Freizeit
Bliede-Park in Leer: Schausteller gehen voll ins Risiko
Der Bliede-Park in Leer ist fix und fertig durchgeplant – samt eines bewährten Hygiene- und Sicherheitskonzepts. Jetzt hoffen die Schausteller, dass eine Nachricht nicht wieder alles zunichte macht.
Leer - Die ostfriesischen Schausteller stecken in der Klemme. In einer richtig großen sogar. Das Land hatte für den vergangenen Dienstag eine neue Verordnung angekündigt, die unter anderem auch die Organisation von Weihnachtsmärkten regeln soll – und natürlich auch Einfluss auf den Bliede-Park in Leer hätte. Der soll am 14. Oktober auf der Großen Bleiche starten, in weniger als einer Woche also.
Was und warum
Darum geht es: Die Schausteller haben den Bliede-Park durchgeplant und stehen in den Startlöchern. Der Aufbau soll am Freitag beginnen. Aber sie gehen ein großes finanzielles Risiko ein.
Vor allem interessant für: Jahrmarkt-Freunde, Schausteller und Anwohner der Großen Bleichen
Deshalb berichten wir: Die Schausteller hatten zur Pressekonferenz geladen, um ihre Pläne für den Bliede-Park in Leer vorzustellen. Die Autorin erreichen Sie unter: k.mielcarek@zgo.de
Die neue Verordnung des Landes lag am Donnerstag aber immer noch nicht vor. Ein Vorentwurf vom Ende vergangener Woche war von den Kommunen als zu streng zurückgewiesen worden. Auch der Bliede-Park, wie ihn die Schausteller geplant haben, wäre danach nicht möglich. Derzeit arbeitet das Land nach. Was rauskommt, weiß niemand, die ostfriesischen Schausteller auch nicht. Das macht denen ziemliches Kopfzerbrechen. „Wir müssen mit dem Aufbau beginnen, ob wir wollen oder nicht. Wir stellen ja nicht nur eine Frittenbude auf, sondern große Fahrgeschäfte. Das braucht nun mal Zeit“, sagt ihr Vorsitzender Karl-Heinz Langenscheidt. „Aber wenn das Land bei den Vorgaben von vergangener Woche bleibt, haben wir ein großes Problem. Wir gehen jetzt voll ins Risiko.“
Konzept hat sich bewährt
Dabei hat sich das Konzept der Schausteller schon mehrfach in Ostfriesland bewährt: in Emden, Papenburg, Norderney und Aurich. „Nirgendwo hat es ein Problem gegeben“, sagt Langenscheidt. Auch in Leer werde alles glatt laufen, ist er sich sicher. „Wir wissen, was von einem reibungslosen Ablauf abhängt und achten streng auf die Einhaltung aller Vorschriften.“ Die Schausteller haben eigens einen Sicherheitsdienst engagiert, der die Einlasskontrollen vor der Musikschule übernimmt und auch auf dem abgezäunten Gelände darauf achtet, dass sich alle an die Einbahnstraßenregelung und alle anderen Vorgaben halten.
So ist das Mitbringen von Alkohol verboten, auch an den Buden wird es nichts Hochprozentiges geben. Ob und wo Masken getragen werden müssen, werde die Landesverordnung zeigen, auch ob man wie geplant Geimpfte, Genesene und frisch Getestete reinlassen darf, oder ob die 2G-Regeln gelten, also ein aktueller Negativ-Test dann nicht reicht, sagt Ralf Langenscheidt, der stellvertretende Vorsitzende der Schausteller. Bisher gehen die Schausteller davon aus, dass sie 900 Menschen gleichzeitig auf das Gelände lassen können. „Uns wäre es aber sehr recht, wenn es mehr sein dürften. Auf dem 540 Meter langen und zehn Meter breiten Weg zwischen Fahrgeschäften und Buden wäre sonst sehr wenig los.
Angebote für alle Generationen
Die 112 Mitglieder des Schausteller-Vereins hätten sich ganz schön den Kopf zerbrochen, wie sie einerseits ein attraktives Angebot für alle Generationen anbieten könnten, und andererseits den Bedürfnissen ihrer Mitglieder gerecht werden, die alle ihr Geld verdienen wollten, sagt Pressesprecher Jonny Eden. Insgesamt 50 Fahrgeschäfte und Buden werde es nun geben. Zehn davon sind Attraktionen wie Big Bamboo, Fly Over, Take Off, Galli Dance und ein 40 Meter hohes Kettenkarussell. Der Aufbau beginnt am Freitag. Ab dann ist auch die große Bleiche gesperrt. Der Bliede-Park selbst ist vom Donnerstag, 14., bis Dienstag, 19. Oktober, jeweils von 14 bis 22 Uhr geöffnet. Alle Straßen und auch die Zufahrten der Anlieger blieben offen, betont Karl-Heinz Langenscheidt.
Den Anwohnern wollen die Schausteller gerne die Sorge vor einer zu großen Belästigug nehmen. „Der Bliede-Park ist überhaupt nicht vergleichbar mit dem Gallimarkt“, sagt Ralf Langenscheidt. „Es kommen vor allem Familien, die Musik ist deutlich leiser und um 22.30 Uhr ist absolute Ruhe. „Und sollte doch etwas sein, sprechen Sie uns an, wir regeln das sofort“, sagt Langenscheidt.
Am späten Donnerstagnachmittag gab es für die Schausteller ermutigende Nachrichten: „Die Stadtverwaltung hat uns mitgeteilt, dass es einen neuen Entwurf der Landesverordnung gibt“, berichtet Karl-Heinz Langenscheidt. „Wenn es dabei bliebe, könnte der Bliede-Park steigen.“