Fußball

Wie sich Hage zum Bezirksliga-Spitzenteam mauserte

| | 14.10.2021 17:17 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
21 Tore und 23 Punkte durften die Spieler des SV Hage (in Blau: links Tammo Barkhoff und rechts Stefan Hollwege) in dieser Saison bereits bejubeln. Archivfoto: Ortgies
21 Tore und 23 Punkte durften die Spieler des SV Hage (in Blau: links Tammo Barkhoff und rechts Stefan Hollwege) in dieser Saison bereits bejubeln. Archivfoto: Ortgies
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Der SV Hage reitet auf einer Erfolgswelle durch die Fußball-Bezirksliga. Die Erfolgsserie lässt auch die Zuschauerzahlen steigen. Doch der Punktemodus wird die Tabelle ordentlich durcheinanderwirbeln.

Ostfriesland - Fünf Spiele, ein Punkt, 1:10 Tore: Der SV Hage war vor einem Jahr nach dem Aufstieg denkbar schlecht in die Fußball-Bezirksliga gestartet. „Wir haben richtig Lehrgeld gezahlt“, erinnert sich Hages Trainer Mario Look an die Anlaufschwierigkeiten. „Doch dann haben wir mit einem 4:1 in Weene die Kehrtwende geschafft.“ Seitdem reitet der SV Hage auf einer Erfolgswelle, die die Look-Elf in dieser Spielzeit bis an die Tabellenführung spülte.

Der sportliche Aufwärtstrend macht sich auch in den Hager Zuschauerzahlen bemerkbar. „Bei Heimspielen haben wir so um die 300 Fans“, sagt Mario Look. Zum Derby am vergangenen Wochenende begleiteten die Hager Mannschaft sogar mehr als 250 Anhänger – zahlreiche schlossen sich zusammen und verknüpften die Partie mit einer Fahrradtour. „Auf der Tribüne habe ich mehr Hager als Norder gesehen“, sagt Hages Trainer durchaus beeindruckt.

Harmonie in der Angriffsreihe

Das Saisonziel, die Aufstiegsrunde, hat der SV Hage zu 99 Prozent bereits vier Spieltage vor Staffelende erreicht. „Das ist sensationell“, sagt Mario Look, der seinem Team in dieser Spielzeit einen Leistungssprung bescheinigt. „Defensiv standen wir immer schon recht stabil. Jetzt haben wir offensiv zugelegt.“ Personell hat sich im Hager Kader jedoch nichts verändert. Lediglich Ersatzkeeper Hendrik Berndt und Marten Frigge aus der eigenen A-Jugend stießen dazu. Letzterer konnte sich auf Anhieb einen Platz im zentralen Mittelfeld erobern. In vorderster Front stellte Trainer Mario Look in dieser Spielzeit etwas um. Stefan Hollwege – mit 30 Jahren der älteste Spieler im Kader – zog er zurück von der Stürmer- auf die Spielmacher-Position. Flankiert wird der Routinier von den beiden 21-jährigen Keno Hinrichs und Tammo Barkhoff. Ganz vorne agiert in der Regel Jann Buck. „Das harmoniert sehr gut“, so Look. „In jedem Spiel haben wir mehr Chancen als der Gegner. Der nächste Schritt ist, effizienter vor dem Tor zu werden“, sagt Mario Look. „In der jungen Truppe steckt noch eine Menge Potenzial.“

In beiden Bezirksliga-Staffeln sind zwar einige Partien zu bestreiten. Doch eine Tendenz, wer es in die Auf- und Abstiegsrunde schafft, ist aus den aktuellen Tabellenständen bereits abzulesen – vor allem in der A-Staffel. In dieser hat der Vierte (SV Wallinghausen) bereits sechs Punkte Abstand auf einen Nicht-Aufstiegsrunden-Platz – bei noch vier beziehungsweise fünf auszutragenden Spielen.

Tabellen nach jetzigem Stand

Aufstiegsrunde

1. Strudden 4 Spiele, 11:7 Tore, 9 Punkte

2. Hage 4, 5:5, 7

3. Wallinghausen 5, 10:12, 5

4. Bunde 2, 11:5, 4

5. Pewsum 3, 10:8, 4

6. Borssum 3, 4:7, 4

7. Esens 3, 4:6, 1

8. SV Holtland 2, 1:6, 1.

Abstiegsrunde

1. Larrelt 3, 10:6, 7

2. Middels 4, 10:8, 6

3. Aurich 5, 12:12, 6

4. Norden 3, 3:3, 6

5. Weene 4, 4:6, 6

6. Großefehn 3, 12:6, 5

7. Wiesmoor 3, 6:2, 5

8. Uplengen 3, 3:5, 4

9. Loga 4, 2:14, 0.

Strudden profitiert vom Punktemodus

Der spezielle Modus beim Zusammenführen der beiden Staffeln in eine Auf- und Abstiegsrunde könnte für eine gewaltige Verschiebung der Tabellenstände sorgen. Denn es werden nur die Punkte gegen die Teams mitgenommen, die in dieselbe Runde (Auf- oder Abstieg) eingruppiert werden. Größte „Verlierer“ dieser Regelung könnten die derzeitigen Zweiten der Staffeln, der TuS Esens und der SV Holtland, sein. Sie konnten bisher noch kein Spiel gegen die direkten Konkurrenten gewinnen, hätten beim aktuellen Stand erst einen Zähler für die Aufstiegsrunde. Auch der TuS Pewsum, Spitzenreiter der B-Staffel, würde mit 13 den Großteil der bisher geholten 17 Punkte einbüßen. Großer Profiteur der „Punkte-Mitnahme“ in die Aufstiegsrunde könnte der TuS Strudden werden. Dieser hat drei der bisher vier ausgetragenen Duelle gegen die Mitkonkurrenten gewonnen und hat damit – Stand jetzt – die meisten Punkte aller Top-Vier-Teams für die Aufstiegsrunde gesammelt. Einige Spitzenspiele sind in den Staffeln aber noch zu bestreiten.

Eines der A-Staffel steigt an diesem Sonntag um 14 Uhr zwischen dem SV Hage und dem TuS Strudden. Letzterer gewann die vergangenen vier Partien. Der SV Hage ist dagegen seit der 0:2-Hinspielniederlage Ende August ungeschlagen. Eingeläutet wird der kommende Spieltag am Sonnabend um 18 Uhr in der B-Staffel mit der Partie SF Larrelt gegen den VfB Uplengen. Am Sonntag gibt es ab 14.30 Uhr drei Paarungen in dieser Staffel. Unter anderem empfängt der Überraschungs-Zweite SV Holtland, der seit 445 Minuten kein Gegentor mehr kassiert hat, das sieglose Liga-Schlusslicht Frisia Loga.

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