Verkehr

Sicherheitskräfte wegen Straßensperrung beleidigt

Marion Luppen
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Von Marion Luppen
| 18.10.2021 17:10 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Die Julianenburger Straße ist weiterhin gesperrt, aber nicht mehr auf voller Länge. Foto: Luppen
Die Julianenburger Straße ist weiterhin gesperrt, aber nicht mehr auf voller Länge. Foto: Luppen
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Während der Vollsperrung der Julianenburger Straße in Aurich kam ein Sicherheitsdienst zum Einsatz. Dessen Mitarbeiter seien beleidigt worden, so die Bauleiterin. „Die Leute werden immer aggressiver.“

Aurich - Fünf Tage lang, von Mittwoch bis Sonntag, war die Julianenburger Straße (K 111) in der Auricher Innenstadt zwischen Kirchdorfer Straße und Oldersumer Straße voll gesperrt, weil die Fahrbahn erneuert worden ist. Sie wurde von Mitarbeitern der Firma Strabag abgefräst, asphaltiert und markiert. Daher ging dort nichts mehr. Auch Anwohner konnten ihre Wohnungen und Geschäftsräume nicht erreichen. Der Landkreis Aurich hat in dieser Zeit einen Sicherheitsdienst eingesetzt, um die Baustelle bewachen zu lassen. Das sei auch nötig gewesen, sagt Bauleiterin Elise Meints von der Auricher Kreisverwaltung. „Der Sicherheitsdienst hatte jede Menge zu tun. Unsere Schilder werden gerne ignoriert. Die meisten Autofahrer lassen sich nicht gerne sagen, dass sie irgendwo nicht durchfahren dürfen.“ Manchen fehle zudem jedes Verständnis dafür, dass bei Straßenbauarbeiten schweres Gerät zum Einsatz komme und dass es laut und schmutzig werde.

Die Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes hätten sich einiges anhören müssen, sagt Meints. „Das kann man durchaus als Beleidigung bezeichnen, was da teilweise von sich gegeben wurde.“ Es sei zwar nicht zu Handgreiflichkeiten gekommen, und die Polizei habe nicht eingreifen müssen. Aber brenzlige Situationen habe es gegeben: „Da steigen dann auch Leute aus dem Auto aus, und man muss einen Schritt zurückgehen. Da merkt man, dass die Leute immer aggressiver werden.“ Auch Frank Buchholz von der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr hat schon mehrfach darauf hingewiesen, dass Sicherheitsdienste an Baustellen nötig seien. Durchfahrtverbote würden regelmäßig missachtet. Manche Autofahrer hätten auch den Drang zu schauen, ob es an dieser Stelle wirklich nicht weitergeht.

„Wir haben Glück mit dem Wetter gehabt“

Die gute Nachricht zur Julianenburger Straße: Die Arbeiten liegen im Zeitplan, daher reichten fünf Tage Vollsperrung. „Wir haben Glück mit dem Wetter gehabt“, sagt Meints. Auf feuchte Fahrbahnen könne man keine Markierungen aufbringen. „Ein bisschen Regen hätte uns den ganzen Ablauf gestört.“ Die schlechte Nachricht: Damit sind die Bauarbeiten an der Straße noch nicht abgeschlossen. Je nach Wetter werde es noch etwa zwei bis drei Wochen dauern, sagt Meints. Der Abschnitt zwischen Hasseburger Straße und Oldersumer Straße bleibt für den Durchgangsverkehr gesperrt (siehe Grafik), was automatisch zu mehr Verkehr auf der Großen Mühlenwallstraße führt. Vor der Pferdemarktkreuzung wird es also zu Stoßzeiten weiterhin zu Staus kommen. Allerdings dürfte sich wegen der Herbstferien die Lage in dieser und der kommenden Woche etwas entspannen.

Die Julianenburger Straße ist zwischen Hasseburger Straße und Oldersumer Straße weiterhin gesperrt.
Die Julianenburger Straße ist zwischen Hasseburger Straße und Oldersumer Straße weiterhin gesperrt.

Die Bauarbeiten rund um die Julianenburger Straße laufen bereits seit Mitte Juli. Zunächst wurde die Kreuzung Kirchdorfer Straße/Julianenburger Straße/Fischteichweg umgebaut. Sie ist seit Anfang September wieder befahrbar. Mittlerweile sind dort auch die Ampeln installiert. Das hatte sich wegen Lieferengpässen verzögert. Die Initiative Lebensqualität und Mobilität für Aurich (Luma) erneuerte am Wochenende ihre Kritik an der umgebauten Kreuzung und forderte Sofortmaßnahmen. Die Interessen von Fußgängern und Radfahrern seien dort nicht berücksichtigt worden.

Luma-Sprecher Albert Herresthal spricht in einer Pressemitteilung von einer „Fehlplanung des Landkreises“. Der Autoverkehr werde einseitig bevorzugt, für Fußgänger und Radfahrer gebe es neue Gefahrenpunkte. Luma fordert, die neue Rechtsabbiegespur in der Julianenburger Straße als Radspur zu nutzen. Außerdem müsse der Radverkehr aus der Hafenstraße und aus der Kirchdorfer Straße weiterhin auf der Straße geführt werden (mit einer Aufstellfläche vor der Ampel) und nicht wie jetzt geplant auf dem kombinierten Rad-/Fußweg. Diese Forderungen entsprächen auch dem 2019 vom Auricher Rat beschlossenen Masterplan Radverkehr 2030, so Herresthal. „Alle drei Vorschläge sind ohne größere bauliche Maßnahmen zu realisieren.“

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