Bankwesen

OLB zieht sich weiter aus Ostfriesland zurück

Nikola Nording
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Von Nikola Nording
| 07.10.2021 16:46 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die Oldenburgische Landesbank schließt weiter Filialen in Ostfriesland. Foto: Ortgies
Die Oldenburgische Landesbank schließt weiter Filialen in Ostfriesland. Foto: Ortgies
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Die Oldenburgische Landesbank schließt ihre SB-Standorte in Weener und Marienhafe. Doch nach Informationen dieser Zeitung ist damit noch nicht Schluss.

Ostfriesland - Die Oldenburgische Landesbank (OLB) zieht sich weiter aus Ostfriesland zurück. Wie das Kreditinstitut bestätigte, werden die Standorte Weener und Marienhafe Mitte Oktober geschlossen. Dort stehen ohnehin nur noch sogenannte SB-Stationen den Kunden zur Verfügung. In Marienhafe wird man noch bis zum 13. Oktober Bargeld erhalten, in Weener wird der Automat bis zum 19. Oktober erreichbar sein. Nach Informationen dieser Zeitung ist das aber noch nicht das Ende der Schließungen von OLB-Standorten in Ostfriesland. Wie diese Zeitung erfuhr, wird auch die Filiale auf Borkum in den nächsten Monaten schließen. OLB-Sprecher Timo Cyriacks wollte dies nicht bestätigen. Er betonte allerdings, dass Kunden über Schließungen ihrer Filiale rechtzeitig informiert würden.

Es sind nicht die ersten Filialen, die die Oldenburgische Landesbank in diesem Jahr in der Region schließt. Die SB-Standorte in Westerholt (im April), Großefehn (Juli), Emden an der Auricher Straße (August), Westoverledingen (August) und Hage (September) wurden alle in diesem Jahr geschlossen.

Anzahl an Geldautomaten wird zurück gehen

Die OLB macht auch keinen Hehl daraus, dass das Filialnetz in den kommenden Jahren weiter abgebaut wird. „Grundsätzlich gilt, dass flächendeckend die Anzahl der Verfügungen an SB-Geräten zurückgeht“, teilt Cyriacks mit. Man sei zwar der festen Überzeugung, dass für die komplexeren finanziellen Themen im Leben, wie die Vorsorge im Alter, die Geldanlage oder das private Bauvorhaben, eine qualifizierte Beratung notwendig und vom Kunden gewünscht sei. „Dies ist aber nicht dauerhaft in Filialstandorten darstellbar, die nur mit einigen wenigen Mitarbeitern besetzt sind und nur wenige Stunden in der Woche geöffnet haben“, erklärt der Pressesprecher.

Persönliche Beratung sei zukünftig in einer größeren Filiale, am Telefon oder in einem sogenannten Kompetenzcenter möglich. So bezeichnet die OLB, die Filialen, in denen über die Privatkundenbetreuung hinaus Experten für Themen wie Geldanlage, Wertpapiergeschäft, private Baufinanzierung, Kredit, Versicherung oder Vorsorge sitzen. Diese gibt es in Leer, Emden und Aurich. Insgesamt verfügt die OLB derzeit noch über 15 Kompetenzcenter und Filialen in Ostfriesland.

Mehr bargeldlose Zahlungen

Grund für die Schließungen der SB-Filialen seien auch das Kundenverhalten und die Alternativen in der Bargeldversorgung. OLB-Kunden könnten Bargeld kostenlos auch an anderen Stellen bekommen, zum Beispiel an Geldautomaten mit Mastercard-Symbol oder in diversen Supermärkten, Discountern, Baumärkten und Tankstellen. „Wir wissen, dass es für einige Kunden noch eine Veränderung von Gewohnheiten bedeutet, das Bargeld beim Einkaufen oder von einem anderen Geldinstitut als der vertrauten Hausbank zu holen. Sobald sie das regelmäßig tun, stellen die Kunden aber fest, mit den erweiterten Möglichkeiten sehr flexibel zu sein“, sagt Cyriacks . Speziell im Fall Weener komme noch hinzu, dass Ende August der Automat von Kriminellen attackiert und dadurch schwer beschädigt worden sei.

„Seit vielen Jahren reduziert sich die Anzahl der Banken und auch der Filialen und Geschäftsstellen in der Fläche stetig“, sagte Dr. Wolfgang Portisch bereits im vergangenen Jahr dieser Zeitung. Der Emder ist Professor für Bank- und Finanzmanagement an der Hochschule Emden-Leer. Der Filialschwund habe nach der Finanzkrise 2008 noch an Fahrt aufgenommen, sagt er weiter. Die Gründe für den Schwund der Filialen seien dabei vielfältig. Verschärft habe sich der Zustand aufgrund der Niedrigzinspolitik der EZB. Es kämen aber viele Gründe zusammen: „Hoher Kostendruck bei den Banken, um überhaupt noch Gewinne zu erwirtschaften“ und „eine zunehmende Veränderung der Kundenbedürfnisse“ seien darunter, so der Ökonom.

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