Trumps soziales Netzwerk

Mehr als nur ein Scherz

Martin Alberts
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Ein Kommentar von Martin Alberts
| 21.10.2021 17:28 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Eine Webseite und eine Ankündigung für eine iPhone-App gibt es zu „Truth Social“ bereits. Foto: Dernbach/DPA
Eine Webseite und eine Ankündigung für eine iPhone-App gibt es zu „Truth Social“ bereits. Foto: Dernbach/DPA
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Nun will Donald Trump sein eigenes soziales Netzwerk aufbauen. Dass er es ausgerechnet „Truth Social“ nennt, könnte man als Ironie verstehen. Die Gefahr dahinter ist aber groß.

Eines muss man Donald Trump lassen: Er bleibt seinem Weg treu. Als dem Unternehmer die Politik in den USA nicht passte, ließ er sich zum Präsidentschaftskandidaten der Republikaner küren und schaffte es ins Weiße Haus. Nun, nachdem ihn zu Jahresbeginn sein einstiges Lieblings-Sprachrohr Twitter und andere soziale Netzwerke verbannt hatten, gründet er einfach seine eigene Online-Plattform.

Trump nennt sein soziales Netzwerk „Truth“, also Wahrheit. Damit könnte man dem Ex-Präsidenten, dem Medien während seiner vierjährigen Amtszeit reihenweise Lügen nachweisen konnten, einen Sinn für Ironie unterstellen. Viel wahrscheinlicher ist aber, dass Trump diesen Namen vollkommen ernst meint. Er scheint davon überzeugt, dass seine Wahrheit die einzig wahre ist – so, wie er weiterhin felsenfest behauptet, die Wahl im vergangenen Jahr sei ihm gestohlen worden.

Trumps Netzwerk „Truth Social“ als Scherz abzutun, ist aber zu leichtfertig. Denn die Plattform könnte sich zur Blase entwickeln, in der Trumps immer noch zahlreiche Anhänger ihre teils abstrusen Theorien verbreiten. Der Sturm auf das Kapitol in Washington am 6. Januar, bei dem mehrere Menschen ums Leben kamen – und den Trump mit seinen Worten angeheizt hatte – sollte als Warnung dafür dienen, welches Gewaltpotenzial in den Anhängern des Ex-Präsidenten steckt.

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