Osnabrück

Bücher werden teurer - was daraus folgt

Ralf Döring
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Von Ralf Döring
| 21.10.2021 16:01 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Derzeit im Brennpunkt der Öffentlichkeit: Die Frankfurter Buchmesse. Deshalb bekommt auch die Nachricht von Teuerungen bei Büchern einen besonderen Stellenwert. Foto: Sebastian Gollnow
Derzeit im Brennpunkt der Öffentlichkeit: Die Frankfurter Buchmesse. Deshalb bekommt auch die Nachricht von Teuerungen bei Büchern einen besonderen Stellenwert. Foto: Sebastian Gollnow
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Die Preise für Energie und Papier steigen - und deswegen werden Bücher auch teurer. Damit wird die Arbeit öffentlicher Bibliotheken umso wichtiger.

Werden Bücher allmählich zum Luxusartikel? Fest steht: Die Preiserhöhung auf Bücher kommt, weil der Papierpreis steigt. Das hat wiederum mit Energiepreisen, Holzknappheit und Lieferketten zu tun. Diese Erkenntnis hilft den Kunden allerdings wenig, die an der Theke ihres Buchladens tiefer ins Portemonnaie greifen müssen. Doch es gibt auch eine gute Nachricht: Die Preiserhöhung kommt erst im nächsten Jahr. Und vermutlich wird sie moderat ausfallen. Das legt die Entwicklung der Buchpreise in den vergangenen Jahren nahe, und das kündigen auch die Verlage an.

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Die Buchbranche wird die Entwicklung trotzdem mit einer gewissen Sorge beobachten. Zwar sind die Umsätze im Corona-Jahr 2020 insgesamt stabil geblieben - das verdankt sich aber zu einem großen Teil dem Online-Handel. Der wiederum wird nur zur Hälfte von Buchhandlungen betrieben; Gewinner der Krise waren Amazon und Co. Der Lockdown zu Beginn dieses Jahres hat die Situation zusätzlich verschärft, da kommen Preissteigerungen höchst ungelegen, weil sie das Geschäft noch mehr unter Druck setzen. Und diesen Druck spürt der Buchhändler um die Ecke stärker als der Internetriese.

Der Preisanstieg ist angesichts gestiegener Kosten jedoch kaum zu vermeiden. Zum Luxusartikel wird das Buch deshalb sicher nicht, das Buch ist allerdings auch kein Billigartikel. Wer zum Beispiel beim Deutschen Buchpreis mitreden will, muss für die sechs nominierten Bücher der Shortlist rund 130 Euro auf den Tisch blättern. Sicher, die Investition lohnt sich. Aber man muss sie sich auch leisten können. Umso wichtiger sind gut ausgestattete Bibliotheken, um jedem den Zugang zum Kulturgut Buch zu ermöglichen. Und das müsste ja im Interesse des Staates und der Gesellschaft sein - sonst gäbe es wohl kaum ein Instrument wie die Buchpreisbindung, das das Buch den Gesetzen des freien Marktes enthebt.

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