für Märkte wieder frei wurde. Im August 2020 ging es in Papenburg mit dem Bliede-Park für die hiesigen Schausteller wieder los. In Aurich hat es bis zum Neustart wesentlich länger gedauert. Der letzte Markt hier war der Herbstmarkt 2019. Erst seit zwei Monaten ist klar, dass er überhaupt stattfinden kann – sagt Theo von Halle, stellvertretender Vorsitzender der Schaustellergemeinschaft und Kassenwart.
„Die Menschen haben Nachholbedarf“
Nach dem Einsatz auf dem Bliede-Park in Leer, der am Dienstag endete, geht es jetzt am Samstag, 23. Oktober, um 14 Uhr in Aurich beim Herbstmarkt für die Truppe weiter. Bis zum Sonntag, 31. Oktober, ist er täglich von 14 bis 22 Uhr geöffnet. Dass es gut laufen wird, hat Langenscheidt im Gefühl. „Die Menschen haben Nachholbedarf und wollen sich amüsieren“, sagt er.
Dafür, dass die Gäste den Besuch sorgenfrei genießen können, müssen die meisten Wohnwagen der Schausteller draußen bleiben. Ein Drittel mehr Platz haben jetzt die Buden und Karussells. „Auf diese Weise können wir unsere Gänge länger und breiter machen“, sagt Theo von Halle. Das soll Staus vermeiden und genug Platz für den Sicherheitsabstand garantieren.
Pflanzen machen es gemütlich
Damit der Herbstmarkt wirklich wie eine Parkanlage aussieht, werden Pflanzen die Fläche verschönern und der Zaun dekoriert. Der Zutritt zum Herbstmarkt kostet einen Euro. „Damit decken wir die Kosten für die acht Sicherheitskräfte und Ordner. Sie kontrollieren den Eingang und sorgen dafür, dass sich alle sicher fühlen können und keine Staus entstehen“, so von Halle. Beim Zugang gilt die 3G-Regel, die Besucher müssen entweder geimpft, getestet oder genesen sein. Tests werden auf dem Gelände nicht angeboten. Maskenpflicht gilt nur in den Schlangen und in den Fahrschäften für Erwachsene.
Die Frage, ob denn alle Marktbeschicker ebenfalls geimpft sind, sorgt für ein wenig Empörung. „Denken Sie denn, dass wir unsere Gäste gefährden wollen?“, fragt Langenscheidt zurück. „Natürlich sind alle geimpft und wir müssen die Impfung auch nachweisen.“ Dann grinst er breit: „Schreiben Sie: Es dreht sich das Karussell in Aurich.“ Die Freude über das wieder angelaufene Geschäft in Ostfriesland stimmt ihn versöhnlich.
Mehr Fahrgeschäfte für Kinder
Das Konzept des Herbstmarktes haben die Schausteller angepasst. „Familienmarkt“, sagt Langenscheidt und nickt zufrieden: Statt der üblichen vier bis fünf Kinderkarussells wird es in diesem Jahr sieben geben. Darunter auch das neue von Sascha Heine: Nordseetraum. Die obligatorische Berg- und Talbahn sowie den Autoscooter wird es ebenfalls geben. Als Attraktion wird direkt vor der Sparkassen-Arena der „X-Fly“ errichtet – eine 80-Grad-Schaukel, die sich zusätzlich dreht.
Zurücklassen mussten die Schausteller keinen in der langen Zeit des Wartens. Trotz zweijährigem Verdienstausfall an den meisten Standorten haben alle Betriebe die erzwungene Corona-Pause überlebt. „Wir sind alles alteingesessene Schaustellerfamilien“, sagt von Halle, „Wer finanziell nicht über die Runden kommt, der wird von anderen unterstützt, denen es besser geht. Da halten wir es wie die Musketiere: Einer für alle und alle für einen.“