Berlin

Bundestagspräsidentin: Es musste eine Frau werden

Rena Lehmann
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Von Rena Lehmann
| 20.10.2021 18:11 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Bärbel Bas, bislang stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion, soll Nachfolgerin von Wolfgang Schäuble (CDU) werden. Foto: Foto: dpa/Michael Kappeler
Bärbel Bas, bislang stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion, soll Nachfolgerin von Wolfgang Schäuble (CDU) werden. Foto: Foto: dpa/Michael Kappeler
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Bärbel wer? Dass Bärbel Bas als Unbekannte ins Amt der Bundestagspräsidentin kommt, muss kein Nachteil sein. Auch andere wuchsen erst hinein.

Bärbel Bas wird voraussichtlich am nächsten Dienstag ins protokollarisch zweithöchste Amt im Staat gewählt werden. Das Amt der Bundestagspräsidentin ist zwar nicht in dem Sinne mächtig, dass mit ihm große Entscheidungsgewalt verbunden wären. Ähnlich wie der Bundespräsident kann die Präsidentin des Parlaments aber viel Autorität erlangen. Durch wegweisende Reden, wie sie Wolfgang Schäuble und Norbert Lammert immer wieder gehalten haben, aber auch durch die Kultur im Parlament, die sie prägen kann. 

Auch Lammert wurde erst im Amt bekannt 

Dass die SPD sich doch noch für eine Frau entschieden hat, war so richtig wie unausweichlich. Es wäre unglaubwürdig, hätte die Ära des erklärten Feministen Olaf Scholz damit begonnen, dass alle fünf wichtigsten Staatsämter - vom Bundespräsidenten bis zum Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts - mit Männern besetzt worden wären. Dass viele den Namen Bärbel Bas erst nachschlagen mussten, sollte ihrem Start ins neue Amt erstmal nicht zum Nachteil gereichen. Auch Norbert Lammert kam nicht als der bekannte Denker und Rhetoriker ins Amt, als der er es wieder verlassen hat.

Bas hat als stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende und Abgeordnete Erfahrung im Parlament. Und sie hat anders als ihre Vorgänger keine akademische Karriere mit Doktortitel, sondern sich nach einem Hauptschulabschluss und mehreren Ausbildungen im Gesundheitsbereich hochgearbeitet. Auch das verspricht frischen Wind. 

Dass die SPD erst unter öffentlichem Druck nach geeigneten Frauen für das Amt Ausschau hielt und sich keine Politikerin selbstverständlich für das Amt aufdrängte, bleibt ein Wermutstropfen. 

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