Filmfest Emden

Historiendrama „Betrayed“ bekommt höchste Auszeichnung

Claus Hock
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Von Claus Hock
| 10.10.2021 22:03 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Eirik Svensson nahm die Auszeichnung am Sonntagabend freudestrahlend entgegen. Foto: Ortgies
Eirik Svensson nahm die Auszeichnung am Sonntagabend freudestrahlend entgegen. Foto: Ortgies
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Der diesjährige Hauptpreis des Emder Filmfestes geht an ein norwegisches Drama. Regisseur Eirik Svensson nahm den Preis am Sonntagabend persönlich entgegen.

Emden - Am Sonntagabend war es endlich soweit. In der Johannes-a-Lasco-Bibliothek in Emden – und per Live-Übertragung zeitgleich im Cinestar – wurden die Hauptpreise des 31. Internationalen Filmfests Emden-Norderney vergeben. Der große Gewinner: Eirik Svensson.

Sein norwegisches Historiendrama „Betrayed“ („Den største forbrytelsen“) bekam die höchste Bewertung durch das Festivalpublikum. Das Drama erzählt die bewegende Geschichte einer jüdischen Familie im besetzten Norwegen während des Zweiten Weltkriegs – und erhielt nun den Hauptpreis des Festivals: den mit 10.000 Euro dotierten Score-Bernhard-Wicki-Preis. Regisseur Eirik Svensson nahm die Auszeichnung am Sonntag persönlich entgegen. Zum Film: „Betrayed“ schildert mit Jakob Oftebro in der Hauptrolle das authentische Schicksal der berühmten Braude-Familie und die Verstrickung norwegischer Kollaborateure in den Holocaust der Nationalsozialisten. Auf Platz 2 der Publikumsbewertung im Wettbewerb um den Score-Bernhard-Wicki-Preis (Preisgeld 3000 Euro) kam „Nachbarn“ (CH, Regie: Mano Khalil). Platz 3 (Preisgeld 2000 Euro) belegte „Save Sandra“ (B/NL, Regie: Jan Verheyen, Lien Willaert).

In der Johannes-a-Lasco-Bibliothek wurden am Sonntagabend die Preise verliehen. Foto: Ortgies
In der Johannes-a-Lasco-Bibliothek wurden am Sonntagabend die Preise verliehen. Foto: Ortgies

DGB-Filmpreis: Dear Future Children

Doch der Score-Bernhard-Wicki-Preis war nicht der einzige, der am Sonntag vergeben wurde. Den mit 7.000 Euro dotierten, ebenfalls über eine Publikumsbewertung ermittelten DGB Filmpreis für einen gesellschaftlich in besonderer Weise engagierten Film erhielt der deutsch-britisch-österreichische Dokumentarfilm „Dear Future Children“, der in drei Regionen der Welt den Kampf junger Generationen für ihre Zukunft schildert. Regisseur Franz Böhm war selbst nicht vor Ort. Ein Mitglied des Produktionsteams nahm den Preis entgegen.

NDR-Nachwuchspreis: Rivale

Den mit 5000 Euro dotierten NDR Filmpreis für den Nachwuchs erhielt das deutsch-ukrainische Drama „Rivale“, das unter dem Titel „1000 Ameisen“ bereits 2016 den Emder Drehbuchpreis erhalten hatte. Auch Regisseur Marcus Lenz war persönlich in Emden anwesend, um den Preis entgegenzunehmen.

Marcus Lenz nahm den NDR-Nachwuchspreis entgegen. Foto: Ortgies
Marcus Lenz nahm den NDR-Nachwuchspreis entgegen. Foto: Ortgies

Creative Energy Award für „Lieber Thomas“

Drehbuchautor Thomas Wendrich und Regisseur Andreas Kleinert, die in „Lieber Thomas“ aus dem Leben des Schriftstellers und Filmemachers Thomas Brasch erzählen, wurden am Sonntag mit dem Creative Energy Award ausgezeichnet, der mit 5000 Euro dotiert ist und von einer Fachjury vergeben wird. „Die im kreativen Schulterschluss und über viele Jahre gemeinsam entwickelte Vision von Drehbuchautor Thomas Wendrich und Regisseur Andreas Kleinert traut sich, das Leben eines intellektuell und sinnlich überbordenden Menschen intellektuell und sinnlich überbordend zu erzählen“, heißt es in der Jury-Begründung zur Preisvergabe. „Als kreative Herzkammer dieses Projekts zeigen Wendrich und Kleinert, was möglich ist, wenn Buch und Regie an einem Strang ziehen, sich gegenseitig beflügeln und auf diese Weise sämtliche Gewerke zu Höchstleistungen inspirieren.“

Ostfriesischer Kurzfilmpreis: Cuckoo!

Der Ostfriesische Kurzfilmpreis der VGH, insgesamt dotiert mit 4000 Euro, ging an „Cuckoo!“ von Jörgen Scholtens aus den Niederlanden (1. Platz), „Last Ride“ von Edson da Conceicao, ebenfalls aus den Niederlanden (2. Platz), sowie „Talk Radio“ von Ben S. Hyland aus Großbritannien (3. Platz).

Jörgen Scholtens gewann mit "Cuckoo!" den Ostfriesische Kurzfilmpreis der VGH. Foto: Ortgies
Jörgen Scholtens gewann mit "Cuckoo!" den Ostfriesische Kurzfilmpreis der VGH. Foto: Ortgies

Der Engelke Kurzfilmpreis der Sparkasse Emden, der mit 2500 Euro dotiert ist, ging an „Masel Tov Cocktail“ der deutschen Regisseure Arkadij Khaet und Mickey Paatzsch.

Die Gewinner-Filme des 31. Internationalen Filmfest Emden-Norderney werden an diesem Montag, Dienstag und Mittwoch im Cinestar Emden zu sehen sein. Die genauen Spieltermine werden am Montag auf der Homepage des Festivals www.filmfest-emden.de veröffentlicht.

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