Politik
Neuer Ratsherr lotet Bündnis mit den Grünen aus
Mit Diedrich Kleen (Tierschutzpartei) ist ein neues Gesicht als Einzelmitglied in den Wiesmoorer Rat gezogen. Er führt Fraktionsgespräche und will weiter für eine Hundefreilauffläche kämpfen.
Wiesmoor - Mit Diedrich Kleen wird und will ein Ratsneuling sich ab November in die Wiesmoorer Stadtpolitik einbringen, und mit ihm ist erstmals die Tierschutzpartei im Gremium vertreten. „Ich werde mich in den kommenden Tagen mit den Grünen abstimmen, die ja zwei Sitze im neuen Rat haben, um Gespräche zu führen mit dem Ziel, eine Gruppe zu bilden“, sagt der 49-Jährige. Dann hätte das Bündnis auch im nicht öffentlich tagenden Verwaltungsausschuss, der nach dem Rat viele wichtige Entscheidungen vorbereitet und zum Teil trifft, einen Sitz. „Etwas bewirken und Einfluss nehmen zu können wäre schon schön und mir wichtig“, sagt Kleen.
Mit weiteren Gruppen und Parteien als den Grünen habe er bislang nicht gesprochen. „Ich bin aber grundsätzlich natürlich für Gespräche in verschiedenste Richtungen offen und generell ein Freund von fairem Umgang“, sagt der Wiesmoorer.
Er kämpft weiter für Hunde-Freilauffläche
Ein Thema, das er seit gut drei Jahren verfolgt, das ihn bekannter gemacht, ihm mutmaßlich Stimmen gebracht hat und auf dessen Umsetzung er auch als Mitglied des Rates weiterhin hinarbeiten möchte, ist die Hundefreilauffläche in Wiesmoor. „Zuletzt hatte ich immer wieder das Gefühl, es gibt da Vorbehalte aufseiten der Politik.“ Im Vorfeld der Wahl hieß es, dass solch eine Fläche am Rand des geplanten neuen Wohn- und Gewerbegebiets auf den einstigen Gewächshausflächen der Wiesmoor-Gärtnerei im Zentrum entstehen könnte. Vorher ins Feld geführte Flächen waren aus verschiedenen Gründen nicht in die Wahl gekommen. „Ich habe nur die Befürchtung, dass die jetzt in den Raum gestellte Fläche auch nicht verwirklicht werden kann, weil dort ja auch ein Wohngebiet entstehen soll und Bewohner sich von Gebell gestört fühlen könnten“, sagt Kleen. „Da bin ich sehr, sehr skeptisch.“ Er verstehe auch noch nicht, wieso die Suche einer geeigneten Fläche gern am Rand der Stadt sich als so schwierig erweise.
Ungeachtet dessen halte er es „weiterhin für wichtig und auch für wünschenswert, dass wir in Wiesmoor eine Fläche bekommen, auf der Hunde sich frei bewegen und begegnen und sozialisieren können“, sagt Kleen. Dies umso mehr, als die Hundesteuer in Wiesmoor „merklich höher ist als in umliegenden Gemeinden“. 72 Euro pro Jahr beträgt sie für den ersten Hund – doppelt so viel wie in Uplengen. Auch Großefehn (50 Euro) und Hesel (48 Euro) verlangen merklich weniger. „Dafür, dass die Stadt damit allein rund 100.000 Euro jährlich einnimmt, darf man schon erwarten, dass sie Hundehaltern beim Wunsch nach einer Freilauffläche entgegenkommt. Viele Leute sind an der Stelle sauer, dass nichts passiert – und wir könnten sofort einen Verein gründen, der sich um den Unterhalt so einer Fläche auch kümmert“, sagt Kleen. „Weil ich in Sachen Hundefreilauffläche im Vorfeld die Politik kritisiert habe, kann es schon sein, dass aufseiten einiger Parteien oder Gruppen auch Vorbehalte gegen mich da sind.“ Allzu große Sorgen habe er da aber nicht. „Mir geht es immer um die Sache und auch um fairen Umgang miteinander. Ich bin allen gegenüber offen, habe auch von anderen Politikern Glückwünsche zum Einzug in den Rat bekommen. Und ich möchte einfach etwas für die Bürger von Wiesmoor zum Guten bewegen.“
Barrierefreier Zugang zum Ottermeer?
Zu den Dingen, die er gern voranbringen möchte, gehört auch ein barrierefreier Zugang zum Ottermeer. „Das ist bislang schwierig, aber ich habe immer wieder gehört in Gesprächen zuletzt, dass Menschen mit Behinderungen sich sehr wünschen, auch mal das Wasser im Ottermeer an den Füßen zu spüren. Da könnte man an den Wegen was machen – und vielleicht auch Rollstühle mit Ballonreifen anschaffen, die man gegen Pfand an Bedürftige verleihen könnte, damit sie ans Wasser kommen können.“
Genauso wolle er sich einbringen, um Verwaltungsvorgänge zu digitalisieren und so zu mehr Bürgerfreundlichkeit zu kommen. „In anderen Kommunen sind diverse Anliegen problemlos übers Internet von zu Hause aus zu regeln, für die man in Wiesmoor noch ins Rathaus muss und simple Anliegen auf Papier beantragen muss. Ich finde, das geht zeitgemäßer, spart Papier und auch für die Beschäftigten der Verwaltung am Ende Zeit.“ Dazu gehöre auch, die Homepage zu überarbeiten, auf dass Infos schneller zu finden seien. Überdies wünsche er sich mehr Transparenz und Beteiligung der Bürger an Entscheidungsprozessen. „Die Leute in der Verwaltung leisten gute Arbeit, das sollten sie aber auch stärker als zuletzt zeigen können – sodass zugleich die Bürger aber auch wissen, was passiert, die zuletzt an einigen Punkten überrascht worden sind.“
Am Ball bleiben für die Überzeugung
Nächster Schritt zur Hundewiese: Verein wurde gegründet
Durchbruch nach jahrelanger Suche nach Freilauffläche für Hunde