Osnabrück

Premiere für neuen ZDF-Samstagskrimi mit junger Rechtsmedizinerin

Tom Heise
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Von Tom Heise
| 08.10.2021 11:51 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Nina Gummich spielt in der neuen Krimireihe die Rechtsmedizinerin Theresa Wolff, die mit den Toten ein Zwiegespräch führt, ehe sie mit der Obduktion beginnt. Foto: ZDF/Steffen Junghans Foto: Steffen Junghans
Nina Gummich spielt in der neuen Krimireihe die Rechtsmedizinerin Theresa Wolff, die mit den Toten ein Zwiegespräch führt, ehe sie mit der Obduktion beginnt. Foto: ZDF/Steffen Junghans Foto: Steffen Junghans
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Nina Gummich spielt im neuen ZDF-Samstagskrimi eine junge Rechtsmedizinerin, die gerne auch außerhalb ihres Kompetenzbereiches agiert. Im Gespräch mit unserer Redaktion spricht sie über den Film, ihre Rolle und die Produktionsbedingungen.

„Es ist vom ZDF schon ungewöhnlich, dass - bevor die erste Folge überhaupt ausgestrahlt ist - der Sender die zweite Folge abdrehen lässt und die Folgen drei und vier in Auftrag geben will. Dies ist natürlich erfreulich, wo noch gar keine Zuschauerzahlen vorliegen“, sagt Schauspielerin Nina Gummich im Gespräch mit unserer Redaktion. Gummich spielt in der neuen Samstags-Krimireihe die Rechtsmedizinerin Theresa Wolff, die sich immer wieder außerhalb ihres Kompetenzbereiches in die Ermittlungen von Kommissar Robert Brückner (Thorsten Merten) einmischt, dem daraufhin ein „Wo turnt die denn wieder rum?“ entfährt.

Klingt nach „Tatort“-Münster, wo der arrogante Forensiker Boerne Kommissar Thiel nervt. Doch der neue, in Jena angesiedelte Krimi kommt nicht mit den Slapstick streifender Komik daher, sondern entwickelt eine ganz eigene Farbe. „Nur wer das Leben kennt, kann den Tod verstehen“, lässt uns die aus Berlin nach Thüringen zurückgekehrte Rechtsmedizinerin wissen und spricht daher mit ihren „Kunden“. Es passe in die Zeit, so eine junge Frau mal auf so eine Figur zu setzen, stellt die aus einer Leipziger Schauspielerfamilie stammende 30-jährige Nina Gummich fest.

Vorteil einer Reihe

Theresa Wolff ist tough, forsch, erfolgreich und stürmt voller Energie mitten ins Geschehen. Eine Figur, die Gummich sehr entgegen komme. „Es ist ein gegenseitiges Wechselspiel - ich gebe ihr, sie gibt mir. Ich habe jetzt den Vorteil einer Reihe erlebt, wo nicht in einer Folge eine Figur auserzählt ist. So wird man selber immer wieder überrascht.“ Potential hat die Rolle allemal.

Schon in der ersten Folge fällt das gute Zusammenspiel der zwei Hauptdarsteller Gummich und Merten, den man aus den „Spreewaldkrimis“ kennt, auf. „Mit Thorsten bin ich sehr vertraut“, sagt Nina Gummich. „Wir haben uns bei der Netflix-Serie „Das letzte Wort“ richtig kennengelernt. Die Besetzung von Thorsten war für mich ein Grund, sofort Interesse an dieser neuen Krimireihe zu haben.“ Bei ihnen gehe kein Blatt dazwischen und sie verständen sich sehr gut - auch privat.

Den Bösewicht in der Premierenfolge „Home Sweet Home“ gibt wundervoll Florian Bartholomäi, der die Zuschauer schon im Dortmunder „Tatort“ als Markus Graf, dem ewigen Gegenspieler von Kommissar Faber, fesselte. Als Uniklinikarzt Dr. Steffen Köhler setzt Bartholomäi Akzente und veredelt mit seinem Spiel den Krimi. Ob dabei die Drehbuchidee einer persönlichen Verbindung zu Theresa Wollf (er war ihre erste Urlaubsliebe) nötig war, sei mal dahingestellt.

Frische Sicht

Die ersten Folgen von „Theresa Wolff“ wurden während der noch andauernden Pandemie gedreht. Auch für Nina Gummich erschwerte Bedingungen. „Beim Dreh wurden wir wahnsinnig viel getestet und waren immer in „hab Acht“-Stellung. Ich war während des Drehs auch erkältet. Wenn die Hauptdarstellerin erkältet ans Set kommt, ist gleich eine ganz andere Stimmung im Raum. Da wurde ich dann noch mehrmals nachgetestet, bis man auch selber merkt, es gibt auch noch eine ganz normale Erkältung. Wir dürfen natürlich keine Berg- oder Abschlussfeste mehr machen. Alles, was zum Zusammenhalt eines Teams und eine gute Stimmung beitragen kann, ist gerade nicht mehr“.

Noch ein neuer Krimi werden einige ob der Flut an Filmen aus diesem Genre aufstöhnen. Warum also sollten Zuschauer am Samstagabend ZDF einschalten? „Genau die Frage habe ich meiner Agentin auch gestellt. Die sagte dann ganz locker: ja, weil du mitspielst“, sagt Nina Gummich und lacht. „Im Ernst: es ist eine neue, frische Sicht einer jungen Rechtsmedizinerin auf einen Kriminalfall, der uns das Thema Tod und die Würde darin nochmals näher bringt.“ In diesem Sinne: geben wir der neuen Produktion eine Chance.

„Theresa Wolff - Home Sweet Home“, Samstag, 9.Oktober 2021, 20.15 Uhr, ZDF

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