Frau am Freitag

Die „Neue“ und der Ärger

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Eine Kolumne von Kristina Groeneveld
| 22.10.2021 08:37 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
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Ja, was ist denn hier los? Sie haben es sicher sofort bemerkt: Irgendwas ist anders. Und das stimmt. Eigentlich würden Sie in dieser Woche lesen, was unsere „Frau am Freitag“ Ute Nobel bewegt hat.

Aber keine Sorge, Utes Abwesenheit hat einen freudigen Grund: Sie erwartet ein kleines Geschwisterchen für ihren Sohn, von dem Sie ja sicher schon das ein oder andere Mal gelesen haben.

Hier ist sie also, „die Neue“ im Bunde der Frauen am Freitag. Und sie hat einiges zu sagen – in dieser Woche ärgert sie sich nämlich über den mittlerweile Ex-Bild-Chef Julian Reichelt und seine Gefolgschaft. Nachdem sowohl die New York Times als auch der Spiegel zusammen mit dem Team von Ippen Investigativ aufdeckten, dass der in Verruf geratene Reichelt Volontärinnen nicht nur aufs Äußere reduzierte, sondern auch mit System seine Machtposition ausnutzte, um Jobs an die zu verteilen, die mit ihm schliefen, blickte die Frau am Freitag nicht in die Zukunft, sondern öffnete ihre Twitter-App.

Und dann wurde es ihr klar: Ändern wird wohl auch dieser Skandal nichts – jedenfalls nicht in den Köpfen der Männer in den führenden BILD-Positionen. Da liest man unter anderem vom Mitglied der BILD-Chefredaktion, Paul Ronzheimer: „Axel Springer, BILD, und ganz viele Reporter haben Julian Reichelt so so viel zu verdanken.“ Und Filipp Piatov, Leiter des Ressorts Meinung/Debatte, fällt nichts Besseres ein als „Danke, Julian Reichelt.“

Ganz schön traurig, denkt sich die Frau am Freitag – und fragt sich, was dieses Verhalten bei den jungen Journalistinnen der BILD auslöst. Reichelt zu entlassen war ein guter Schritt, ein erster Schritt. Doch vom Tisch ist das Thema dadurch sicher nicht. Ob der neue Bild-Chef, Johannes Boie, das Ruder umreißen wird? Der Frau am Freitag bleibt erstmal nur eins: tapfer bleiben!

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