Tourismus
Masterplan-Baustelle geht in die Winterpause
In diesen Tagen gehen die diesjährigen Bauarbeiten am Norddeicher Strand zu Ende. 2022 soll der Masterplan Wasserkante abgeschlossen werden. Schon jetzt gibt es viele Veränderungen zu sehen.
Norddeich / MEI/HIB - An der Wasserkante in Norddeich schreiten die Bauarbeiten weiter voran. Die Tiefbauarbeiten sind dort größtenteils abgeschlossen und die Sturmflutsicherheit in den Herbst- und Wintermonaten ist hergestellt. Inzwischen gibt es deshalb auch keine Absperrungen und Bauzäune mehr, die schlimmstenfalls weggetrieben werden könnten. „Das Betreten der Baustelle ist trotzdem nach wie vor offiziell verboten“, sagt dieser Zeitung Kurdirektor Armin Korok. Wegen anstehender Restarbeiten bestehe weiterhin Gefahrenpotenzial auf der Baustelle. „Es stehen noch die letzten Abschlussarbeiten im Tiefbau an. Das sind aber alles Tagesbaustellen.“
Aufgrund der erhöhten Gefahr von Sturmfluten dürfen seit dem 1. Oktober keine Baumaschinen oder andere lose Gegenstände mehr auf der Seeseite hinter dem Deich stehen. Und auch die Bänke am Meer müssen wegen der Hochwassergefahr zum Deichweg umziehen. Generell seien die Vorgaben für die Sturmflutsaison laut Korok „ein echtes Handicap. Alles, was nicht niet- und nagelfest ist, muss jedes Jahr im Winter abgebaut und im Frühjahr wieder aufgebaut werden“. Dazu gehören nicht nur Müllbehälter, Fahrradständer und Fahnenmaste, sondern auch die Geräte des geplanten Kinderspielplatzes und des Fitnessparcours sowie die Elemente des Dünenlehrpfads. „Das dauert einige Wochen. Gleichzeitig wird die Saison immer länger, in diesem Jahr haben wir bis zum 10. November eine sehr gute Buchungslage. Durch den Rückbau haben die späten Gäste ein eingeschränktes Angebot.“
Das kommt als Nächstes
Bis Ende dieses Monats sollen die letzten Arbeiten abgeschlossen und die Tagesbaustellen abgearbeitet werden. Dabei sollen unter anderem Pollerleuchten aufgebaut und angeschlossen sowie Handläufe an den Treppen montiert werden. „Die Handläufe sind von unten beleuchtet. Bei den elektronischen Bauteilen gibt es aber Lieferprobleme“, berichtet Korok. Ohne die Handläufe dürfen die Treppen wiederum aus Sicherheitsgründen nicht freigegeben werden. „Und die Beleuchtung nachträglich einzubauen wäre ein Riesenaufwand.“ Erst einmal sei nun nur die Treppe am Haus des Gastes nutzbar.
Im nächsten Frühjahr sollen die Bauarbeiten wieder aufgenommen werden. Dann werden unter anderem die neu angelegten Dünen bepflanzt und die Möblierung, wie beispielsweise Bänke, aufgebaut. Außerdem sollen Fahrradbügel installiert und der geplante Kinderspielplatz, ein Fitnessparcours sowie ein Dünenlehrpfad errichtet werden. „Der verteilt sich an den Wegen über die gesamte Dünenlandschaft. An rund 25 Stationen können sich die Gäste über die Dünen und den Nationalpark Wattenmeer informieren“, kündigt der Kurdirektor an. Dazu gehören nicht nur Hinweistafeln, sondern auch Module zum Ausprobieren und Anfassen. Außerdem werden im Frühjahr ein Container der Nationalparkverwaltung und ein Sanitärcontainer aufgebaut.
Termin für Eröffnungsfeier angesetzt
Darüber hinaus wird dann auch eine Treppe aufgebaut, die es Hundehaltern und ihren Tieren ermöglicht, vom neuen eingezäunten Hundebereich zu einem Freilaufbereich am Wasser zu gelangen. Das Gebiet gehört zur Nationalparkzone Drei, wo das außerhalb der Brut- und Setzzeit (1. April bis 15. Juli) erlaubt ist. Beim bisherigen Hundestrand hingegen hatte es in rechtliche Probleme gegeben, die jedoch erst spät aufgefallen waren. Dort konnten die Vierbeiner überall frei herumlaufen.
Laut Korok sollen alle Bauarbeiten, die im Rahmen des Masterplans Wasserkante durchgeführt werden, voraussichtlich bis zum 30. Juni nächsten Jahres abgeschlossen sein. Wenn alles glatt läuft, soll es am 22. Juli eine offizielle Eröffnungsfeier geben. „Das Fest soll über das ganze Wochenende gehen. Damit wollen wir uns auch für die Geduld der Menschen bedanken.“
Kosten für Küstenlinie und Freibad schießen in die Höhe
Der Masterplan soll Norddeich gerade bei Touristen attraktiver werden. Allerdings sind die Kosten für das Großprojekt im Laufe der Jahre immer weiter in die Höhe geschossen, vor allem auch wegen der steigenden Preise im Baugewerbe. Zuletzt hieß es im März, dass aus den ursprünglich veranschlagten 11,76 Millionen Euro 15 Millionen Euro geworden sind, wodurch auch der Eigenanteil für die Wirtschaftsbetriebe der Stadt Norden steigt. Gleichzeitig sahen sich diese während der bisherigen Corona-Shutdowns mit einer Besucherflaute konfrontiert, wodurch Einnahmen wegfielen.
Ursprünglich war im Rahmen der Planungen vorgesehen, auch eine tideunabhängige Badelagune zu errichten. Weil sich das als zu teuer herausgestellt hat, soll nun das vor Jahren geschlossene Norddeicher Freibad neugebaut werden. Auch dort werden die Kosten jüngsten Berechnungen zufolge aber um 38 Prozent auf nun 5,75 Millionen Euro steigen – zuzüglich der dann folgenden Betriebskosten. Nordens Erster Stadtrat Marcus Aukskel kündigte jüngst an, dass der reguläre Schwimmbetrieb zur Saison 2025 aufgenommen werden soll.