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Mit dem richtigen Autolicht sicher unterwegs

Imke Kluth
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Von Imke Kluth
| 09.10.2021 13:03 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
In der dunklen Jahreszeit ist es besonders wichtig, dass das Autolicht einwandfrei funktioniert. Foto: Pleul/DPA
In der dunklen Jahreszeit ist es besonders wichtig, dass das Autolicht einwandfrei funktioniert. Foto: Pleul/DPA
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Im Herbst und Winter ist eine funktionierende Fahrzeug-Beleuchtung besonders wichtig. Experten erklären, wann welches Licht – wie zum Beispiel Nebelscheinwerfer – genutzt werden sollte.

Ostfriesland - Nebelschwaden ziehen vom Feld über die Straße, plötzlich ist die Sicht deutlich eingeschränkt. Gerade in den Herbst- und Wintermonaten mit ihren kürzeren Tagen müssen sich Fahrzeugfahrer auf Sichtbehinderungen einstellen. Sehen und gesehen werden – darauf komme es im Verkehr an, sagt Frauke Bruhns, Pressesprecherin der Polizeiinspektion Leer/Emden: „Es besteht ein erhöhtes Risiko, wenn die Beleuchtung nicht einwandfrei funktioniert.“

Was und warum

Darum geht es: Für mehr Sicherheit im Verkehr für alle Beteiligten ist die Wahl des Lichts und seine richtige Einstellung am Auto entscheidend.

Vor allem interessant für: Alle, die mit Fahrzeugen unterwegs sind.

Deshalb berichten wir: In den dunkleren Herbst- und Wintermonaten ist es besonders wichtig, eine funktionierende Beleuchtung am Auto zu haben. Im Oktober bieten Kfz-Betriebe während der Beleuchtungswochen Licht-Tests an.

Die Autorin erreichen Sie unter: i.kluth@zgo.de

Entscheidend sei zudem die richtige Einstellung der Scheinwerfer. „Je nachdem, wie stark das Fahrzeug beladen ist, müssen die Scheinwerfer anders, also höher oder tiefer, eingestellt werden.“ Und da fange das Problem oft schon an, sagt Bruhns. „Viele Menschen kennen sich damit nicht so gut aus und wissen nicht, wo man das einstellen kann.“ Meistens befinde sich die Vorrichtung dafür links neben dem Lenkrad.

Licht-Tests in Werkstätten

Generell rät die Polizeisprecherin dazu, regelmäßig vor der Fahrt zu prüfen, ob alle Lichter funktionieren. „Es gibt auch oft Probleme mit Blinkern, Bremslichtern oder der Beleuchtung des Kennzeichens“, so Bruhns. Ist ein Licht kaputt, sollte es schnellstmöglich repariert werden. Sie empfiehlt Autofahrern, Licht-Tests bei den Werkstätten zu nutzen. Im Oktober finden die sogenannten Beleuchtungswochen statt, eine Aktion des Bundesverkehrsministeriums, der Kfz-Innung und der Verkehrswacht. „Es nehmen praktisch alle Meisterwerkstätten, die in der Innung sind, daran teil“, sagt Lothar Freese, Obermeister der Kfz-Innung Ostfriesland. Bei den Licht-Tests werde die gesamte Beleuchtung kontrolliert und es werde überprüft, ob die Einstellung stimmt – auch an Nutzfahrzeugen.

Wenn alles in Ordnung sei, gebe es eine Prüfplakette, die an der Windschutzscheibe befestigt wird. „Die eigentliche Beleuchtungskontrolle ist überwiegend kostenlos“, sagt Freese. Insbesondere bei neuen Fahrzeugen könne aber der Austausch der Glühbirnen sehr aufwendig sein, sodass dies „nicht zum Nulltarif“ gemacht werden könne. Laut der offiziellen Webseite der Aktion, licht-test.de, hatte im Jahr 2020 in den Werkstätten bei der Überprüfung jeder fünfte Pkw Mängel am Licht, fast jeder zehnte blendete andere Verkehrsteilnehmer, weil die Scheinwerfer falsch eingestellt waren.

Das richtige Licht bei Nebel

Auf einen Aspekt, der bei neueren Fahrzeugen zu beachten ist, weist Hans-Friedel Walther von der Verkehrswacht Aurich hin: „Heute sind viele Autos mit Tagfahrlicht ausgestattet, das sich automatisch einschaltet, wenn die Zündung startet.“ Viele würden mit Tagfahrlicht losfahren. „Doch wenn unterwegs Nebel aufkommt, muss man daran denken, dass man auf Fahrlicht, also Abblendlicht, umschaltet“, so Walther. Die Nebelscheinwerfer dürfen laut Polizeisprecherin Bruhns nur dann zugeschaltet werden, „wenn Nebel, Schneefall oder Regen die Sicht erheblich behindern“.

Die Nebelschlussleuchte wiederum darf nur bei starkem Nebel mit Sichtweiten unter 50 Metern eingeschaltet werden. „Da kann man sich als Daumenmaß außerhalb der Ortschaften an den Leitpfosten orientieren. Die stehen in einem Abstand von 50 Metern“, so Walther. „Was viele nicht wissen, ist, dass wenn die Nebelschlussleuchte eingeschaltet ist, weil die Sicht unter 50 Meter beträgt, man auch nicht schneller als 50 Kilometer pro Stunde fahren darf“, sagt der Experte von der Verkehrswacht. Sobald sich die Sicht wieder verbessert, müssen Nebelscheinwerfer und -schlussleuchte wieder ausgestellt werden, da sonst andere Verkehrsteilnehmer stark geblendet werden können. „Wenn sie trotzdem an bleiben, ist das eine Verkehrsordnungswidrigkeit mit einem Bußgeld in Höhe von 20 Euro“, sagt Bruhns.

Allgemein sollte darauf geachtet werden, dass die Scheinwerfer und Bremslichter sauber sind. „Es nützt das beste Licht nichts, wenn Schmutz drauf ist“, sagt Walther. „Ich rate dazu, sich immer an anderen Autofahrern zu orientieren und zu gucken, wie gut diese zu sehen sind“, so Bruhns. Sollten diese ohne Licht unterwegs sein und man sieht sie schlecht, sollte man selbst unbedingt das Licht anmachen.

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