Osnabrück
„Eine Stadt schreibt ein Buch“: Das sagen die Teilnehmenden
„Eine Inspiration kreativ zu werden“: Teilnehmer erzählen, was ihnen das Osnabrücker Buchprojekt über ihre Corona-Erinnerungen bedeutet. Über 500 Personen reichten Werke ein, von denen 488 aufgenommen wurden.
„Das war in einer Zeit, in der alles lahm lag, so eine Inspiration kreativ zu werden“, beschreibt Sabina Ide den Aufruf der Stadtbibliothek, sich an dem Projekt „Eine Stadt schreibt ein Buch“ zu beteiligen. Sie nahm den Anschub und reichte eine Kurzgeschichte über ein junges Mädchen ein. In dieser geht es darum, wie eben jenes Mädchen auf einer Straße ein Hüpfspiel mit Kästchen aufzeichnet. Doch anstatt Zahlen sind in den Felder die Wörter „rein“ und „raus“ zu lesen. Eine Anspielung auf die Lockdowns der Pandemie.
Hier weiterlesen: Blick in das Buch mit Hör-Beispielen
„Es ist etwas ganz Besonderes“
Von historischem Wert
Auch der Osnabrücker Heiko Schulze ist begeistert von dem Buch. „Ich find es super. Mit einer Bibliothek verbindet man sonst den Vertrieb bereits geschriebener Texte. Jetzt wurde animiert zu schreiben und es gab eine riesen Resonanz.“ Er könne sich vorstellen, dass dem Pilotprojekt zukünftig noch weitere folgen könnten. Das Buch über die Corona Erinnerungen habe einen historischen Wert. „Innerhalb einer Stunde habe ich den Aufsatz runtergeschrieben.“ Er habe damit sein Herz leeren können in der „merkwürdigen Pandemie“.
Ein blauer Brokkoli mit Superkräften
Die 4a und 4b aus dem vergangenen Schuljahr der Grundschule am Schölerberg reichte ebenfalls geschriebene und gezeichnete Werke ein. „Wir finden das große Buch wunderschön“, lächelt Lehrerin Monika Budke, die sich freut, dass alle Werke aufgenommen wurden. Es sei eine tolle Gelegenheit für die Kinder gewesen in ihren eigenen Worten über Corona zu schreiben. Ein blauer Brokkoli mit Superkräften ist zum Beispiel in den phantastischen Geschichten der Diesterweg-Stipendiaten entstanden, wie Projektleiterin Katharina Liebing berichtet. Für die Stipendiaten sei es ein guter Anlass gewesen, mit Abstand und Humor auf die Pandemie zu schauen.
„Nicht nur negativ denken“
Auch Kevin MacKay wollte mit seinen Gedichten lieber ein positiven Blick in die Zukunft zeichnen. Das Thema Corona sei sowieso ganz groß momentan. „Man sollte nicht nur negativ denken“, sagt er. Mit zwei vorgetragenen Liedern darunter „Wonderful World“ während der Buchtaufe erfreute er ebenfalls die Anwesenden. „Es ist eine wunderbare Idee Texte und Eindrücke zu sammeln“, so seine Frau Karin MacKay.